Wallanders Erben liegen im Clinch. Als "Kitsch für Pferdezeitschriften" und "Möwenscheiße" beschimpfen sie ihre Werke gegenseitig. VON REINHARD WOLFF
Schwedens Krimis - nur Stoff für einen Wendy-Kurzroman? Foto: ap
Es fing an mit dem Krimischriftsteller Leif GW Persson, der seiner Kollegin Camilla Läckberg vorwarf, was sie schreibe, passe allenfalls als Kitschnovelle in Pferdezeitschriften. Das hätte er nicht tun sollen. Denn außer einer passenden Replik - "Pisse eines älteren Herren" - landet nun regelmäßig jede zweite Woche das Magazin Min Häst ("Mein Pferd") auf dem Stockholmer Dienstschreibtisch des Kriminologieprofessors und nebenberuflichen Krimischriftstellers Persson.
Min Häst ist die Lieblingslektüre aller pferdeinteressierten schwedischen Schulmädchen - auch dank der Zusatzartikel, die jeder Ausgabe beiliegen, mal eine Schminkprobe, ein Billigschmuck oder ein paar Aufklebeherzchen. Eine spezielle Aufmerksamkeit, für die sich der 62-Jährige in dieser Woche in einem Zeitungsbeitrag grimmig bei der 30 Jahre jüngeren Läckberg bedankte.
Krimis sind einer der erfolgreichsten schwedischen Exportartikel. Kein Wunder also, dass seitdem eine erhitzte Debatte tobt - die zeitweise ausgesprochen gehässig geführt wurde. Da warf Krimischriftsteller Krimischriftstellerin vor, nur Mist zu schreiben, worauf Krimischrifstellerin Krimischriftsteller antwortete, er schreibe noch mehr Mist und sei darüber hinaus noch eifersüchtig auf ihren Erfolg. Worauf sich Nichtkrimischriftsteller einmischten und KrimischriftstellerInnen vorwarfen, mit ihrer Massenware minderer Literaturqualität eine Existenzbedrohung für ihre eigene Belletristik zu werden. Mit den lebensgroßen Pappfiguren der jungen Autorinnen, wie sie sich in den Schaufenstern vieler Buchhandlungen finden, können die Bücher dieser älteren Herren zumindest visuell ja auch tatsächlich kaum konkurrieren.
Eine interessante Debatte auch deshalb, weil sich auf der einen Seite vorwiegend attraktive blond- und rothaarige junge Frauen, auf der anderen in die Jahre gekommene grau oder nur noch schütter behaarte Männer gegenüberstanden. Diese könnten es wohl nicht ertragen, von schönen und erfolgreichen Frauen aus dem Feld geschlagen zu werden, schippte die Krimiautorin Mari Jungsted zurück. Es gehe wohl nur noch ums Aussehen, antwortete der 56-jähriger Ernst Brunner, selbst wenn das Produkt nur wie "die Scheiße von Möwen ist".
Neid mit Sexismus als Beigabe scheint das Publikum aber durchaus zu faszinieren. Binnen weniger Tage war die Erstauflage eines Buches von Maja Lundgren vergriffen, in welchem diese zu einer Abrechnung mit der gesamten männerchauvinistischen Kulturmafia ausholt. Oder dem, was sie dafür hält. Doch auch hier geht es vor allem um Personen und nicht um Inhalte. Dabei würde der immer mehr heißlaufenden schwedischen Krimiproduktion eine Qualitätsdebatte vermutlich mittlerweile ganz gut tun.
Am Münchner Hauptbahnhof gibt es eine Schule, die keine Schule ist, die kein Geld vom Land bekommt – und die mit Jugendlichen lernt, die kein Recht auf Bildung haben.von FELIX MÜLLER

... nicht mehr Hartz IV, so will es Ministerin von der Leyen. Der neue Name soll "von unten" kommen. taz.de macht schon mal ein paar Vorschläge.

Wie jetzt, mit 17 schon alles erreicht? Milliarden gemacht, Romane geschrieben und die Charts geknackt? Auf wen wir wirklich neidisch sind.

Ein Jahr Obama: Nicht nur die Weltpolitik ist seine Bühne. Jetzt gibt es tatsächlich ein Obama-Musical.

Wär doch schade, wir hätten sie nicht notiert...


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