• 16.10.2012

Allianz für Ernährungssicherheit

Langfristig mehr Hunger

Agrarkonzerne und G-8-Staaten sorgen dafür, dass Bauern in Afrika kein kostenloses Saatgut mehr bekommen. Nur Investitionen werden versprochen.von Jost Maurin

  • 15.02.2013 11:56 Uhr

    von Reven:

    @rita: Danke, dass das endlich mal jemand sagt.

    @JAtkins: Ich sag's nochmal anders: Deine Geisteshaltung, die aus diesen Worten spricht, ist Neo-Kolonialismus übelster Spielart!
    Auch ich hätte gedacht, dass das - mal abgesehen von der Kultur, die in den großen Konzernen herrscht - zumindest unter halbwegs klar denkenden Menschen, heutzutage nicht mehr existiert.

  • 20.10.2012 14:27 Uhr

    von rita:

    JAtkins:
    "Wenn man in diesen Prozess unbedingt eingreifen muss, dann sollte man dafür sorgen, dass sie dort Möglichkeiten vorfinden, ihre Situation zu verbessern."

    Na, das ist ja echt rührend, wie Sie sich um die Menschen sorgen und planen. Aber ich dachte doch eigentlich, die Zeit der Kolonisation ist vorbei, wo die weißen Herren sich das Land und die Bodenschätze unter den Nagel rissen und den Schwarzen "ihren Platz" zuwiesen. Wie's scheint war das ein Irrtum.

  • 17.10.2012 11:11 Uhr

    von julia:

    @JAtkins:
    "Weg mit den Kleinbauern und weg mit dem traditionellen Saatgut."

    Komisch nur, dass praktisch alle mit den dortigen (Klein-)Bauern auf Augenhöhe arbeitenden Personen und Projekte zum gegenteiligen Ergebnis kommen.
    Den Bauern fehlt meist einfach nur das entwickelte Wissen, mit einfachen Methoden den maximalen Ertrag zu erzielen.

    Die industrielle Landwirtschaft, die interessierte Gruppen ihnen aufzunötigen versuchen, bringt lediglich harte Nachteile: Hoher direkter/indirekter Energiebedarf, unkalkulierbare finanzielle Risiken, fremdgesteuerte Abhängigkeiten usw. .

  • 17.10.2012 00:45 Uhr

    von Alexander Horn:

    Afrika braucht Privatinvestitionen

    Afrika, wie auch die gesamte entwickelte Welt leidet entgegen der hier vertreten Vorstellung nicht unter zu viel, sondern unter zu wenigen Privatinvestitionen. Deutschland besitzt eine hochproduktive Agrarwirtschaft. Dies wurde durch eine enorme Technisierung der Landwirtschaft bewirkt und hat dazu geführt, daß die Kapitalintensität der deutschen Landwirtschaft, also das gesamte Vermögen in Produktionsanlagen (ohne Grund und Boden) pro Arbeitsplatz inzwischen höher ist als die Kapitalintensität der deutschen Industrie. Wie soll Afrika jemals den Hunger besiegen, wenn nicht private Investoren, seien es nun dortige Unternehmer oder Ausländer einen Beitrag zur Verbesserung der agrarischen Infrastruktur leisten? Nur mittels Investitionen kann eine produktive und technisierte Landwirtschaft und die dazu gehörige Infrastruktur entstehen, die es Afrika ermöglicht zu wettbewerblichen Bedingungen zu produzieren und schließlich die dortige Bevölkerung zu ernähren. Das gilt auch für alle anderen Bereiche der dortigen Wirtschaft, weswegen in Afrika nach wie vor große Hoffnungen auf chinesischen Investitionen ruhen. Der Westen hingegen hat den Kontinent in weiten Teilen abgeschrieben. Daß die G8 nun initiativ werden, ist grundsätzlich zu begrüßen. Es ist zudem ausdrücklich zu begrüßen, daß Unternehmen wie Monsanto ihren Profit darin suchen, die Welternährung etwa durch Forschung und Investitionen in verbessertes Saatgut zu verbessern. Problematisch ist viel eher, daß es zu wenige Unternehmen gibt, die so mutig sind, diesen riskanten und schwierigen Weg zu gehen, nämlich durch ein langfristiges Engagement in Forschung und Entwicklung Profite machen zu wollen. Stattdessen werden ungeheure Kapitalsummen an den Finanzmärkten geparkt. Investoren scheuen das Risiko einer langfristigen Investition, die nicht per Klick schnell abgezogen werden kann.

    Mehr dazu unter:
    http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001232

  • 16.10.2012 23:53 Uhr

    von Suuna:

    Also Äthiopien als "Hungerstaat" zu bezeichnen geht dann doch ein wenig zu weit.
    Modernes Saatgut ist auch nicht per se falsch, auch wenn es von Monsanto kommt. Allerdings ist je nach Lage, das lokale Saatgut dann doch besser geeignet, da es besser an Boden und Wetter angepasst ist. Muss man im Einzelfall sehen. Ob Monsanto oder der lokale Saatguthändler kassiert, macht für den Bauern auch nicht einen großen Unterschied.
    @JAtkins
    Hm, viele Studien zu den genannten Ländern zeigen, dass Kleinbauern zumindest auf einem niedrigen Level der Technisierung (und eine Steigerung dieses Levels wird so schnell nicht erreicht werden, da hierfür das Produktionsumfeld fehlt) effizienter sind auch wenn ihre Produktivität niedriger liegt, da sie kaum Arbeitskosten in Form von Lohn haben. Deine Argumentation ist ein wenig realitätsfern

  • 16.10.2012 23:18 Uhr

    von JAtkins:

    @libra12:
    Dass die Kleinbauern verschwinden werden, ist wohl oder übel unvermeidlich. Dass sie dann in die Slums der Großstädte ziehen, ist auch nahe liegend. Wenn man in diesen Prozess unbedingt eingreifen muss, dann sollte man dafür sorgen, dass sie dort Möglichkeiten vorfinden, ihre Situation zu verbessern.

    @libra12 und @Marc-David Herrmann:
    Die Beziehung von Greenpeace zu Monsanto sehe ich, vielleicht etwas zu polemisch, so:
    Greenpeace ist Monsantos bester Freund! Mit Monsanto selber kann sich Greenpeace nicht anlegen, dazu ist Monsanto zu groß, zu mächtig, vielleicht auch zu skrupellos. Dann legt sich Greenpeace eben mit kleineren GenTech-Firmen an. Das ist gut. Für Monsanto. Monsanto kann wachsen und gedeihen, weil Greenpeace die Konkurrenz klein hält.

  • 16.10.2012 16:50 Uhr

    von Stefan Friemer:

    Keine Rendite auf Kosten der Ärmsten
    Jeder kann auf Geldanlagen verzichten, die Mensch und Umwelt schaden! Keiner braucht Finanzprodukte, die auf Kosten der Ärmsten mit Nahrungsmitteln spekulieren! Dafür setzt sich die Initiative handle-fair.de ein!

  • 16.10.2012 16:36 Uhr

    von libra12:

    @JAtkins:
    " Noch schlimmer ist, dass es, Greenpeace sei dank, auch in Zukunft wohl keine Firma schaffen wird, Monsanto herausfordern zu können."
    Können Sie das mal näher erläutern? Kein Plan, wie Sie zu so einer Behauptung kommen. Und was die Kleinbauern betrifft, die "weg" müssen: Wohin denn bitteschön- "weg"? In den Großstadt-Slum? Oder besser gleich ins Grab? Denn Landwirtschaft in dem Ausmaß, wie Sie das hier anpreisen, verdrängt sicherlich einige Kleinbauern, während die Großen den Profit machen, unter anderem die Saatguthändler und Kreditinstitute, sprich Spekulanten. Frage ist: Was machen dann die Kleinbauern, wovon sollen sie sich und ihre Familien ernähren? Wer kauft dieses im großen Stil angebaute Getreide, wenn die Menschen im Land kein vernünftiges Einkommen haben?

  • 16.10.2012 16:15 Uhr

    von Marc-David Herrmann:

    @ JAtkins

    Wie kommst du zu der Annahme, dass Grennpeace Firmen verhindert, die Monsanto herausfordern können?

  • 16.10.2012 16:10 Uhr

    von Emma:

    "Monsanto machte im Jehr 2011 einen Nettogewinn von 11,8 Mrd. US-Dollar(wikipedia).
    Unter dem Deckmantel des Gutmenschentums, unterstützt durch die G8, wird nun versucht sich auch noch an den ärmsten der Armen weiter zu bereichern. Es gäbe die Möglichkeit verbessertes Saatgut kostenfrei an die Kleinbauern abzugeben. So sähe verantwortungsbewusstes, nachhaltiges und mitfühlendes Handeln aus. Bei jährlichen Milliardengewinnen dürfte das wohl machbar sein.
    Arme Länder brauchen keine abhängig machenden Investoren, sondern die Möglichkeit durch fairen Handel und selbstlose Unterstützung selbstbestimmt zu wachsen. Mit Romantik hat das wenig zu tun.

  • 16.10.2012 14:11 Uhr

    von JAtkins:

    Leider gibt es für die landwirtschaftliche Entwicklung der armen Länder hier bei uns einen Haupthinderungsgrund. Die Leute, die sich hier für diese armen Länder einsetzen, haben eine romantische Vorstellung von Kleinbauern und traditionellem Saatgut. Wenn man jedoch die Erträge in den Entwicklungsländern steigern möchte, gilt vor allem eines: Weg mit den Kleinbauern und weg mit dem traditionellen Saatgut. Kleinbauern arbeiten einfach viel zu ineffektiv. Ein Großbauer, der zehn Kleinbauern ersetzt, kann Arbeitskraft und Maschinen wesentlich sinnvoller einsetzen. Traditionelles Saatgut ist vor allem eines: ertragsarm. Mit modernem Saatgut kann man die Erträge mal eben vervierfachen. Das gibt es zwar nicht umsonst, aber mit dem Mehrertrag hat der Bauer das bei der nächsten Ernte wieder raus. Und damit der Bauer sich das Saatgut leisten kann und einen Kredit auf seine zukünftige Ernte kriegt, braucht man Spekulanten. Und zwar möglichst viele, damit nicht ein Monopolist die Preise bestimmt.
    Dass Monsanto durch den Einsatz der Gentechnik sich eine marktbeherrschende Stellung erarbeitet hat, ist dabei ausgesprochen unerfreulich. Noch schlimmer ist, dass es, Greenpeace sei dank, auch in Zukunft wohl keine Firma schaffen wird, Monsanto herausfordern zu können.

  • 16.10.2012 13:23 Uhr

    von redneptun:

    Dieser Artikel hat mich dazu gebracht, mir Gedanken über die Ursprünge dieser durch Konzerne wie Monsanto begangenen Verbrechen an der Menschheit zu machen.

    Ich habe meinen Kommentar in meinem Blog veröffentlicht- Meinungen sind erwünscht ;-)

    http://www.redneptun.net/blog/bauchkrampf-welthunger/338

    lg, redneptun

  • 16.10.2012 11:07 Uhr

    von Gutzufuss:

    Unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe sollen ganze afrikanische Staaten langfristig und unumkehrbar von westlichen Nahrungsmittel-Konzernen abhängig gemacht werden. Das ist der vorläufige Höhepunkt der Geschichte der Sklaverei in Afrika.
    Firmen wie Monsanto arbeiten schon seit Jahrzehnten an der Umsetzung dieses Ziels:
    http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/gentechnik/greenpeace_monsantoreport.pdf

  • 16.10.2012 10:06 Uhr

    von @Gonzo:

    "Es kann doch nicht sein z.b. das Firmen Saatgut aus einem Lande nehmen und darauf ein Patetn machen und den Menschen die dies immer schon verwendet wird zu verkaufen."

    Könnten Sie bitte einen Beleg für Ihre Behauptung nennen, dass unverändertes Saatgut patentiert wird? Oder mal nur einer der vielen Mythen, auf die die leichtgläubigen Deutsch allzu gern reinfallen? (so wie der Mythos vom Bauern, der angeblich nur wegen herübergewehten Saatguts verklagt worden sei)

  • 16.10.2012 09:59 Uhr

    von Marc-David Herrmann:

    Ich weiß garnicht was ich dazu sagen soll, wenn ich das lese...
    und das Ministerium tut so, als ob das das tollste Projekt eher ist!-.- Un d ich kann mir sehrgut vorstellen, dass das ganze Essen was dann dort produziert wird irgendwo in Europa oder Amerika in einer Massentierhaltungsanlage landet, damit wir billiges Fleisch haben und die Leute in Afrika nie etwas davon abbekommen...
    Und das wird dann wiederum damit begründet, dass wir doch billiges Fleisch produzieren müssen, weil wir damit die armen Kinder in Afrika ernähren müssen ! Und wir hauen weiterhin alles weg, Monsanto und Co. verdienen sich eine Golde Nase und zerstören nebenbei die ganzen Felder, weil sie die mit irgendwelchen Pestiziden übergießen Man sieht mal wieder: Die Menschheit ist dumm, ignorant und ein Riesen großes Arschloch!!!

  • 16.10.2012 09:55 Uhr

    von D.J.:

    Es würde der journalistischen Sorgfaltspflicht eher entsprechen, die Überschrift konjunktivisch zu verfassen oder ein Fragezeichen dahinterzusetzen. Was wiedergegegen wird, sind die Befürchtungen von Organisationen. Deren Warnungen in allen Ehren, doch vergessen wir nicht, dass sie schon öfter nicht eintrafen (siehe prozentualer Rückgang des Hungers in den letzten 20 Jahren in den meisten Ländern). Selbstverständlich muss Monsanto etc. ganz klar auf die Finger geschaut und gegebenenfalls draufgehauen werden. Dämonisierungen (die z.B. bei @Vic Früchte tragen) versperren aber wie immer den klaren Blick.

  • 16.10.2012 09:41 Uhr

    von Basse:

    Ich kapier es nicht! Hab ich jetzt was falsch verstanden, die G8 oder die TAZ?

    Die G8 behaupten den ganzen Tag, nur das Beste und allen Leuten helfen zu wollen. Die TAZ schreibt dazu, dass das Blödsinn ist und die Lage nur verschlimmbessert.

    Ich kann nicht glauben, dass die Politiker der G8 sich ernsthaft hinstellen, und der ganzen Welt wissentlich ins Gesicht lügen, die Welt verbessern zu wollen. Und sich dann wundern, wenn gegen die G8 massiv demonstriert wird.
    Andererseits können die doch auch nicht so doof sein, das wirklich zu glauben! Patentierte Samen für die 3. Welt... Ohne Worte!

    Ist doch Käse sowas!

  • 16.10.2012 09:35 Uhr

    von Peter Westermann:

    Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf?

    Das bezweifle ich stark. Wäre es so, würde es ihm besser gehen. Langfristig gesehen meine ich.

  • 16.10.2012 09:27 Uhr

    von Gonzo:

    Guten Tag,
    Ich weiß nicht nach welcher Logik da nachgegangen wird. Für mich ist das MORD, wegen ein paar Euros.- Ich weise auf den NESARA Vertrag hin, welcher ja unterzeichnet ist, aber bis heeute nicht umgessetzt wurde, denn da würde id Welt anders aussehen. Denn im Grunde ist für alle Menschen mehr als genug da um ein würdiges Leben führen zu können. Es kann doch nicht sein z.b. das Firmen Saatgut aus einem Lande nehmen und darauf ein Patetn machen und den Menschen die dies immer schon verwendet wird zu verkaufen. Mann Mann, siehe auch die Fleischmafia, Fleisch ist in BRD meist billiger als Gemüse obwohl die herstellung des Fleisches teuer ist. Wir stehen in der Aufgabe dies zu unterbinden,denn es ist ja auch dein Kind was da verhungert. Hier ein Link zur Info:
    www.http://nesara.jimdo.com/

    mfg
    Gonzo

  • 16.10.2012 09:21 Uhr

    von Peter Westermann:

    Langfristig mehr Hunger!

    Wer hätte das gedacht! Zum Glück interessiert das unseren Planeten nicht weiter. Wenn wir ihn kahl gefressen haben, ist für ihn noch lange nicht Feierabend.

    Es ödet mich an. Vielleicht kommt mal bitte ein Alien mit der Flit-Spritze. Sozusagen ein exterristrischer Kammerjäger. Bevor wir uns selbst verdauen.

  • 16.10.2012 08:33 Uhr

    von vic:

    Dabei hätten wir genug Lebensmittel um die gesamte Menschheit zu ernähren. Wir leben im Überfluss, werfen Lebensmittel weg, während andere verhungern.
    Und Kriminelle Vereinigungen wie Monsanto über Leben und Tod entscheiden.
    "Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf"

  • 16.10.2012 08:25 Uhr

    von filigran:

    Dass die Bill-Gates-Stiftung beim Thema Afrika und Nahrungsmittelversorgung voll und ganz auf Monsanto setzt, sollte nicht unerwähnt bleiben.
    Kostenfrei ist das dabei entwickelte Saatgut selbstverständlich nicht.

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