24. - 30. September 2017

Oberlausitz (inkl. Polen u. Tschechien)

Reiseleitung: Helmut Höge

Zittauer Rathaus mit Marsbrunnen Bild: Archiv

Zittau - Bautzen - Görlitz - Hirschberger Tal - Liberec - Dresden

Im Dreiländereck Deutschland, Tschechien und Polen wächst die lange geteilte Oberlausitz wieder zusammen. In der geschichtsträchtigen Region treffen Sie Vertreter von Initiativen und Kommunen, die sich um grenzüberschreitende Projekte bemühen, und erleben historische Städte in neuem Glanz. Die Reise führt auch nach Niederschlesien (Polen) und ins nordböhmische Liberec (Tschechien) und endet in Dresden.

PROGRAMM

PREISE UND LEISTUNGEN

LITERATUR ZUM EINLESEN

 

PREIS: ab 1.080 € (DZ/HP/ohne Anreise)

VERANSTALTER: Reise-Zeichen, Göttingen, Tel: 0551 - 3893 2596, susanne.hoppe@reise-zeichen.de

 

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden.

In Zittau befinden wir uns inmitten der drei Regionen Sachsen/Oberlausitz, Niederschlesien und Nordböhmen. Über alle drei gibt es viel zu erzählen.

Helmut Höge, taz- Autor und -Blogger 'Hier spricht der Aushilfshausmeister'

Viele Geschichten handeln von Vertreibung: Aus Nordböhmen wurden Sudetendeutsche vertrieben – und stattdessen Roma angesiedelt; aus Niederschlesien wurden die Schlesierdeutschen vertrieben - dafür kamen Polen aus dem Osten des Landes, wo die Sowjetunion sie vertrieben hatte.  Nicht wenige Deutsche wurden dann in der Lausitz als „Umsiedler“ ansässig.

In Ostsachsen lebten und leben die Sorben, neben den Friesen eine nationale Minderheit in Deutschland. Im Nationalsozialismus wollte man sie zum Straßenbau in den Osten umsiedeln, nach 1945 waren sie dann die erste Körperschaft, die von den Sowjets in Deutschland wieder in ihre Rechte gesetzt und von der SED dann großzügig alimentiert wurde.

Zisterzienserkloster St. Marienthal/Ostritz Bild: Weisflog

Die Bundesregierung hat diese Verpflichtung übernommen, reduziert sie jedoch langsam, zumal die Friesen darauf drängen, ähnlich großzügig vom Staat unterstützt zu werden. Im sorbischen Zentrum Bautzen erfahren wir Näheres über diese deutsch-slawische Minderheit.

Ein zweiter Erzählstrang bezieht sich auf die noch viel ältere Geschichte der Städte in diesem Dreiländereck. So wurde z. B. Herrnhut in der Oberlausitz zwar erst 1722 zur Missionszentrale der Brüdergemeinde, die in die ganze Welt ausschwärmen, aber bevor sie dort von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf Land bekamen, hatten sie als „hussitische Glaubenskämpfer“ und „Böhmische Brüder“ seit 1415 eine lange Vertreibungsgeschichte hinter sich. Das Herrnhuter Museum befasst sich vornehmlich mit den Missionsgeschichten der Brüdergemeinde.

Bis vor kurzem waren Oder und Neiße noch Grenzflüsse. Die dazugehörigen Geschichten wollen wir uns in Zittau anhören. Gleichzeitig haben diese beiden Flüsse aber auch eine Geschichte der Eindeichung und der Überschwemmungen, die sich mit der Klimaerwärmung eventuell noch einmal verändert. Darüber erfahren wir Näheres im Zisterzienserkloster St. Marienthal, einem Tagungszentrum am Oderknick.

Wie es sich dagegen in zwei seit dem Krieg getrennten Stadthälften diesseits und jenseits der Oder lebt, das "ergehen" wir uns in Görlitz und Zgorzelec in Begleitung einer Historikerin.

Hirschberger Tal mit Kynast und Schneekoppe Bild: Ryszard Basta

Die Landkreise, Städte und Gemeinden von Oberlausitz, Nordböhmen und Niederschlesien haben sich zur „Euroregion Neisse-Nisa-Nysa“ zusammengeschlossen, um gemeinsam mit Mitteln der EU Projekte zu fördern und zu initiieren (u. a. im Tourismus). Näheres erfahren wir in Bautzen.

Bautzen gehörte mit Zittau und Görlitz zum Oberlausitzer Sechsstädtebund, der 1420 gegen die Hussiten zog, zwei Jahre später eroberten diese jedoch bis auf Görlitz alle anderen befestigten Städte der Region. Görlitz war danach bankrott, die Wirtschaft der ganzen Region hatte stark gelitten, vollends erlebte sie ihren Niedergang dann im Dreißigjährigen Krieg und dann noch einmal mit der Oder-Neiße-Grenze.

Während der Fahrt mit Stopps durch das Hirschberger Tal (Polen) geht es vornehmlich um die Geschichte dieses und jenes Künstlerdorfes dort, also um Kunstund auch, welche Rolle sie heute beim Zusammenwachsen der Region wieder spielt. Wobei Sie vorab in dem alten Kurort Bad Warmbrunn/Cieplice in einem Museum etwas über diese Region am Fuß des Riesengebirges und der Schneekoppe erfahren.

In Tschechien geht es zunächst erneut um Vertreibung (der Sudetendeutschen) und Ansiedlung (von Roma) in der Grenzregion Nordböhmen. Zu diesen zwei zusammen hängenden Komplexen gibt es Vorträge in in Reichenberg/Liberec und auf der Weiterreise. Zwischendurch erholen wir uns in dem schönen Elbestädtchen Decin/Tetschen in der böhmischen Schweiz, auch kulinarisch.

Im Elbsandstein-Gebirge Bild: Archiv

In Dresden schließlich, nach einer Fahrt durch Sächsische Schweiz und Elbsandstein-Gebirge, holt uns am nächsten Tag wieder die deutsche Gegenwart ein. Nach einem Besuch des berühmten „Hygienemuseums“ geht es darum, wie es kommt, dass die Dresdner massenhaft erst „Wir sind das Volk“ skandierten, dann „Wir sind ein Volk“ und nun „Ausländer raus“. Über diese kurze Zivilgeschichte erfahren Sie mehr von dem ehemaligen Leiter der Landeszentrale für politische Bildung.

Dresden lohnt noch weitere Tage und ist auch problemlos individuell zu entdecken. Die Reise endet in Dresden, um Ihnen diese Möglichkeit zu eröffnen. Der Verstalter ist gerne bei der Hotelbuchung behilflich.