• 10.06.2011

100 Tage De Maizière im neuen Amt

Der Anti-Guttenberg

100 Tage Schonfrist für Thomas de Maizière sind abgelaufen. Der Verteidigungsminister hört viel Lob, doch seine großen Bewährungsproben kommen noch.von GORDON REPINSKI

  • 23.06.2011 20:46 Uhr

    von Nils:

    Der Mann macht seriöse und im Rahmen seines Amtes vernünftige Arbeit.

    Guttenberg war ein schmieriger Selbstinszenierer, der Fleiß, Anstand und Ehre - also Werte, für die er und seine Partei immer so gerne stehen wollen - mit Füßen getreten hat, der sich mit Hilfe der Soldaten am Hindukush als Kämpfertyp und Macher inszenieren konnte, der die Bundeswehrreform als einen Trümmerhaufen hinterlassen hat, und um seines eigenen Kopfes willen mehrere seiner Untergegeben als Sündenböcke hat hinrichten lassen.

    Für die Bundeswehr ist der Abgang Guttenbergs eine Erlösung, und die Arbeit de Maizieres ein Gewinn.

    Wer die Bundeswehr ablehnt, der darf gerne auf demokratischem Wege versuchen, die politischen Verhältnisse hier und weltweit so zu verändern, dass Militär überflüssig wird. Und bis es soweit ist und die Verhältnisse nicht geschaffen wurden, solange finden wir uns bitte mit der Realität ab und unterstützen die Soldaten darin, den Auftrag zu erfüllen, den ihr unsere designierten Häupter auferlegt haben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Soldaten nicht gerne in Afghanistan sind, aber sie machen ihren Job genauso pflichtbewußt, wie alle anderen Staatsdiener auch. Dafür bezahlen wir sie. Wer gegen unsere designierte Regierung ist, sollte nicht den Fehler machen, dafür Polizisten und Soldaten zu beschimpfen. Dann schon eher diejenigen, die die Parteien wählen, die Polizisten und Soldaten für unlautere Zwecke missbrauchen.

    Sollte dann die Abschaffung der Bundeswehr tatsächlich mal breiter Konsens sein, gebe ich zu bedenken: Auch sozialistische Staaten sollten wehrhaft sein.... gerade die, denn die haben von der Weltpolitik am meisten zu befürchten.

  • 12.06.2011 05:39 Uhr

    von vic:

    Ich finde das muss jetzt mal genügen. Genug gelobt.
    Dieser Mann ist gefährlich, wo Guttenberg nur armselig und lächerlich war.
    Aber bitte, lasst euch überraschen.

  • 11.06.2011 14:23 Uhr

    von dielendieb:

    Eines der folgenden Zitate ist nicht von Thomas. Weißt Du, welches?

    "Streitkräfte müssen sich auf diese veränderte Wirklichkeit einstellen. Sie müssen vielseitiger sein, schneller verlegbar und in der Lage, einen militärisch wirksamen Beitrag zu leisten, der unserem, Deutschlands politischem Gewicht angemessen entspricht."

    "Unsere Interessen und unser Platz in der Welt werden wesentlich von unserer Rolle als Exportnation und Hochtechnologieland in der Mitte Europas bestimmt. Daraus folgt: Wir haben ein nationales Interesse am Zugang zu Wasser, zu Lande und in der Luft."

    "Deutschland ist bereit, als Ausdruck nationalen Selbstbehauptungswillens und staatlicher Souveränität zur Wahrung seiner Sicherheit das gesamte Spektrum nationaler Handlungsinstrumente einzusetzen. Dies beinhaltet auch den Einsatz von Streitkräften."

    "Streitkräfte sind ein unentbehrliches Instrument der Außen- und Sicherheitspolitik unseres Landes. Streitkräfte bilden das Rückgrat für die Sicherheit und den Schutz Deutschlands und seiner Bürger. Nur mit Streitkräften kann die Androhung und Durchsetzung militärischer Gewalt im Rahmen des geltenden Völkerrechts überhaupt erfolgen."

    "Wir wollen niemanden in den Schatten stellen, aber wir verlangen auch unsern Platz an der Sonne."

  • 11.06.2011 05:54 Uhr

    von vic:

    Guttenberg ging im Maßanzug zu Bett, de Maiziere mit dem Stahlhelm. Schwer zu sagen, welchen der Beiden man sich als Kriegsminister wünscht.
    Ich denke, Guttenberg war nicht ganz der Extrem-Militarist wie de Maiziere, aber das ist nun nicht mehr so schnell zu ändern.

  • 10.06.2011 22:05 Uhr

    von Daniel Lücking:

    "Denn Guttenberg wusste mit großer Geste und glänzenden Fotos die Aufmerksamkeit auf Afghanistan und das Militär zu lenken. Das gefiel."

    Herr Repinski, nun aber bitte nicht die Folgefragen vergessen. Warum kam Guttenberg so gut bei den Soldaten an?

  • 10.06.2011 20:26 Uhr

    von bernd d brot:

    "töten und sterben" gehören dazu sagte er .... dafür Lob? Ist das wirklich Neu?

    das Nichtprofil der Taz finde ich traurig

Ihr Name (wird angezeigt):*

Email (wird nicht angezeigt):*

Kommentar* - bitte beachten Sie unsere Netiquette:

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spamvermeidung Wenn Sie das Wort nicht lesen konnten, bitte hier klicken.

CAPTCHA Bild zum Spamschutz

Wenn Sie auf "Abschicken" klicken, wird ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an taz.de verschickt. Er wird veröffentlicht, sobald einRedakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.

*Pflichtfelder