7. – 15. Oktober 2017 (fällt aus)

Sizilien/Lampedusa

Reiseleitung: Michael Braun

Bild: Reuters

Palermo – Corleone – Porto Empedocle – Lampedusa - Palermo

Diese Reise kann nicht stattfinden. Für 2018 planen wir eine preisgünstigere Sizilien-Reise ohne Lampedusa; mit dem Flüchtlings-Thema beschäftigen wir uns in anderen Orten auf Sizilien, insb. in Catania.

PROGRAMM

PREISE UND LEISTUNGEN

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PREIS: ab 1.790 € (DZ/HP/ohne Anreise)

VERANSTALTER:

SKR Reisen, Köln, Tel: 0221-93 372-700, sondergruppen@skr.de

 

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden

Sizilianer sprechen bisweilen vom „Kontinent“, wenn sie das italienische Festland meinen – und in der Tat ist die Insel eine Welt für sich, ja selbst ein kleiner Kontinent, wie der französische Historiker Fernand Braudel bemerkte. Landstriche mit üppiger Vegetation, in denen Orangen, Zitronen, Bougainvilleas wachsen, wechseln sich mit fast wüstenähnlichen Zonen ab.

Michael Braun, taz-Korrespondent in Rom

Genauso vielfältig sind die kulturellen Spuren, die Einwanderer und Eroberer aus allen Himmelrichtungen auf Sizilien hinterlassen haben, von den antiken Griechen über die Römer und die Araber – sie brachten nicht nur die Zitrusfrüchte, sondern auch das Sorbet mit – zu den Normannen, deren Herrschaft mit dem Stauferkaiser Friedrich II. ihre Blüte erlebte, zu den französischen und spanischen Königen, die ihnen folgten.

Hafen von Palermo Bild: Archiv

Militärisch mochten die Normannen die Araber bekämpfen, kulturell jedoch setzten sie auf Begegnung. Davon zeugt heute noch das Stadtbild von Palermo, zeugt die Architektur zum Beispiel des Doms oder der Pfalzkapelle im Palazzo dei Normanni genauso wie die Kathedrale von Monreale; überall kreuzen sich romanische oder gotische mit maurischen Elementen. So wird die Reise nach Sizilien auch zur Reise auf eine Insel, in der „Willkommenskultur“ schon Jahrhunderte vor der Erfindung dieses Wortes herrschte. Eine Willkommenskultur, die auch heute das Handeln vieler Sizilianer leitet, wenn Sie sich zum Beispiel in Palermo bei Borderline Europe für Bootsflüchtlinge engagieren.

Zum nicht nur italienischen, sondern auch europäischen Brennpunkt des Flüchtlingsdramas wurde in den letzten Jahren immer wieder Lampedusa. Die kleine, von karger Vegetation bedeckte Insel gehört zwar administrativ zu Sizilien, ist geographisch mit ihrer Lage östlich der tunesischen Küste jedoch schon Afrika und wurde darüber zum Anlaufpunkt jener, die von Libyen oder Tunesien aus die gefährliche Reise übers Mittelmeer antraten. Gerade einmal 6.000 Menschen leben auf Lampedusa; viele von ihnen öffneten den Migranten, aber auch – nach der Tragödie vom 3. Oktober 2013, als 368 Menschen direkt vor der Küste ertranken – den Angehörigen der Opfer ihre Häuser.

Doch Sizilien ist zugleich mit enormen wirtschaftlichen und sozialen Problemen konfrontiert – Probleme, dank derer Cosa Nostra in weiten Teilen der Insel ein oft brutales Regime der Kontrolle errichten konnte, das wiederum selbst zu einem entscheidenden Entwicklungshindernis wurde: So musste und muss das Gros der Unternehmer den „Pizzo“ entrichten, das Schutzgeld an die Mafiaclans. Und selbst wenn die Mafia nicht mehr mordet wie vor 30 Jahren, wenn sie gleichsam „untergetaucht“ ist, hält sie doch immer noch die Hand auf Palermo und andere Städte Siziliens. Von jungen Palermitanern ging die Initiative aus, Händler in ihrer Vereinigung „Addio Pizzo“ ("Weg mit dem Schutzgeld") zu organisieren, ihnen den Rücken im Widerstand gegen die Mafia zu stärken – und so erste Schritte hin zu einem Ziel zu tun, das 200 Jahre lang als pure Utopie erschien: zu einem Palermo ohne Mafia.