Der Autor und Nahostspezialist Jürgen Todenhöfer hat ein Interview mit Syriens Präsident Assad geführt. Für die ARD. Natürlich hagelte es danach Kritik.von Steffen Grimberg
@Regine Metes Ja, das sollte man doch objektiverweise dazu sagen: Assad hat eine Volksabstimmung vorrangebracht, die zu Wahlen führt, in denen auch Oppositionsparteien zugelassen sind.
Völliger Unsinn also, wie unsere Einheitspresse uns täglich einen 'Diktator' vorführen will.
09.07.2012 23:26 Uhr
von Regine Metes:
Deutschland hat ein Problem mit dem Thema "Diktator". Erschreckend war Herrn Westerwelles Reaktion während des Libyens-Krieges: ein euphorisches: Der Diktator, der Diktator. Was so verstanden werden konnte: gnadenlose Verurteilung: was folgte, wissen wir. Nun ist Präsident Assad interviewt worden... Hätte man Revolutionsführer Gaddafi dieses Recht erwiesen, wäre er vielleicht noch am Leben. Man muß diskutieren: wir möchten gerne wissen, wie das in Syrien aussieht. Wir möchten wissen, warum es diese Aufstände gibt. Ich persönlich wüßte gerne, warum sich eine sozialistische Regierung nicht mit Islamisten einigen kann. Die Islamisten sind radikal, weil sie weltweit verfolgt werden, die Islmisten sind es aber, die dafür kämpfen, daß die arabischen Länder nicht vom Westen kolonialisiert werden. Hinsichtlich einer Vereinnahmung und Bevormundung seitens des Westens müßten sich syrische Regierung und Islamisten einig sein. Wie kann man die Lage deeskalieren und zusammenarbeiten? Die Islamisten haben doch gesehen, wie der Westen zu ihnen hält, nach der Revolution. Wie sieht es in Ägypten aus: moderat, vom Volk gewählte Islamisten läßt man nicht regieren - wer mischt sich da ein? Ich plädiere in Syrien für eine Verständigung der Regierung mit den Islamisten. Und noch ein Wort zu Deutschland und seiner Hitler-Vergangenheit: Hitler war ein Diktator, der diese Bezeichnung tatsächlich verdient, er hat allein in Europa 55 Mio Tote hinterlassen. An so etwas sollte man sich auch bei Besuchen in Frankreich erinnern.
09.07.2012 17:08 Uhr
von Hartmut Ehrlich:
Ich finde es gut, dass auch assad mal Propaganda für sich machen kann, nicht immer nur die Bundesregierung oder die amerikanische Außenministerin.
09.07.2012 16:57 Uhr
von irina:
todenhöfer interviewed assad - was soll denn da bitte raus kommen? da kann auch filbinger hitler interviewn, oder wagenknecht castro ... sowas beklopptes.
Leserkommentare
10.07.2012 17:42 Uhr
von theVoice:
@Regine Metes
Ja, das sollte man doch objektiverweise dazu sagen:
Assad hat eine Volksabstimmung vorrangebracht, die zu Wahlen führt, in denen auch Oppositionsparteien zugelassen sind.
Völliger Unsinn also, wie unsere Einheitspresse uns täglich einen 'Diktator' vorführen will.
09.07.2012 23:26 Uhr
von Regine Metes:
Deutschland hat ein Problem mit dem Thema "Diktator".
Erschreckend war Herrn Westerwelles Reaktion während des Libyens-Krieges: ein euphorisches: Der Diktator, der Diktator. Was so verstanden werden konnte: gnadenlose Verurteilung: was folgte, wissen wir.
Nun ist Präsident Assad interviewt worden...
Hätte man Revolutionsführer Gaddafi dieses Recht erwiesen, wäre er vielleicht noch am Leben.
Man muß diskutieren: wir möchten gerne wissen, wie das in Syrien aussieht. Wir möchten wissen, warum es diese Aufstände gibt. Ich persönlich wüßte gerne, warum sich eine sozialistische Regierung nicht mit Islamisten einigen kann. Die Islamisten sind radikal, weil sie weltweit verfolgt werden, die Islmisten sind es aber, die dafür kämpfen, daß die arabischen Länder nicht vom Westen kolonialisiert werden.
Hinsichtlich einer Vereinnahmung und Bevormundung seitens des Westens müßten sich syrische Regierung und Islamisten einig sein.
Wie kann man die Lage deeskalieren und zusammenarbeiten?
Die Islamisten haben doch gesehen, wie der Westen zu ihnen hält, nach der Revolution.
Wie sieht es in Ägypten aus: moderat, vom Volk gewählte Islamisten läßt man nicht regieren - wer mischt sich da ein?
Ich plädiere in Syrien für eine Verständigung der Regierung mit den Islamisten.
Und noch ein Wort zu Deutschland und seiner Hitler-Vergangenheit: Hitler war ein Diktator, der diese Bezeichnung tatsächlich verdient, er hat allein in Europa 55 Mio Tote hinterlassen.
An so etwas sollte man sich auch bei Besuchen in Frankreich erinnern.
09.07.2012 17:08 Uhr
von Hartmut Ehrlich:
Ich finde es gut, dass auch assad mal Propaganda für sich machen kann, nicht immer nur die Bundesregierung oder die amerikanische Außenministerin.
09.07.2012 16:57 Uhr
von irina:
todenhöfer interviewed assad - was soll denn da bitte raus kommen? da kann auch filbinger hitler interviewn, oder wagenknecht castro ... sowas beklopptes.