Ägyptens Präsident Mohammed Mursi hat am Sonntag seinen Verteidigungsminister Tantawi entlassen. Tantawi leitete zuvor den Militärrat und war schon unter Mubarak Minister.
Was will das Militär anderes machen als zu schweigen? Oder glaubt man ernsthaft, gegen die Islamisten käme das Militär noch an. Der "arabische Frühling" ist längst zu einem bitter kalten Winter verkommen, nicht nur in Ägypten.
12.08.2012 23:11 Uhr
von Mona:
Wirklich ein Skandal, dass ein demokratisch gewählter Präsident versucht die Militärjunta im eigenen Land zu bekämpfen. Die "evangelikale" CDU würde sich wohl nicht so vorbildlich verhalten...
12.08.2012 21:55 Uhr
von n. michels:
Herr Mursi setzt jetzt wohl auf alles oder nichts. Da bin ich ja mal neugierig, ob ihm das die ägyptische Armee durchgehen lässt.
Aber rein strategisch gesehen ist es jetzt wohl der beste Zeitpunkt, Tabula Rasa zu machen - jetzt oder nie. Denn jetzt müsste sich die Armee noch gegen das ganze Volk stellen, das die Regierung erst kürzlich ins Amt gewählt und noch nicht die zwangsläufige Desillusionierung mit selbiger erlitten hat.
So gesehen: herzlichen Glückwunsch, Herr Mursi - ein blendender Schachzug.
Da aber das ägyptische Militär der eigentliche Verbündete des Westens in diesem Land ist, dürfte diese Maßnahme in Washington und Tel Aviv allerheftigste Kopfschmerzen verursachen. Auch auf die Reaktionen von dieser Seite bin ich mal gespannt.
Auf jeden Fall haben die ägyptischen Moslembrüder jetzt gezeigt, dass sie nicht auf einen Schmusekurs gehen, sondern das Land nach ihren Vorstellungen gestalten wollen.
Auch dazu würde ich ihnen eigentlich gratulieren - aber dann müsste ich ja genausogut die CSU in Bayern gut finden. Ist ja das Gleiche, nur mit anderem Vorzeichen.
Ob wir im Westen das akzeptieren können, wird sich wohl in den nächsten Monaten zeigen. Wir normalen Medienopfer werden das dann daran ablesen können, wie kritisch unsere Presse dann plötzlich über die Menschenrechtslage usw. in Ägypten berichtet.
12.08.2012 20:35 Uhr
von Racket:
Man hätte im Artikel erwähnen sollen, dass das neue Personal den Muslimbrüdern nahe steht.
Leserkommentare
13.08.2012 18:00 Uhr
von zombie1969:
Was will das Militär anderes machen als zu schweigen? Oder glaubt man ernsthaft, gegen die Islamisten käme das Militär noch an. Der "arabische Frühling" ist längst zu einem bitter kalten Winter verkommen, nicht nur in Ägypten.
12.08.2012 23:11 Uhr
von Mona:
Wirklich ein Skandal, dass ein demokratisch gewählter Präsident versucht die Militärjunta im eigenen Land zu bekämpfen. Die "evangelikale" CDU würde sich wohl nicht so vorbildlich verhalten...
12.08.2012 21:55 Uhr
von n. michels:
Herr Mursi setzt jetzt wohl auf alles oder nichts. Da bin ich ja mal neugierig, ob ihm das die ägyptische Armee durchgehen lässt.
Aber rein strategisch gesehen ist es jetzt wohl der beste Zeitpunkt, Tabula Rasa zu machen - jetzt oder nie. Denn jetzt müsste sich die Armee noch gegen das ganze Volk stellen, das die Regierung erst kürzlich ins Amt gewählt und noch nicht die zwangsläufige Desillusionierung mit selbiger erlitten hat.
So gesehen: herzlichen Glückwunsch, Herr Mursi - ein blendender Schachzug.
Da aber das ägyptische Militär der eigentliche Verbündete des Westens in diesem Land ist, dürfte diese Maßnahme in Washington und Tel Aviv allerheftigste Kopfschmerzen verursachen. Auch auf die Reaktionen von dieser Seite bin ich mal gespannt.
Auf jeden Fall haben die ägyptischen Moslembrüder jetzt gezeigt, dass sie nicht auf einen Schmusekurs gehen, sondern das Land nach ihren Vorstellungen gestalten wollen.
Auch dazu würde ich ihnen eigentlich gratulieren - aber dann müsste ich ja genausogut die CSU in Bayern gut finden. Ist ja das Gleiche, nur mit anderem Vorzeichen.
Ob wir im Westen das akzeptieren können, wird sich wohl in den nächsten Monaten zeigen. Wir normalen Medienopfer werden das dann daran ablesen können, wie kritisch unsere Presse dann plötzlich über die Menschenrechtslage usw. in Ägypten berichtet.
12.08.2012 20:35 Uhr
von Racket:
Man hätte im Artikel erwähnen sollen, dass das neue Personal den Muslimbrüdern nahe steht.