Rechte lauerten linken Demonstranten im Zug auf. Sie waren auf dem Weg zum Protest gegen einen rechten Szene-Shop verprügelt. NPD-Prominenz reiste im selben Zug VON ANDREAS SPEIT
Linke Demo gegen Rechts in Rostock am Wochenende Foto: dpa
ROSTOCK taz Zwischen aufgestellten Tischen mit Süßigkeiten spielen Kinder. So fröhlich sind die Eltern nicht. Sie schimpfen beim Kaffee "auf den Neonaziladen". 2.000 Menschen demonstrierten am Samstag in Rostock gegen einen NPD-Aufmarsch im alternativen Viertel Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Die Partei wollte "nationale Solidarität" für einen Laden zeigen, der inmitten des Studentenviertels Neonazi-Kleidung verkauft. Die Demonstration selbst verlief friedlich. Zugeschlagen hatten die Rechtsextremen schon vorher.
Viele Gegendemonstranten fuhren mit dem Zug nach Rostock, in dem auch Rechtsextreme und Teile der NPD-Fraktion des Schweriner Landtags saßen. "Als die Bahn im Dorf Pölchow hielt, starteten rund 100 Neonazis ihren offensichtlich gut vorbereiteten Angriff", sagte Tim Bleis vom Opferverein Lobbi. Die rechtsextremen Schläger hätten die Fluchtwege versperrt, seien in die Waggons eingedrungen und hätten dann zugeschlagen. Gegendemonstranten wurden in Gruppen verprügelt, sagte eine 18-jährige, die mit im Zug saß. Die Übergriffe filmten die Schläger mit Handys. Nach 30 Minuten traf die Polizei ein.
"Ich dachte, das wars", sagte ein 20-Jähriger. Eine 19-Jährige berichtete: "An den Haaren haben sie die Leute rausgezogen und weiter auf sie eingeschlagen." Beide waren sichtlich erschüttert. Am Bahnhof Schwaan waren die zwei mit etwa 60 Jugendlichen in die Bahn gestiegen, um in Rostock gegen die NPD zu protestieren. Im Zug trafen sie auch auf rechtsextreme Prominenz. Der taz-Korrespondent sah führende Funktionäre der NPD-Landtagsfraktion: neben Fraktionschef Udo Pastörs auch den parlamentarischen Geschäftsführer Stefan Köster und den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Timo Müller. Groß auffallen wollten sie bei der Ankunft im Rostocker Bahnhof nicht, gerade der auf biederes Auftreten bedachte Pastörs gab sich betont zurückhaltend.
Trotz der Ausschreitungen im Zug ließ die Polizei die NPD-Anhänger zur ihrer Kundgebung durch. Lobbi-Mann Bleis wirft der Polizei vor, statt die "rechten Angreifer gleich festzusetzen", zuerst bei den Opfern Personalien aufgenommen zu haben. Erst in Rostock stellten die Beamten die Daten der Neonazis fest.
Merkwürdig mutete die Informationspolitik der Polizei an: Zunächst behauptete ein Sprecher, "kein Linker" sei verletzt worden. Später räumte er ein, "Einzelheiten bewusst zurückgehalten zu haben, um eine Eskalation in Rostock zu vermeiden". Ermittlungen gegen "17 Rechte und 37 Autonome" liefen. 14 Verletzte zählte die Polizei. Dem Opferverein Lobbi liegen noch keine Zahlen vor. Mehrere Personen seien bewusstlos geschlagen worden, berichtet Bleis und sagt weiter: "Uns liegen auch schon einige Gedächtnisprotokolle vor." Beim Marsch der Neonazis verteidigte NPD-Politiker Köster die Übergriffe als "Notwehr".
Am Münchner Hauptbahnhof gibt es eine Schule, die keine Schule ist, die kein Geld vom Land bekommt – und die mit Jugendlichen lernt, die kein Recht auf Bildung haben.von FELIX MÜLLER

... nicht mehr Hartz IV, so will es Ministerin von der Leyen. Der neue Name soll "von unten" kommen. taz.de macht schon mal ein paar Vorschläge.

Wie jetzt, mit 17 schon alles erreicht? Milliarden gemacht, Romane geschrieben und die Charts geknackt? Auf wen wir wirklich neidisch sind.

Ein Jahr Obama: Nicht nur die Weltpolitik ist seine Bühne. Jetzt gibt es tatsächlich ein Obama-Musical.

Wär doch schade, wir hätten sie nicht notiert...


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