Kommentar von Gernot Knödler
Ein geschickter Schachzug: Der mit Vorbehalten versehene Antrag des Energiekonzerns Vattenfall, das Atomkraftwerk Brunsbüttel stillzulegen, schwächt den politischen Druck, der seit dem Atomausstiegsbeschluss auf dem Unternehmen lastet. Auf der anderen Seite macht der Konzern nun selbst Druck auf die politisch Verantwortlichen.
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Der Atomausstieg ist beschlossene Sache, besiegelt von einer schwarz-gelben Bundesregierung und getragen von einem breiten gesellschaftlichen Willen. Dem kann sich ein Konzern wie Vattenfall, der auf das Wohlwollen seiner Kundschaft angewiesen ist, nicht entziehen. Das AKW Brunsbüttel hätte nach dem ursprünglichen Atomkonsens 2013 abgeschaltet werden sollen, es macht technisch Schwierigkeiten – es gar nicht erst wieder ans Netz zu bringen, ist schmerzlich, aber verschmerzbar.
Anders sieht das mit dem AKW Krümmel aus, mit dem noch wesentlich mehr Geld verdient werden könnte. Auch stehen hier die Chancen, sich vor Gericht durchzusetzen, besser als im Falle Brunsbüttels. Die Chance, bei Krümmel zum Erfolg zu kommen, hat Vattenfall vorerst gewahrt.
Stille Genugtuung dürfte die Konzern-Manager darüber erfüllen, dass sie mit dem Verweis auf ein notwendiges Endlager die Politik piesacken, die sie oft selbst gepiesackt hat. „Setzt das mal“, so lautet die Botschaft, „schön durch.“
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