Alternativen zum Kapitalismus
Ökonomie solidarisch organisiert
Auf einem Kongress für alternative Wirtschaftsformen in Wien diskutierten Aktivisten etwa aus Regionalgeldprojekten oder Tauschbörsen über Chancen des kapitalistischen Crashs.von Susanne Götze
Leserkommentare
25.02.2009 10:16 Uhr
von archimedes:
Jedes Tauschsystem führt langfristig zu immer größeren Unterschieden der Verteilung der Güter, sofern keine Regeln dem bewusst entgegen wirken (z.B. Steuern u. Sozialhilfen oder dergleichen).
Das liegt z.B. daran, dass es keinen reinen Äquivalententausch gibt und sich die Tauschwerte einer Sache immer wieder ändern. Leute, die zufällig in einer Vorteilsposition sind können diese dann weiter ausbauen, wogegen Leute, die zufällig in einer Nachteilsposition sind, diese immer schwieriger korrigieren können.
Das kann man sogar spieltheoretisch beweisen, wie es z.B. der amerikanische Philosoph Gerald Cohen mal in einem wissenschaftlichen Aufsatz getan hat, wenn ich mich recht erinnere.
Übrigens haben Kapitalanhäufungen, sofern sie demokratisch (von mündigen und zugleich solidarisch eingestellten Menschen) kontrolliert sind, durchaus einen Sinn, denn das macht auch größere Investitionen möglich, die oft vorteilhaft für alle sein können. Auch Zinsen haben einen gewissen Sinn, nämlich als Ausgleich für Risiken der Tauschwerteverleihenden und als Ausgleich dafür, dass ja in der Zeit, in der die Sache verliehen ist, sie vom "Eigentümer" nicht nutzbar ist.
Naja, viel Spaß aber beim Fantasieren. Anregungen sich des eigenen Verstandes zu bedienen sind ja grundsätzlich erstmal gut.
22.02.2009 19:12 Uhr
von Juli:
Den Kapitalismus durch alternative Projekte überwinden zu wollen ist sicherlich ein lohnenswertes Unterfangen. Es stellt sich halt nur immer die Frage, was da als "Kapitalismus" und was als "Überwindung" daher kommt. Tauschringe etwa mit ihrer alternativen Tauschlogik sind zwar in ihrem Selbstverständnis oftmals antikapitalistisch, allerdings ist dies Selbstverständnis oft der falschen Trennung von bösen Kapitalismus und guter Marktwirtschaft geschuldet. So einfach, fürchte ich, werden wir den Laden nicht los....