Zentralrats-Vize Graumann sieht die Linkspartei in der Tradition der SED - und die habe in Nahost "Blut an den Händen" gehabt. VON PHILIPP GESSLER
"Altes SED-Gift"? Delegierte der neuen Partei "Die Linke" Foto: dpa
BERLIN taz Dieter Graumann, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat die Linke wegen ihrer Politik gegenüber den Islamisten im Nahen Osten scharf kritisiert: Das "alte SED-Gift" wirke weiter in ihr, sagte Graumann, der neben Salomon Korn zu den Stellvertretern von Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch gehört. Schon die DDR-Führung habe die blutigsten Israel-Feinde unter den Terroristen im Nahen Osten massiv unterstützt. Das habe zu "Tausenden von Terroropfern" in Israel geführt, so Graumann.
An den Händen der DDR-Partei- und Staatsspitze habe das Blut von Israelis gehangen, sagte Graumann am Dienstag bei einer gemeinsamen Tagung des Zentralrats und der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung mit dem Titel "Das Israelbild in Deutschland - Der Sechs-Tage-Krieg als Wendepunkt?". Graumann kritisierte, die am Wochenende aus der PDS und der WASG entstandene Partei stehe auch heute noch in der Tradition der Israelfeindschaft der DDR-Führung: "Das Gift hat eine neue Plattform."
Graumann griff namentlich den neuen Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine scharf an. Er verwies darauf, dass Lafontaine von einer deutschen Neutralität zwischen Israel und der Hisbollah gesprochen habe. Unhaltbar ist für Graumann auch Lafontaines Frage, ob nicht auch der Iran Atomwaffen habe dürfe, wenn Israel sie besitze. Außerdem zeigte sich der Zentralrats-Vize empört darüber, dass die Linkspartei ganz offiziell einen Minister der israelfeindlichen Hamas nach Deutschland eingeladen hatte. Der Besuch war nur deshalb nicht zustande gekommen, weil der Minister keine Einreiseerlaubnis für die Bundesrepublik bekam. Zwischen ihm und Lafontaine, so Graumann ironisch, bestehe angesichts von dessen Äußerungen zum Nahen Osten mittlerweile eine enge "Brieffreundschaft".
Graumann betonte, natürlich sei der Zentralrat "keine Außenstelle der israelischen Regierung". Andererseits seien die Juden in Deutschland, was das Schicksal Israels angehe, Partei: "Wir wollen und wir werden nie wieder Opfer sein", sagte Graumann. Er erinnerte daran, dass der iranische Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad schon mehrfach damit gedroht habe, Israel zu vernichten. Diese Äußerungen seien ernst zu nehmen. Ahmadinedschad strebe offensichtlich einen "neuen Holocaust" an. Die jüdische Geschichte habe erwiesen, dass es nötig sei, jeden ernst zu nehmen, der damit drohe, die Juden umzubringen.
Am Münchner Hauptbahnhof gibt es eine Schule, die keine Schule ist, die kein Geld vom Land bekommt – und die mit Jugendlichen lernt, die kein Recht auf Bildung haben.von FELIX MÜLLER

... nicht mehr Hartz IV, so will es Ministerin von der Leyen. Der neue Name soll "von unten" kommen. taz.de macht schon mal ein paar Vorschläge.

Wie jetzt, mit 17 schon alles erreicht? Milliarden gemacht, Romane geschrieben und die Charts geknackt? Auf wen wir wirklich neidisch sind.

Ein Jahr Obama: Nicht nur die Weltpolitik ist seine Bühne. Jetzt gibt es tatsächlich ein Obama-Musical.

Wär doch schade, wir hätten sie nicht notiert...


LE MONDE diplomatique ist die größte Monatszeitung für internationale Politik. Sie erscheint weltweit in 61 Ausgaben – und liegt am 2. Freitag im Monat der tageszeitung bei.>

Element of Crime ist auf Tour durch Mitteleuropa. Sänger Sven Regener erzählt von seinen Erlebnissen im tazblog "Männer mit Spielplan". >

Nach 15 Jahren wechselt unsere Frankreich-Korrespondentin in die USA. Wie es ihr dabei ergeht, beschreibt sie im tazblog "Paris-Washington, Transit".>
Leserkommentare (15)
12.07.2007, 13:02 | Daniel Pollaschek:
Und wer den Iran mit Verbrechern gleichsetzt, der sollte sich mal Gedanken über ...
22.06.2007, 11:52 | Ulf:
Wunderbar. Jetzt weiß ich, dass es kein Fehler war, mein taz-Abo nicht zu verlän...
22.06.2007, 01:21 | Marc Gartner:
Wenn der Lafontaine behauptet, der Iran dürfe Atomwaffen besitzen wäre das genau...
Alle 15 Kommentare