Im Fall der irrtümlich unter dem Verdacht, Falschgeld benutzt zu haben, festgenommenen kolumbianischen Politiker lehnte Innensenator Ehrhart Körting (SPD) eine Entschuldigung ab. "Nach den bisher vorliegenden Informationen muss ich Ihre Behauptung, dass die Polizei unter Missachtung rechtsstaatlicher Grundsätze vorgegangen ist, zurückweisen", heißt es in einem gestern bekannt gewordenen Brief Körtings an die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung. Der Direktor der Stiftungs-Dependance in Bogotá, Carsten Wieland, ist von der Antwort enttäuscht: "Wenn das rechtsstaatlich gewesen ist, kann ich meine Arbeit in Kolumbien einstellen."
Die beiden Männer - darunter der Sekretär des kolumbianischen Innen- und Justizministers - waren in der vergangenen Woche im "Saturn-Markt im Europacenter festgenommen worden, weil das defekte Banknotenlesegerät ihre 500-Euro-Banknote als falsch erkannt hatte.
Die beiden Politiker hatten der Polizei überzogene Maßnahmen vorgeworfen. Man habe ihnen Papiere und Handys abgenommen. Sie hätten sich vor laufender Überwachungskamera ausziehen müssen. Später seien sie gefesselt in Polizeigewahrsam abgeführt und in Einzelzellen gesteckt worden. Die Konrad-Adenauer-Stiftung verlangte daraufhin eine Entschuldigung und disziplinarische Maßnahmen. "Das Prinzip der Unschuldsvermutung ist eindeutig verletzt", bekräftigte Wieland am Montag. "Es kann nicht sein, dass Ausländer mit 500-Euro-Scheinen prinzipiell verdächtig sind."
Der Konrad-Adenauer-Stiftung lag der Brief Körtings gestern Abend noch nicht schriftlich vor. Deshalb, so Pressesprecherin Uta Hellweg, wurde über weitere Maßnahmen noch nicht entschieden. DPA, TAZ
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