26. Mai – 2. Juni 2018

Sizilien

Reiseleitung: Michael Braun

Domplatz in Syrakus Bild: Archiv

Palermo – Corleone – Syrakus - Noto - Catania

Der Kampf vieler Sizilianer gegen die Mafia und die Situation der Flüchtlinge, die übers Mittelmeer kommen, sind die zentralen Themen dieser Reise. Für Treffen mit diversen Initiativen fahren Sie mit Bus und Zug durch eine einzigartige Kulturlandschaft, die über Jahrhunderte von Zuwanderung geprägt ist (Griechen, Römer, Sarazenen, Normannen).

PROGRAMM

PREISE UND LEISTUNGEN

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PREIS: ab 1.490 € (DZ/HP/ohne Anreise)

VERANSTALTER:

SKR Reisen, Köln, Tel: 0221-93 372-700, sondergruppen@skr.de

 

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden

Sizilianer sprechen bisweilen vom „Kontinent“, wenn sie das italienische Festland meinen. Und in der Tat ist die Insel eine Welt für sich, ja selbst ein kleiner Kontinent, wie der französische Historiker Fernand Braudel bemerkte. Landstriche mit üppiger Vegetation, in denen Orangen, Zitronen, Bougainvilleas wachsen, wechseln mit fast wüstenähnlichen Zonen ab.

Michael Braun, taz-Korrespondent in Rom

 

 

Genauso vielfältig sind die kulturellen Spuren, die Einwanderer und Eroberer aus allen Himmelrichtungen auf Sizilien hinterlassen haben, von den antiken Griechen über die Römer und die Araber – sie brachten nicht nur die Zitrus- früchte, sondern auch das Sorbet mit – zu den Normannen, deren Herrschaft mit dem Stauferkaiser Friedrich II. ihre Blüte erlebte, zu den französischen und spanischen Königen, die ihnen folgten.

In der Kathedrale von Monreale Bild: Archiv

Militärisch mochten die Normannen die Araber bekämpfen, kulturell jedoch setzten sie auf Begegnung. Davon zeugt heute noch das Stadtbild von Palermo, zeugt die Architektur zum Beispiel des Doms oder der Pfalzkapelle im Palazzo dei Normanni genauso wie die Kathedrale von Monreale; überall kreuzen sich romanische oder gotische mit maurischen Elementen.

So wird die Reise nach Sizilien auch zur Reise auf eine Insel, in der „Willkommenskultur“ schon Jahrhunderte vor der Erfindung des Wortes herrschte. Sie leitet auch heute das Handeln vieler Sizilianer, wenn Sie sich z.B. in Palermo bei Borderline Europe für Bootsflüchtlinge engagieren.

Doch Sizilien ist zugleich mit enormen wirtschaftlichen und sozialen Problemen konfrontiert – Probleme, dank derer Cosa Nostra in weiten Teilen der Insel ein oft brutales Regime der Kon-trolle errichten konnte, das wiederum selbst zu einem entscheidenden Entwicklungshindernis wurde: So musste und muss das Gros der Unternehmer den „Pizzo“ entrichten, das Schutzgeld an die Mafiaclans. Und selbst wenn die Mafia nicht mehr mordet wie vor 30 Jahren, wenn sie gleichsam „untergetaucht“ ist, hält sie doch immer noch die Hand auf Palermo und andere Städte Siziliens.

Aktion von AddioPizzo-Anhängern im Theater von Palermo Bild: Gero Cordaro

Von jungen Palermitanern ging die Initiative aus, Händler in ihrer Vereinigung „Addio Pizzo“ („Weg mit dem Mafia-Schutzgeld“) zu organisieren, ihnen den Rücken im Widerstand gegen die Mafia zu stärken – und so erste Schritte hin zu einem Ziel zu tun, das 200 Jahre lang als pure Utopie erschien: zu einem Palermo ohne Mafia.