Altersgrenze für Muslime am Tempelberg

Israel lässt alle Männer durch

Aus Angst vor Randale ließ die israelische Polizei nur Muslime über 35 Jahren zum Tempelberg. Nach einem Diplomatentreffen ist das nun nicht mehr so.

Kein Stress: israelische Soldatinnen vor dem Felsendom.  Bild: reuters

JERUSALEM ap | Israel hat die Altersgrenze für Muslime aufgehoben, die auf dem Tempelberg in Jerusalem beten wollen. Polizeisprecherin Luba Samri sagte, muslimische Männer jeden Alters könnten zu den traditionellen Freitagsgebeten den heiligen Ort besuchen. Zuletzt hatte die Polizei aus Furcht vor Randalen nur muslimischen Männern über 35 und Frauen den Zugang erlaubt.

Der Maßnahme vorausgegangen war am Donnerstag ein Treffen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, des jordanischen Königs Abdullah II. und des amerikanischen Außenministers John Kerry in Amman. Ziel war es, angesichts der anhaltenden Spannungen Schritte zu unternehmen, um die Ruhe in Jerusalem wiederherzustellen.

Besonders explosiv war die Lage in Ostjerusalem. Für Muslime ist das dortige Heiligtum der drittheiligste Ort nach Mekka und Medina in Saudi-Arabien. Sie sind die einzigen, die auf der Hochfläche mit Felsendom und Al-Aksa-Moschee beten dürfen. Juden dürfen sie besuchen, sollen dort aber nicht beten. Zuletzt hatten radikale Juden die Anhöhe gezielt besucht, die auch als Standort des biblischen Tempels gilt. Dies schürt bei Muslimen Sorge, Israel wolle die Kontrolle über die Stätte übernehmen.

Samri sagte, die Polizei untersuche Vorwürfe, nach denen ein elfjähriger palästinensischer Junge während eines Protests am Donnerstag in Ostjerusalem verletzt worden sei. In den vergangenen Wochen hatte es Zusammenstöße und Unruhen aus religiösen Gründen, aber auch wegen des Ausbaus jüdischer Siedlungen im arabischen Osten Jerusalems gegeben. Auch die USA sowie der Rest der internationalen Gemeinschaft lehnen israelischen Siedlungsbau in Ostjerusalem ab, das Israel 1967 erobert hatte.

 

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