Sells sex? Oder doch Lokales? Wo wird zensiert? Was lesen die Alten? Hat die gute, alte Zeitung denn noch eine Chance? Aber wie sieht die Zukunft aus?
Am 15. September 2007 erschien eine 40-seitige Sonderausgabe der taz zum Thema "Zeitung der Zukunft". Preisgekrönte, renommierte Schriftsteller, Designer, Prominente - und natürlich Journalisten - setzen sich mit dem Medium auseinander. So sagt der Schweizer Verleger Michael Ringier (Blick, heute, Cicero) im Interview: "Wenn ich so eine Doppelseite mit dem Auge überfliege, habe ich innerhalb von Sekundenbruchteilen herausgepickt, was ich lesen will. Das kann etwas sein, was ich sonst nicht gefunden hätte, weil ich gar nicht wusste, dass es das gibt."
Die Medien-Expertin Elke Löw widerspricht: "Die Zeitungstreuen werden älter und weniger. Die Treulosen sind jünger und im Internet. Und der Leser 2.0 besorgt sich seine Informationen ohnehin dort, wo er sie am besten, am bequemsten und am billigsten bekommt."
US-Journalist und Pullitzer-Preisträger Russel Baker wiederum sieht die Gefahr für Zeitungen quasi im eigenen Haus - bei den Neu-Eigentümern von Zeitungen: "Die Zeitungseigentümer neuen Stils sind oft irritiert, wenn sie von ihren Redakteuren und Reportern das traditionelle Argument hören, Journalismus sei eine öffentliche Dienstleistung, da man den Bürgern die Informationen liefere, die erst eine funktionierende Demokratie ermöglichen. Die neuen Eigentümer sehen ihre Pflichten anders." Sie seien zuweilen ehrlich überrascht, wenn sie Leuten begegnen, die sich nicht zuerst und vor allem den Aktionären verpflichtet fühlen.
Und wie sieht die Zukunft sonst aust? Die große FAZ-Fotografin Barbara Klemm spricht über die Bildsprache von Zeitungen. Dann hat der Schriftsteller Tilman Spengler einen Text geschrieben. Auf Chinesisch. Weil das die meisten Menschen dieser Erde sprechen. Und nur auf taz.de gibt's die deutsche Übersetzung. Die "Zeitung der Zukunft" können Sie hier kaufen.
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