Habe seit einigen Jahren nicht mehr in der TAZ geblättert, war zu sehr mit dem Leben beschäftigt.
Jetzt finde ich durch Zufall diese Rechtfertigung und schmeiß mich weg.
Frau Butler betreibt rethorische Selbstbefriedigung und die Leser wichsen mit.
11.09.2012 20:12 Uhr
von Die nicht:
Wer sich rechtfertigt, klagt sich an.
11.09.2012 19:12 Uhr
von Daniel Preissler:
Die bedenklichen Beiträge von Kiddylein, Heiko, Serafina, Ernst, Paul und Mehrdad belegen sozusagen hässlich-schön die traurig-wahren Worten von Lothar:
"wer diesen Text versteht, hat es auch vor dem Lesen schon gewusst...."
11.09.2012 17:20 Uhr
von Deconstructionworker:
Interessant, dass hier Kommentare unterschlagen und nicht gepostet werden. Passt direkt zum Thema.
11.09.2012 17:00 Uhr
von kiddylein:
"Wir maskieren die Realität." ???
Nein, Frau Butler, Sie scheitern an der Realität und das sowohl im israelisch-palästinensischen Konflikt, als auch in Ihren Annahmen zur "Queer"- Ideologie. Weder ist Palästina das Opfer Israels, Hamas und Hizbolla gewaltfreie Antiimperialisten, noch werden wir als Chimären geboren, die via "Zuspruch" zu Frauen und Männern heranwachsen. Auch Schwule und Lesben sind nicht aufgrund gesellschaftlicher Konstruktionen zu Schwulen oder Lesben mutiert, sondern, weil sie selbst sich so empfinden. Ein Lebenswerk in die Tonne treten zu müssen, macht keinen Spaß.Aber vielleicht haben Sie ja noch die Zeit, Ihren Irrtümern etwas entgegenzusetzen, das Sie als Philosophin wirklich machen würde.Wirklich sind Sie bislang nur als politisch-motivierte Ideologin.
11.09.2012 16:25 Uhr
von Heiko:
Irgendeine Einsicht ist bei Butler nicht zu erkennen. Weder sind Hamas und Hisbollah antiimperialistisch, noch verfolgen sie in irgendeinem denkbaren Aspekt fortschrittliche Ziele, die was mit dem zu tun haben, was man noch äusserst großzügig als "links" bezeichnen könnte.
Leider ist zu vermuten, dass Butler selbst keinerlei Vorstellung hat, was linke Politik sein könnte. Im wesentlichen geht es ihr immer darum, Differenzen zu akzeptieren und andersartige Menschen nicht zu diskriminieren. Soweit schön und gut - nur scheint da die Überwindung von die Menschen trennenden Unterschieden schon fast als Verrat am eigenen Grundansatz. Diese ganze identitäre Politik hat keinerlei Vorstellung von gesellschaftlicher Befreiung zu bieten. Ganz im Gegenteil, gesellschaftliche Änderungen können sogar die Identität der zuvor unterdrückten oder zumindest ausgesonderten Gruppe bedrohen.
11.09.2012 16:16 Uhr
von J.K. aus Ey:
Zunächst: Gut dass das hier veröffentlicht wurde. Vielleicht muss den taz-Lesenden öfter einmal etwas zugetraut werden, das über "Wir/Ihr"-Schemata hinausgeht. Auffallend dennoch: Alleine die Idee, dass in Palästina genau wie in Israel selbst durchaus Menschen leben und politisch agieren, die eben nicht einfach in eine semi-völkische (und kulturalistische und teils imperialistische) Konfliktlogik gepresst werden können und bestimmt nicht sollten, das scheint den meisten Kommentatoren zu kompliziert. Ausgerechnet Butler die eigene Aggression zuzuschreiben, die permanent irgendwelche "zwei Seiten" gegeneinander aufhetzt, das ist wirklich abstrus und bedenklich. Auf einer anderen Ebene ist es sehr gut, dass gerade in Deutschland diese Strukturen so offengelegt werden. Und auf dieser Ebene ist das ganze Thema potentiell ein Gewinn für alle Beteiligten. Der Preis wird nicht schlechter dadurch, sondern höchstens in den Augen jener, die nur auf den geworfenen Schmutz schauen und sich permanenter Kriegslogik unterwerfen.
11.09.2012 13:56 Uhr
von Udo Bond:
Was ist denn Imperialismus? War das Kaliphat etwa kein Imperium, welches andere Völker erobert hat und ins "Reich" "integriert" hat? Ist es nicht ein neues Kaliphat was von vielen - auch den hier genannten - islamischen Organisationen angestrebt wird? Ist Israel ein Imperium?
Diese Fragen sollte sich die Dame mal stellen, bevor sie der Hamas und der Hizbollah hier das Etikett antiimperialistisch verpasst. Wenn man für sein eigenes - wenn auch noch nicht wiederhergestelltes - Imperium kämpft, dann ist man, denke ich doch, auf keinen Fall antiimperialistisch.
Oder könnennur Christen imperialistisch sein, quasi per Definition? Fragen über Fragen.
11.09.2012 13:45 Uhr
von Ute:
Es geht doch sowieso nicht um Frau Butler, was sie denkt oder sagt. Es wurde nur mal wieder die Gelegenheit gesehen, die Hisbollah und vor allem die Hamas als Dämonen hinzustellen, als die Teufel die als solche eben nicht menschlich betrachtet und behandelt werden dürfen.
Und deshalb kommen die Vorhaltungen gegen Frau Butler auch aus der Ecke, die stets und ständig als Sprachrohr und Fürsprecher israelischer Gewalt- und Expansionspolitik auftreten.
Denen hat Frau Butler erneut kluges Argumentieren entgegengesetzt, egal wie ihr sonstiges Schaffen zu bewerten ist, das offfenbar nicht erläutert werden soll.
Das ist ihren Gegnern bei dieser Sache wohl auch so oder so egal bis unbekannt.
11.09.2012 13:30 Uhr
von JensPeter:
Sie hat eine differenzierte Meinung geäussert und wurde mit dem Holzhammer diffamiert. Das ist offensichtlich und genügt, um weitere Diskussionen zu diesem Ramsch zu lassen und zur Tagesordnung zurück zu kehren.
Peinlich ist das.
11.09.2012 13:09 Uhr
von serafina:
Wenn diese bornierte Millionärin, so heiß auf religiös fundierten Volkswiderstand ist, warum kommt sie in Frankfurt nicht in ner Burka an und verkündet die Gründung eines post-lesbischen Genderinstitutes in Teheran, Medina und Kabul? Das wäre mal konkret gelebter Widerstand. Ansonsten kommt doch von dieser verspäteten Ulrike Meinhoff nur die abgelatschten Plattitüden gegen den Westen und Israel, und jede Menge jüdischer Selbsthass.
Und ich verstehe es, dass vielen ihr Irrtum zu diesem post-gender-ja-islamisten-sind-auch-nur-menschen-theorem peinlich ist. Aber was gibt es an dem Zeichen bei einem Berliner CSD zur Unterstützung der Hamas und der Hizbollah aufzurufen, wenn täglich LesBiTrans von Fans dieser "Volksbewegung" angegriffen werden misszuverstehen?
11.09.2012 12:34 Uhr
von Harald:
"Darauf antwortete ich, dass Antiimperialismus ein Charakteristikum beider Gruppen sei." Dazu aus dem Programm der regierenden Hamas:
Artikel 13: Ansätze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage stehen sämtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung. Denn auf irgendeinen Teil Palästinas zu verzichten bedeutet, auf einen Teil der Religion zu verzichten;
der Nationalismus der Islamischen Widerstandsbewegung ist Bestandteil ihres Glaubens. Für die Palästina-Frage gibt es keine andere Lösung als den Djihad. Die Initiativen, Vorschläge und Internationalen Konferenzen sind reine Zeitverschwendung und eine Praxis der Sinnlosigkeit. Das palästinensische Volk aber ist zu edel, um seine Zukunft, seine Rechte und sein Schicksal einem sinnlosen Spiel zu unterwerfen.
Artikel 6: Die Islamische Widerstandsbewegung ist eine eigenständige palästinensische Bewegung, die dafür kämpft, dass das Banner Allahs über jeden Zentimeter von Palästina aufgepflanzt wird.
Artikel 7: Weil Muslime, die die Sache der Hamas verfolgen und für ihren Sieg kämpfen, überall auf der Erde verbreitet sind, ist die Islamistische Widerstandsbewegung eine universelle Bewegung. Hamas ist eines der Glieder in der Kette des Djihad, die sich der zionistischen Invasion entgegenstellt. ...
Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; (usw.usw.)
11.09.2012 12:21 Uhr
von Munther Rawashdeh:
Der Versuch Frau Butler sich hier wissenschaftlich zu rechtfertigen, für ihre damalige Aussage gegen die internatinal geächtete Gewalt Israels gegen das Palästinesiche Volk ist unverständlich! Sie hat nichts anderes gesagt als das Weiss ist Weiss und Schwarz ist Schwarz! Vielmehr hätte sie ihre Entrüstung und Unverständnis ausdrücken sollen über das Vokabular des Zentralrat der Juden der sie deswegen der " moralischen Verderbtheit" bezichtigt!! Da muss man sich fragen ob der Rat noch alle Tassen im Schrank hat, ob solcher moralischen Keulen !Solche Blindheit disqalifiziert und macht den Rat unglaubwürdig und weist ihn als Anhängsel einer ,auch in Israel, viel kritisierten Besatzungspolitik der israelischen Rechtskoalition.
11.09.2012 11:54 Uhr
von Paul Kirche:
"Masken" scheinen hier tatsächlich eine große Rolle zu spielen...Was macht es Butler eigentlich so schwer, sich von der BDS Bewegung loszusagen und das Existenzrecht Israels anzuerkennen? Finkelstein schafft's doch auch, 28:10 ff: "You and I know exactly what we’re talking about, because if we end the occupation and bring back six million Palestinians and we have equal rights for Arabs and Jews – there’s no Israel. That’s what it’s really about. And you think you’re fooling anybody? You think you’re so clever that people can’t figure that out for themselves? No, they understand the arithmetic perfectly well. Are you gonna reach a broad public, which is gonna hear the Israeli side: “They wanna destroy us”? No, you’re not. And frankly, you know what? You shouldn’t. You shouldn’t reach a broad public. Because you’re dishonest. And I wouldn’t trust those people if I had to live in this state. I wouldn’t. It’s dishonesty. And I wouldn’t want that kind of leadership. You got to be at least be honest what you want! You wanna abolish Israel and this is our strategy for doing it – ok, be straightforward about it… "http://www.youtube.com/watch?v=ASIBGSSw4lI
11.09.2012 11:48 Uhr
von alter Rammler:
Wat is diese Frau doch geldgeil!
11.09.2012 11:43 Uhr
von bluepianowolf:
mehrdad, Merken Sie die Sackgasse, in die ihre Argumentation führt?
Es steht ihre Aussage gegen Ihre Aussage (mit dem leisen Unterschied, dass Butler argumentiert und Sie diffamieren). Wenn Sie, der Zentralrat der Juden und andere wirklich an der Sache interessiert wären, hätten Sie auf ihre Argumentation eingehen müssen. Da Sie das offensichtlich nicht sind, kann ein jeder nach den Motiven fragen, die Sie veranlassen Frau Butler die Worte im Mund umdrehen zu wollen. Ich formuliere die Hypothese (über die man argumentativ streiten soll, die man also mit besseren Argumenten widerlegen kann!) ob die Position Israels nicht ein Beispiel für die an vielen Ecken der Welt geführten Identitätspolitik ist. Man appelliert an Identitäten kultureller oder religiöser Art. Immer wenn es um Identitäten geht, sind die Menschen zu Opfern bereit. (Sie erinnern sich: Hurra, es ist Krieg!). Hinter vorgeschobenen Identitäten verstecken sich machtpolitische Interessen (z.B. bei der Hamas: Die Scharfmacher auf beiden Seiten profitieren.)
Auch mag man erwägen, ob die USA die Solidarität mit Israel aus machtstrategischen Beweggründen erhält. Bei Gründung des Staates Israel war die USA sehr sehr kritisch gegenüber einem Staat Israel. Sie fürchteten, dass die Ölversorgung die Bei Jaffa durch die Pipeline lief gestoppt werden würde, weil -- und jetzt kommt es -- das eingespielte miteinander von Israelis und Palästinenser in der Stadt & Industrie Jaffas abgeschafft wurde. Für die USA war Israel zunächst ein Risiko. Innerhalb eines Jahres vollzog sich ein 180Grad Kurswechsel, da man nun Israel nicht mehr als Gefahr für die Ölversorgung, sondern als Garant ansah.
Und Mehrdad, dass sich Frau Butler auf den Nahen Osten konzentriert ist völlig okay. Mit Ihrer Argumentation könnte man Mutter Theresa verurteilen, weil sie sich um die Armen Afrikas kümmert und nicht um die Probleme der Minenarbeiter in China. Die waren ihr nämlich scheißegal, nicht war? Das erinnert an den vortrefflichen jüdischen (!) Witz von der Mutter, die ihrem Sohn 2 T-Shirts schenkt. Nachdem dieser voller Freude eins anzieht, zieht die Mutter ein gesicht und bemerkt traurig: "Aha. Das andere mochtest du wohl nicht!"
11.09.2012 11:17 Uhr
von Wolfgang:
Ideologischer Nonsens:
"gewaltfreie Politik" = Demnach müsste man die imperialistische Internationale der Finanz- und Monopolbourgeoisie, die Rohstoff- und Rüstungskonzerne und deren Privateigentümer und Großaktionäre, deren Ausbeutungs- und Raub-Millionäre und Milliardäre, deren Administration in Wirtschaft und Politik von einer 'gewaltfreien Zukunft' und Politik, - ohne Ausbeutung des Menschen durch den Menschen -, und von ihrer Selbst-Überwindung und Selbst-Aufhebung (ideologisch-theoretisch) überzeugen.
Merke: Das Kapital regiert die Welt und auch Frau Butler ist nur deren ideologisch-(un-)harmonischer Diener
Trotz alledem!
11.09.2012 11:08 Uhr
von Ernst Lehmann:
"Niemals könnte ich ein Bündnis mit einer egal welcher Person oder Gruppe eingehen, die antisemitisch, gewalttätig, rassistisch, homophob oder sexistisch ist." Die erwähnten Gruppen wie Hisbollah oder Hamas sind interessanterweise sowohl antisemitisch als auch gewalttätig als auch rassistisch als auch homophob als auch sexistisch, aber natürlich global links, was auch sonst...
11.09.2012 11:06 Uhr
von Unbeeindruckt:
Künstlich aufgeblasener Scheinskandal.
Fundiertes zu Judith Butler, die wohl ihr Lebenswerk überleben wird:
Die Bemerkung "marxistische Antisemitin" ist dumm und beleidigend (jedenfalls für den Verstand des durch- schnittlichen taz-Lesers) und hätte deshalb nicht einge stellt werden sollen. Gegenüber Siedlern helfen aber leider keine friedlichen Demonstrationen (selbst die werden ja z. T von der israelischen Armee unterdrückt), was aber keine Empfeh- lung zu militärischer Gewalt sein soll. Helfen würden sehr wohl Boykottmaßnahmen, die ja Frau Butler zu Recht ebenfalls unterstützt.
11.09.2012 10:09 Uhr
von Miroxa:
Judith Butler schiebt gerade eine Debatte an, die längst überfällig ist. Diese Auseiandersetzung müssen wir gerade in Deutschland führen, so schwierig sie ist. Die reflexhafte Verteufelung von Hamas und Co bringt uns nicht aus der Sackgasse dieses Konfliktes, der nicht nur den nahen Osten lähmt, sondern sich auch hier fortsetzt.
11.09.2012 10:01 Uhr
von D.J.:
Gut. Vlt. muss man zunächst über den Begriff "Antiimperialismus" reden. Hamas und Hisbollah sehen sich als Befreiungsbewegung - gegen die Besatzung Palästinas (damit ist das gesamte ehemalige Mandatsgebiet gemeint, nicht nur die nach 1967 besetzten Gebiete!). Zumindest die Hamas (bei der schiitischen Hisbollah ist die Sache komplizierter) sieht darüber hinaus als Fernziel die Errichtung einer imperial agierenden islamischen Umma an. Wenn man die Typen als antiimperialistisch ansieht, könnte man genausogut die sudetendeutsche Bewegung Henleins in den 30ern als antiimperialistisch bezeichnen (für Leute, die das missverstehen wollen: auch dies fände ich absurd). Ich bleine dabei: Wie viele Philosphen/Philosophinnen zu allen Zeiten - wenn die sich politisch äußern, kommt meist Käse bei raus (Trost: War schon bei Plato so).
11.09.2012 09:50 Uhr
von Armandusest:
Bei Teddy Adornos bekannt gebrochenem Verhältnis zum Feminismus dürfte Frau Butler EIGENTLICH den Adorno-Preis nicht bekommen - oder vielleicht gerade deswegen?
Adorno war ein großer Denker mit vielen Schwächen und ganz und gar nicht linientreu.Frau Butler ist eine große Denkerin dito.
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH JUDITH BUTLER.
11.09.2012 09:48 Uhr
von mehrdad:
die frau ist und bleibt eine marxistische antisemitin, die ihre jüdische wurzel als waffe benützt, um ihrem israelhass einen "koscher- stempel" zu verpassen.
man muss nur ihre arbeit betrachten. sie hat sich ausschliesslich auf israel und die USA eingeschossen.
die indische besatzung des kashmir, china in tibet, türkei in nordzypern, die brutale scharia- metzgerei in weite teile der islamischen welt, das grosse abschlachten in sudan...das alles ist ihr egal.
nein, ihre zeit nützt sie ausschliesslich, um mit unerbittlichkeit gegen israel und die USA zu hetzen.
selbst toleranz gegenüber schwule und andere minderheiten wird z.b. israel als trick unterstellt.
die nazis damals störten sich nicht daran, wie die juden sich verhielten. reiche juden waren ausbeuter, arme juden schmarotzer. sie störten sich an der jüdische existenz an sich.
genauso verfahren butler&co. gegenüber israel. sie stören sich nicht an israels handlungen, sondern an israels existenz.
bitte veröffentlichen, um eine vielfalt an meinungen zuzulassen.
11.09.2012 09:45 Uhr
von Hans-Hermann Hirschelmann:
Judith Butler soll den Preis bekommen. In meinen Augen verdeutlicht ihre Sicht unter Einschluss ihrer jetztigen Klarstellung allerdings auch generelle Schwächen des linken Bindestrich-Anti-Ismus für den ihr Name im Anschluss an Foucault wie kein anderer steht.
Aus lauter Angst auszugrenzen keine normative Bestimmung der - temporären - Zugehörigkeit zur "Linken" wagen? Warum? Soziale, d.h. politische, philosophische usw. Verantwortung hört nicht bei der jeweiligen Peergroup auf. Links wäre in dem Falle, dazu beizutragen, dass Hamas und Hisbolla sich nach links entwickeln, was u.a. die Akzeptanz des israelischen Staates voraussetzt. Anti-Kumpelei wäre da ganz fehl am Platze.
Aber alles "Antiherrschaftliche" hat seine sozial reaktionären und (seine öko-)humanistisch emanzipatorisch Dispositive. Es käme vielleicht darauf an, auf die Bedigungen Einfluss zu nehmen, unter denen sich das sozial Angelegte in die eine oder andere Richtung entwickelt. Aber da wären wir dann ja wieder beim verfemten Marx.
Gruß hhh
11.09.2012 09:45 Uhr
von Lothar Walczak:
wer diesen Text versteht, hat es auch vor dem Lesen schon gewusst....
ansonsten ist es .....Perlen vor die Säue....
solange man nicht sicher ist, Leute vor sich zu haben, die ihr Denken angehoben haben vom -- WIR gegen SIE -- zu "ICH als ein Mitglied der menschlichen Gemeinschaft" kann man wohl kaum hoffen, nicht falsch verstanden zu werden
Judith Butlers Versuch ist dennoch ehrenwert
11.09.2012 09:34 Uhr
von Gerald:
was soll denn dieses Rumeiern? Sie haette die Hamas und deren Terroranschlaege auch in wenigen Worten verurteilen koennen und haette damit klare Positionen geschaffen. Aber so habe ich den Eindruck dass Frau Butler die Realitaet (ihre Sympathie fuer Terrororganisationen) maskiert.
11.09.2012 09:30 Uhr
von T.V.:
Ungenaues Zuhören - gewollt oder ungewollt - schafft wohl immernoch die meisten Probleme.
11.09.2012 09:06 Uhr
von Uta Röpcke:
Gibts den Text bei euch auch im englischen Original? Hätte den gern (entweder per Mail oder als link). Generell wär das ne schöne Idee, bei fremdsprachlichen Originalen, die zumindest auch als Link anzubieten. Würde den gerne mit englischsprachigen Studenten in einem Seminar bearbeiten. Danke!
11.09.2012 08:52 Uhr
von Stefan Broniowski:
Danke. Und jetzt von dieser absurden Debatte wieder zurück zu Wichtigerem. (Herzlichen Glückwunsch zur Verleihung des Adorno-Preises!)
11.09.2012 08:32 Uhr
von Dr.Klaus Heine:
"Aufgeregter Hühnerstall", "Griff in ein Wespennest", so ähnlich erscheint mir die wie eine "beleidigte Leberwurst" reagierende jüdische Gemeinde. Ziemlich zufällig habe ich 2006 durch einen mir vorher unbekannten Halbbruder erfahren, daß unsere gemeinsame leibliche Mutter Halbjüdin aus Südfrankreich war. ...und?...ist das jetzt schlimm, oder gut? Nein!..höchstens interessant und ändert Nichts an meinem bisherigen Usus, aggressive monotheistische Tendenzen des Judentums, Christentums und des Islam seit Jahren zu kritisieren. Diskussion ist immer erwünscht, auch wenn sie oft unbequem ist und gern auf alte Wunden hingewiesen wird. Ein Staat, der entstehen konnte, indem andere dort lebende Menschen in Lager abgeschoben wurden, sollte sehr vorsichtig umgehen mit automatischen Ansprüchen auf Grund und Boden und dem Anspruch auf "das Auserwählte Volk" zu sein, wenn man mit Nachbarn friedlich nebeneinander leben möchte(?)
11.09.2012 08:31 Uhr
von Das unfehlbare Gastorakel:
Ok, ich hab keinen Plan, worum es in Judith Butler Publikationen geht, irgendwas mit Postgender, glaub ich. Muss trotzdem mal loswerden, dass ich das Gefühl habe, gewisse Leute wollen sie mit voller Absicht missverstehen, was ihre Äußerungen zu Israel und Umgebung angeht. So ein absichtliches Missverstehen finde ich äußerst schändlich, und die Geduld und Sachlichkeit, mit der sie selbst auf die beklopptesten Vorwürfe eingeht, ist bewundernswert.
11.09.2012 08:20 Uhr
von rrebbyy:
Die Welt wird immer auf wenige Worte, bzw. vier Buchstaben reduziert.
Leserkommentare
12.09.2012 01:19 Uhr
von Raimund Klang:
Habe seit einigen Jahren nicht mehr in der TAZ geblättert, war zu sehr mit dem Leben beschäftigt.
Jetzt finde ich durch Zufall diese Rechtfertigung und schmeiß mich weg.
Frau Butler betreibt rethorische Selbstbefriedigung und die Leser wichsen mit.
11.09.2012 20:12 Uhr
von Die nicht:
Wer sich rechtfertigt, klagt sich an.
11.09.2012 19:12 Uhr
von Daniel Preissler:
Die bedenklichen Beiträge von Kiddylein, Heiko, Serafina, Ernst, Paul und Mehrdad belegen sozusagen hässlich-schön die traurig-wahren Worten von Lothar:
"wer diesen Text versteht, hat es auch vor dem Lesen schon gewusst...."
11.09.2012 17:20 Uhr
von Deconstructionworker:
Interessant, dass hier Kommentare unterschlagen und nicht gepostet werden. Passt direkt zum Thema.
11.09.2012 17:00 Uhr
von kiddylein:
"Wir maskieren die Realität." ???
Nein, Frau Butler, Sie scheitern an der Realität und das sowohl im israelisch-palästinensischen Konflikt, als auch in Ihren Annahmen zur "Queer"- Ideologie.
Weder ist Palästina das Opfer Israels, Hamas und Hizbolla gewaltfreie Antiimperialisten, noch werden wir als Chimären geboren, die via "Zuspruch" zu Frauen und Männern heranwachsen.
Auch Schwule und Lesben sind nicht aufgrund gesellschaftlicher Konstruktionen zu Schwulen oder Lesben mutiert, sondern, weil sie selbst sich so empfinden.
Ein Lebenswerk in die Tonne treten zu müssen, macht keinen Spaß.Aber vielleicht haben Sie ja noch die Zeit, Ihren Irrtümern etwas entgegenzusetzen, das Sie als Philosophin wirklich machen würde.Wirklich sind Sie bislang nur als politisch-motivierte Ideologin.
11.09.2012 16:25 Uhr
von Heiko:
Irgendeine Einsicht ist bei Butler nicht zu erkennen. Weder sind Hamas und Hisbollah antiimperialistisch, noch verfolgen sie in irgendeinem denkbaren Aspekt fortschrittliche Ziele, die was mit dem zu tun haben, was man noch äusserst großzügig als "links" bezeichnen könnte.
Leider ist zu vermuten, dass Butler selbst keinerlei Vorstellung hat, was linke Politik sein könnte. Im wesentlichen geht es ihr immer darum, Differenzen zu akzeptieren und andersartige Menschen nicht zu diskriminieren. Soweit schön und gut - nur scheint da die Überwindung von die Menschen trennenden Unterschieden schon fast als Verrat am eigenen Grundansatz. Diese ganze identitäre Politik hat keinerlei Vorstellung von gesellschaftlicher Befreiung zu bieten. Ganz im Gegenteil, gesellschaftliche Änderungen können sogar die Identität der zuvor unterdrückten oder zumindest ausgesonderten Gruppe bedrohen.
11.09.2012 16:16 Uhr
von J.K. aus Ey:
Zunächst: Gut dass das hier veröffentlicht wurde. Vielleicht muss den taz-Lesenden öfter einmal etwas zugetraut werden, das über "Wir/Ihr"-Schemata hinausgeht. Auffallend dennoch: Alleine die Idee, dass in Palästina genau wie in Israel selbst durchaus Menschen leben und politisch agieren, die eben nicht einfach in eine semi-völkische (und kulturalistische und teils imperialistische) Konfliktlogik gepresst werden können und bestimmt nicht sollten, das scheint den meisten Kommentatoren zu kompliziert. Ausgerechnet Butler die eigene Aggression zuzuschreiben, die permanent irgendwelche "zwei Seiten" gegeneinander aufhetzt, das ist wirklich abstrus und bedenklich. Auf einer anderen Ebene ist es sehr gut, dass gerade in Deutschland diese Strukturen so offengelegt werden. Und auf dieser Ebene ist das ganze Thema potentiell ein Gewinn für alle Beteiligten. Der Preis wird nicht schlechter dadurch, sondern höchstens in den Augen jener, die nur auf den geworfenen Schmutz schauen und sich permanenter Kriegslogik unterwerfen.
11.09.2012 13:56 Uhr
von Udo Bond:
Was ist denn Imperialismus? War das Kaliphat etwa kein Imperium, welches andere Völker erobert hat und ins "Reich" "integriert" hat? Ist es nicht ein neues Kaliphat was von vielen - auch den hier genannten - islamischen Organisationen angestrebt wird? Ist Israel ein Imperium?
Diese Fragen sollte sich die Dame mal stellen, bevor sie der Hamas und der Hizbollah hier das Etikett antiimperialistisch verpasst. Wenn man für sein eigenes - wenn auch noch nicht wiederhergestelltes - Imperium kämpft, dann ist man, denke ich doch, auf keinen Fall antiimperialistisch.
Oder könnennur Christen imperialistisch sein, quasi per Definition? Fragen über Fragen.
11.09.2012 13:45 Uhr
von Ute:
Es geht doch sowieso nicht um Frau Butler, was sie denkt oder sagt. Es wurde nur mal wieder die Gelegenheit gesehen, die Hisbollah und vor allem die Hamas als Dämonen hinzustellen, als die Teufel die als solche eben nicht menschlich betrachtet und behandelt werden dürfen.
Und deshalb kommen die Vorhaltungen gegen Frau Butler auch aus der Ecke, die stets und ständig als Sprachrohr und Fürsprecher israelischer Gewalt- und Expansionspolitik auftreten.
Denen hat Frau Butler erneut kluges Argumentieren entgegengesetzt, egal wie ihr sonstiges Schaffen zu bewerten ist, das offfenbar nicht erläutert werden soll.
Das ist ihren Gegnern bei dieser Sache wohl auch so oder so egal bis unbekannt.
11.09.2012 13:30 Uhr
von JensPeter:
Sie hat eine differenzierte Meinung geäussert und wurde mit dem Holzhammer diffamiert. Das ist offensichtlich und genügt, um weitere Diskussionen zu diesem Ramsch zu lassen und zur Tagesordnung zurück zu kehren.
Peinlich ist das.
11.09.2012 13:09 Uhr
von serafina:
Wenn diese bornierte Millionärin, so heiß auf religiös fundierten Volkswiderstand ist, warum kommt sie in Frankfurt nicht in ner Burka an und verkündet die Gründung eines post-lesbischen Genderinstitutes in Teheran, Medina und Kabul? Das wäre mal konkret gelebter Widerstand.
Ansonsten kommt doch von dieser verspäteten Ulrike Meinhoff nur die abgelatschten Plattitüden gegen den Westen und Israel, und jede Menge jüdischer Selbsthass.
Und ich verstehe es, dass vielen ihr Irrtum zu diesem post-gender-ja-islamisten-sind-auch-nur-menschen-theorem peinlich ist. Aber was gibt es an dem Zeichen bei einem Berliner CSD zur Unterstützung der Hamas und der Hizbollah aufzurufen, wenn täglich LesBiTrans von Fans dieser "Volksbewegung" angegriffen werden misszuverstehen?
11.09.2012 12:34 Uhr
von Harald:
"Darauf antwortete ich, dass Antiimperialismus ein Charakteristikum beider Gruppen sei." Dazu aus dem Programm der regierenden Hamas:
Artikel 13: Ansätze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage stehen sämtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung. Denn auf irgendeinen Teil Palästinas zu verzichten bedeutet, auf einen Teil der Religion zu verzichten;
der Nationalismus der Islamischen Widerstandsbewegung ist Bestandteil ihres Glaubens. Für die Palästina-Frage gibt es keine andere Lösung als den Djihad. Die Initiativen, Vorschläge und Internationalen Konferenzen sind reine Zeitverschwendung und eine Praxis der Sinnlosigkeit. Das palästinensische Volk aber ist zu edel, um seine Zukunft, seine Rechte und sein Schicksal einem sinnlosen Spiel zu unterwerfen.
Artikel 6: Die Islamische Widerstandsbewegung ist eine eigenständige palästinensische Bewegung, die dafür kämpft, dass das Banner Allahs über jeden Zentimeter von Palästina aufgepflanzt wird.
Artikel 7: Weil Muslime, die die Sache der Hamas verfolgen und für ihren Sieg kämpfen, überall auf der Erde verbreitet sind, ist die Islamistische Widerstandsbewegung eine universelle Bewegung. Hamas ist eines der Glieder in der Kette des Djihad, die sich der zionistischen Invasion entgegenstellt. ...
Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; (usw.usw.)
11.09.2012 12:21 Uhr
von Munther Rawashdeh:
Der Versuch Frau Butler sich hier wissenschaftlich zu rechtfertigen, für ihre damalige Aussage gegen die internatinal geächtete Gewalt Israels gegen das Palästinesiche Volk ist unverständlich! Sie hat nichts anderes gesagt als das Weiss ist Weiss und Schwarz ist Schwarz! Vielmehr hätte sie ihre Entrüstung und Unverständnis ausdrücken sollen über das Vokabular des Zentralrat der Juden der sie deswegen der " moralischen Verderbtheit" bezichtigt!!
Da muss man sich fragen ob der Rat noch alle Tassen im Schrank hat, ob solcher moralischen Keulen !Solche Blindheit disqalifiziert und macht den Rat unglaubwürdig und weist ihn als Anhängsel einer ,auch in Israel, viel kritisierten Besatzungspolitik der israelischen Rechtskoalition.
11.09.2012 11:54 Uhr
von Paul Kirche:
"Masken" scheinen hier tatsächlich eine große Rolle zu spielen...Was macht es Butler eigentlich so schwer, sich von der BDS Bewegung loszusagen und das Existenzrecht Israels anzuerkennen? Finkelstein schafft's doch auch, 28:10 ff: "You and I know exactly what we’re talking about, because if we end the occupation and bring back six million Palestinians and we have equal rights for Arabs and Jews – there’s no Israel. That’s what it’s really about. And you think you’re fooling anybody? You think you’re so clever that people can’t figure that out for themselves? No, they understand the arithmetic perfectly well. Are you gonna reach a broad public, which is gonna hear the Israeli side: “They wanna destroy us”? No, you’re not. And frankly, you know what? You shouldn’t. You shouldn’t reach a broad public. Because you’re dishonest. And I wouldn’t trust those people if I had to live in this state. I wouldn’t. It’s dishonesty. And I wouldn’t want that kind of leadership. You got to be at least be honest what you want! You wanna abolish Israel and this is our strategy for doing it – ok, be straightforward about it… "http://www.youtube.com/watch?v=ASIBGSSw4lI
11.09.2012 11:48 Uhr
von alter Rammler:
Wat is diese Frau doch geldgeil!
11.09.2012 11:43 Uhr
von bluepianowolf:
mehrdad, Merken Sie die Sackgasse, in die ihre Argumentation führt?
Es steht ihre Aussage gegen Ihre Aussage (mit dem leisen Unterschied, dass Butler argumentiert und Sie diffamieren).
Wenn Sie, der Zentralrat der Juden und andere wirklich an der Sache interessiert wären, hätten Sie auf ihre Argumentation eingehen müssen. Da Sie das offensichtlich nicht sind, kann ein jeder nach den Motiven fragen, die Sie veranlassen Frau Butler die Worte im Mund umdrehen zu wollen.
Ich formuliere die Hypothese (über die man argumentativ streiten soll, die man also mit besseren Argumenten widerlegen kann!) ob die Position Israels nicht ein Beispiel für die an vielen Ecken der Welt geführten Identitätspolitik ist.
Man appelliert an Identitäten kultureller oder religiöser Art. Immer wenn es um Identitäten geht, sind die Menschen zu Opfern bereit. (Sie erinnern sich: Hurra, es ist Krieg!). Hinter vorgeschobenen Identitäten verstecken sich machtpolitische Interessen (z.B. bei der Hamas: Die Scharfmacher auf beiden Seiten profitieren.)
Auch mag man erwägen, ob die USA die Solidarität mit Israel aus machtstrategischen Beweggründen erhält. Bei Gründung des Staates Israel war die USA sehr sehr kritisch gegenüber einem Staat Israel. Sie fürchteten, dass die Ölversorgung die Bei Jaffa durch die Pipeline lief gestoppt werden würde, weil -- und jetzt kommt es -- das eingespielte miteinander von Israelis und Palästinenser in der Stadt & Industrie Jaffas abgeschafft wurde. Für die USA war Israel zunächst ein Risiko. Innerhalb eines Jahres vollzog sich ein 180Grad Kurswechsel, da man nun Israel nicht mehr als Gefahr für die Ölversorgung, sondern als Garant ansah.
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2011/10/14.mondeText.artikel,a0049.idx,16
Und Mehrdad, dass sich Frau Butler auf den Nahen Osten konzentriert ist völlig okay. Mit Ihrer Argumentation könnte man Mutter Theresa verurteilen, weil sie sich um die Armen Afrikas kümmert und nicht um die Probleme der Minenarbeiter in China. Die waren ihr nämlich scheißegal, nicht war?
Das erinnert an den vortrefflichen jüdischen (!) Witz von der Mutter, die ihrem Sohn 2 T-Shirts schenkt. Nachdem dieser voller Freude eins anzieht, zieht die Mutter ein gesicht und bemerkt traurig: "Aha. Das andere mochtest du wohl nicht!"
11.09.2012 11:17 Uhr
von Wolfgang:
Ideologischer Nonsens:
"gewaltfreie Politik" = Demnach müsste man die imperialistische Internationale der Finanz- und Monopolbourgeoisie, die Rohstoff- und Rüstungskonzerne und deren Privateigentümer und Großaktionäre, deren Ausbeutungs- und Raub-Millionäre und Milliardäre, deren Administration in Wirtschaft und Politik von einer 'gewaltfreien Zukunft' und Politik, - ohne Ausbeutung des Menschen durch den Menschen -, und von ihrer Selbst-Überwindung und Selbst-Aufhebung (ideologisch-theoretisch) überzeugen.
Merke: Das Kapital regiert die Welt und auch Frau Butler ist nur deren ideologisch-(un-)harmonischer Diener
Trotz alledem!
11.09.2012 11:08 Uhr
von Ernst Lehmann:
"Niemals könnte ich ein Bündnis mit einer egal welcher Person oder Gruppe eingehen, die antisemitisch, gewalttätig, rassistisch, homophob oder sexistisch ist."
Die erwähnten Gruppen wie Hisbollah oder Hamas sind interessanterweise sowohl antisemitisch als auch gewalttätig als auch rassistisch als auch homophob als auch sexistisch, aber natürlich global links, was auch sonst...
11.09.2012 11:06 Uhr
von Unbeeindruckt:
Künstlich aufgeblasener Scheinskandal.
Fundiertes zu Judith Butler, die wohl ihr Lebenswerk überleben wird:
http://gabrielewolff.wordpress.com/2012/09/08/adorno-preis-fur-die-feministische-gender-ikone-judith-butler-ein-skandal/
derselbe Link in kurz:
http://tinyurl.com/c7zzqtb
11.09.2012 10:15 Uhr
von kunstfreund:
Die Bemerkung "marxistische Antisemitin" ist dumm und beleidigend (jedenfalls für den Verstand des durch-
schnittlichen taz-Lesers) und hätte deshalb nicht einge
stellt werden sollen.
Gegenüber Siedlern helfen aber leider keine friedlichen
Demonstrationen (selbst die werden ja z. T von der israelischen Armee unterdrückt), was aber keine Empfeh-
lung zu militärischer Gewalt sein soll.
Helfen würden sehr wohl Boykottmaßnahmen, die ja Frau
Butler zu Recht ebenfalls unterstützt.
11.09.2012 10:09 Uhr
von Miroxa:
Judith Butler schiebt gerade eine Debatte an, die längst überfällig ist. Diese Auseiandersetzung müssen wir gerade in Deutschland führen, so schwierig sie ist. Die reflexhafte Verteufelung von Hamas und Co bringt uns nicht aus der Sackgasse dieses Konfliktes, der nicht nur den nahen Osten lähmt, sondern sich auch hier fortsetzt.
11.09.2012 10:01 Uhr
von D.J.:
Gut. Vlt. muss man zunächst über den Begriff "Antiimperialismus" reden. Hamas und Hisbollah sehen sich als Befreiungsbewegung - gegen die Besatzung Palästinas (damit ist das gesamte ehemalige Mandatsgebiet gemeint, nicht nur die nach 1967 besetzten Gebiete!). Zumindest die Hamas (bei der schiitischen Hisbollah ist die Sache komplizierter) sieht darüber hinaus als Fernziel die Errichtung einer imperial agierenden islamischen Umma an. Wenn man die Typen als antiimperialistisch ansieht, könnte man genausogut die sudetendeutsche Bewegung Henleins in den 30ern als antiimperialistisch bezeichnen (für Leute, die das missverstehen wollen: auch dies fände ich absurd). Ich bleine dabei: Wie viele Philosphen/Philosophinnen zu allen Zeiten - wenn die sich politisch äußern, kommt meist Käse bei raus (Trost: War schon bei Plato so).
11.09.2012 09:50 Uhr
von Armandusest:
Bei Teddy Adornos bekannt gebrochenem Verhältnis zum Feminismus dürfte Frau Butler EIGENTLICH den Adorno-Preis nicht bekommen - oder vielleicht gerade deswegen?
Adorno war ein großer Denker mit vielen Schwächen und ganz und gar nicht linientreu.Frau Butler ist eine große Denkerin dito.
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH JUDITH BUTLER.
11.09.2012 09:48 Uhr
von mehrdad:
die frau ist und bleibt eine marxistische antisemitin, die ihre jüdische wurzel als waffe benützt, um ihrem israelhass einen "koscher- stempel" zu verpassen.
man muss nur ihre arbeit betrachten. sie hat sich ausschliesslich auf israel und die USA eingeschossen.
die indische besatzung des kashmir, china in tibet, türkei in nordzypern, die brutale scharia- metzgerei in weite teile der islamischen welt, das grosse abschlachten in sudan...das alles ist ihr egal.
nein, ihre zeit nützt sie ausschliesslich, um mit unerbittlichkeit gegen israel und die USA zu hetzen.
selbst toleranz gegenüber schwule und andere minderheiten wird z.b. israel als trick unterstellt.
die nazis damals störten sich nicht daran, wie die juden sich verhielten. reiche juden waren ausbeuter, arme juden schmarotzer. sie störten sich an der jüdische existenz an sich.
genauso verfahren butler&co. gegenüber israel. sie stören sich nicht an israels handlungen, sondern an israels existenz.
bitte veröffentlichen, um eine vielfalt an meinungen zuzulassen.
11.09.2012 09:45 Uhr
von Hans-Hermann Hirschelmann:
Judith Butler soll den Preis bekommen. In meinen Augen verdeutlicht ihre Sicht unter Einschluss ihrer jetztigen Klarstellung allerdings auch generelle Schwächen des linken Bindestrich-Anti-Ismus für den ihr Name im Anschluss an Foucault wie kein anderer steht.
Aus lauter Angst auszugrenzen keine normative Bestimmung der - temporären - Zugehörigkeit zur "Linken" wagen? Warum? Soziale, d.h. politische, philosophische usw. Verantwortung hört nicht bei der jeweiligen Peergroup auf. Links wäre in dem Falle, dazu beizutragen, dass Hamas und Hisbolla sich nach links entwickeln, was u.a. die Akzeptanz des israelischen Staates voraussetzt. Anti-Kumpelei wäre da ganz fehl am Platze.
Aber alles "Antiherrschaftliche" hat seine sozial reaktionären und (seine öko-)humanistisch emanzipatorisch Dispositive. Es käme vielleicht darauf an, auf die Bedigungen Einfluss zu nehmen, unter denen sich das sozial Angelegte in die eine oder andere Richtung entwickelt. Aber da wären wir dann ja wieder beim verfemten Marx.
Gruß hhh
11.09.2012 09:45 Uhr
von Lothar Walczak:
wer diesen Text versteht, hat es auch vor dem Lesen schon gewusst....
ansonsten ist es .....Perlen vor die Säue....
solange man nicht sicher ist, Leute vor sich zu haben, die ihr Denken angehoben haben vom -- WIR gegen SIE -- zu "ICH als ein Mitglied der menschlichen Gemeinschaft" kann man wohl kaum hoffen, nicht falsch verstanden zu werden
Judith Butlers Versuch ist dennoch ehrenwert
11.09.2012 09:34 Uhr
von Gerald:
was soll denn dieses Rumeiern? Sie haette die Hamas und deren Terroranschlaege auch in wenigen Worten verurteilen koennen und haette damit klare Positionen geschaffen. Aber so habe ich den Eindruck dass Frau Butler die Realitaet (ihre Sympathie fuer Terrororganisationen) maskiert.
11.09.2012 09:30 Uhr
von T.V.:
Ungenaues Zuhören - gewollt oder ungewollt - schafft wohl immernoch die meisten Probleme.
11.09.2012 09:06 Uhr
von Uta Röpcke:
Gibts den Text bei euch auch im englischen Original? Hätte den gern (entweder per Mail oder als link). Generell wär das ne schöne Idee, bei fremdsprachlichen Originalen, die zumindest auch als Link anzubieten. Würde den gerne mit englischsprachigen Studenten in einem Seminar bearbeiten. Danke!
11.09.2012 08:52 Uhr
von Stefan Broniowski:
Danke. Und jetzt von dieser absurden Debatte wieder zurück zu Wichtigerem. (Herzlichen Glückwunsch zur Verleihung des Adorno-Preises!)
11.09.2012 08:32 Uhr
von Dr.Klaus Heine:
"Aufgeregter Hühnerstall", "Griff in ein Wespennest", so ähnlich erscheint mir die wie eine "beleidigte Leberwurst" reagierende jüdische Gemeinde. Ziemlich zufällig habe ich 2006 durch einen mir vorher unbekannten Halbbruder erfahren, daß unsere gemeinsame leibliche Mutter Halbjüdin aus Südfrankreich war. ...und?...ist
das jetzt schlimm, oder gut? Nein!..höchstens interessant und ändert Nichts an meinem bisherigen Usus, aggressive monotheistische Tendenzen des Judentums, Christentums und des Islam seit Jahren zu kritisieren.
Diskussion ist immer erwünscht, auch wenn sie oft unbequem ist und gern auf alte Wunden hingewiesen wird. Ein Staat, der entstehen konnte, indem andere dort lebende Menschen in Lager abgeschoben wurden, sollte sehr vorsichtig umgehen mit automatischen Ansprüchen auf Grund und Boden und dem Anspruch auf "das Auserwählte Volk" zu sein, wenn man mit Nachbarn friedlich nebeneinander leben möchte(?)
11.09.2012 08:31 Uhr
von Das unfehlbare Gastorakel:
Ok, ich hab keinen Plan, worum es in Judith Butler Publikationen geht, irgendwas mit Postgender, glaub ich. Muss trotzdem mal loswerden, dass ich das Gefühl habe, gewisse Leute wollen sie mit voller Absicht missverstehen, was ihre Äußerungen zu Israel und Umgebung angeht. So ein absichtliches Missverstehen finde ich äußerst schändlich, und die Geduld und Sachlichkeit, mit der sie selbst auf die beklopptesten Vorwürfe eingeht, ist bewundernswert.
11.09.2012 08:20 Uhr
von rrebbyy:
Die Welt wird immer auf wenige Worte, bzw. vier Buchstaben reduziert.
Alles andere will man nicht hören.