29. Sept.–13. Oktober 2017

Buenos Aires/Montevideo

Reiseleitung: Jürgen Vogt

Buenos Aires: Gedenken an Evita Peron Bild: Jürgen Vogt

Buenos Aires (Argentinien) – Luján – Montevideo (Uruguay)

Bei dieser Reise erleben Sie zwei pulsierende Metropolen, in denen die Aufarbeitung der jüngsten Geschichte eine wichtige Rolle spielt. Wie keine andere Stadt Lateinamerikas ist Buenos Aires von seinen europäischen Einwanderern geprägt, die vor allem eines sein wollten: Keine Latinos.

PROGRAMM

PREISE UND LEISTUNGEN

LITERATUR ZUM EINLESEN

 

Preis: ab 3.490 € (DZ/HP/Flug)

Veranstalter: AvenTOURa, Freiburg i.B., Tel: 0761 - 211699-0, info@aventoura.de 

 

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden.

Noch heute polarisiert dieses Credo die Hafenstadt am Río de la Plata. „Mi Buenos Aires querido – mein geliebtes Buenos Aires“, sang Carlos Gardel in den goldenen 1930er Jahre der aufsteigenden Weltmetropole. Dem werden wir auf einem Rundgang zu populären Tango-Lokalen nachspüren.

Jürgen Vogt, taz-Korrespondent in Buneso Aire; Autor des "Argentinien"-Reiseführers im Verlag Reise-Know-How

 

Argentinien erholt sich noch immer von der schweren Wirtschaftskrise um die Jahrtausendwende. Nach zwölf Jahren linksprogressiver Kirchner-Regierungen übernahm am 10. Dezember 2015 der rechtskonservative Mauricio Macri das Präsidentenamt. Mit ihm rutschte das Land auf allen Feldern nach rechts. Zu erwarten ist, dass sich die sozialen Auseinandersetzungen verschärfen. Im Oktober 2017 stehen Teilwahlen zum Kongress an, wir kommen also rechtzeitig zum Wahlkampf.

Buenos Aires: Zeitungskiosk an der Avenida de Mayo mit Che-Plakat Bild: Jürgen Vogt

Was wird aus den in der Krise gegründeten selbstverwalteten Betrieben? Was wird aus der Menschenrechtsbewegung, die die juristische Aufarbeitung der Menschenrechts-verbrechen der letzten Militärdiktatur vorangebracht hat? Wir besuchen die Medien-kooperative ‚Lavaca‘ (die Kuh), die Kooperative einer ‚Fabrica Recuperada‘ (eine von Arbeitern während der Kirchner-Regierung besetzte und als Kooperative geführte Fabrik), die Mieterbewegung ‚Moi‘ und die ‚Mütter der Plaza de Mayo‘ und wir werden hören, wie sie unter dem neuen Wind von rechts vorankommen.

In Argentinien unternehmen wir einen Ausflug in die Umgebung von Buenos Aires: dabei besuchen wir zunächst Luján, Argentiniens wichtigsten Wallfahrtsort. Eine 107 Meter hohe neogotische Kathedrale beherbergt eine kleine Statue der Jungfrau Maria. Sie ist die offizielle Schutzheilige von Argentinien, Paraguay und Uruguay. Weiter geht es dann noch ca. 250 km in die Pampa Argentiniens nach Los Toldos und zum dortigen Umweltforum. Die Initiative wehrt sich gegen den Einsatz der Agrochemie.

Montevideo - Unabhängigkeits-Platz Bild: Archiv

Und wir fahren über den Río de la Plata nach Montevideo, in das unbestrittene Zentrum Uruguays. Alle wichtigen Entscheidungen fallen hier, kein Wunder, sind doch in der Hauptstadt nicht nur die Behörden und politischen Entscheidungsgremien konzentriert, sondern auch alle wichtigen Industriebetriebe. In der Altstadt befinden sich zahlreiche, auch internationale Banken – Uruguays Hauptstadt mauserte sich, dank eines sehr weit gefassten Bankgeheimnisses, zum Finanzzentrum des südlichen Südamerika.

Daran änderten auch die seit 2005 regierenden früheren Revolutionäre aus der Zeit der Militärdiktatur nichts. Auf den linkskonservativen Präsidenten Tabaré Vázquez folgte der schrullige linke José Mujica, seit März 2015 heißt der Präsident abermals Vázquez. Wir hören die kritischen Einschätzungen ihrer Politik von Redakteuren der Tageszeitung ‚La Diaria‘, die in ihrer Gründungsphase von der taz-Genossenschaft unterstützt wurde.

Außerdem besuchen wir die Menschenrechtsgruppe ‚Serpaj‘, die von der zögerlichen juristische Aufarbeitung der Menschenrechts- verbrechen der Militärdiktatur berichtet.

Aufsehen erregte Uruguays Legalisierung des Cannabis-Anbaus und -verkaufs. Wir lassen uns darüber im neuen Cannabis-Museum in Montevideo informieren.