• 19.04.2012

Amazons europäisches Steuersparmodell

Gigantische Profite, keine Steuern

Amazon setzt jährlich mehrere Milliarden Euro um – zahlt aber in Luxemburg niedrige Steuersätze. Der britische Fiskus prüft nun das Steuersparmodell des Konzerns.von Frank Heinz Diebel

  • 21.04.2012 16:17 Uhr

    von Albert Somwert:

    Aufgrund der desolaten Geschäftspraxis und der flächendeckenden Behandlung der Arbeitnehmer habe ich den Anbieter gewechselt. Keiner muß bei amazon bleiben, wenn er nicht will, und ich hoffe, daß künftig viele nicht mehr wollen.
    http://www.amazon-verdi.de/

  • 20.04.2012 13:25 Uhr

    von Illoinen:

    @von Brand
    Schuldbewusstsein gleich null. Nur weil es "legal" ist, muss es noch lange nicht richtig sein. Richtig ist aber, diese Steuer Optimierung Modelle, gibt es schon seit Jahrzehnten. Alle und ich glaube in der Mehrheit werden dies Optimierungsmodelle weltweit auch genutzt. Wem sollen aber die Gewinne die aus dieser perfiden Praxis nutzen den Menschen oder den Aktionären? Wer aber kommt dann für Infrastruktur, Schulen, Krankenhäuser und Straßen auf? Jedem Aktionär müsste man eigentlich eine Maut abverlangen für das Benutzen der Infrastruktur und zwar in der Höhe, wie sie die Optimierung Modelle nutzen. In einer Welt, wo täglich an Hunger und der Folgen von Hunger, einhunderttausend Kinder sterben, nenne ich ein Imperium der Schande. Geht es um das wohl einer privilegierten Schicht oder geht es um alle Menschen? Wir kaufen in Europa T-Shirts für weniger als 2 Euro, sind allen bewusst, dass dafür in der dritten Welt die Menschen fast drei Tage arbeiten müssen um das zu bekommen? Aber viele finden das noch "gut" und natürlich, weil gesetzlich erlaubt, auch vollkommen in Ordnung? Plutokratie lässt grüßen!

  • 20.04.2012 13:12 Uhr

    von namaste:

    An alle, die hier Amazon verteidigen, daß das ja nur verständlich wäre usw... Mal den Artikel richtig lesen, es wird nämlich untersucht, ob diese Geschäftspraktiken überhaupt legal sind!!! Und dann kann ich das auf keinen Fall mehr verstehen...

    Und abgesehen davon wäre es auch schön zu sehen, daß es auch mal Unternehmen gibt, die auch sowas wie Moral haben und nicht immer nur auf den maximal möglichen Profit schielen. Ich denke Amazon wäre immernoch profitabel, wenn sie mehr Steuern zahlen würden.

  • 20.04.2012 12:23 Uhr

    von Thomas :

    Ihren Kommentar hier eingeben:
    @ von Brand (0033).
    Wenn Luxenburg das mit der Steuerbefreiung für Bücher für seine Luxemburger Bürger meinen würde, wäre das nicht weiter zu kommentieren. Aber durch diese ach so edle Gesinnung zur Rücksicht der Einkommensschwachen wird auf einmal ein nationales Geschäftsmodell, das unter dem Argument des Schutzes der Einkommensschwachen (hat Lux nicht sogar die höchsten Gehälter in der EU?) Steuereinnahmen anderer EU-Länder auslöscht.
    Viele kleine Staaten nutzen diesen Kniff der komparativen Vorteilsgewährung fiskalischer Art um internationales Geschäft auf sich zu lenken. In der ökonomischen Theorie nennt man ähniche Fälle: beggar thy neighbour.
    Von mir aus können die Luxemburger für ihre Luxemburger auch negative Steuern einführen, die das Lesen von Büchern finanziel STEUERt.

  • 20.04.2012 10:24 Uhr

    von Steuerzahler:

    Amazon, Ikea, H&M alle diese Megakonzerne zahlen vielleicht Mehrwertsteuer - die zahlt aber der Kunde!
    Dass diese Konzerne von Kaufkraft, Infrastruktur, (staatlich subventionierten)Ausgebildeten sowie Rechtssicherheit der europäischen Gesellschaften profitieren - und dafür keine Einkommensteuer etc. in den Standort-Ländern entrichten müssen ist eine Provokation für jeden Angestellten und Arbeiter!

    Und da sie in ihren Bereichen Dank dieser Tatsache fast Monopolstellung haben, bleibt auch kaum mehr Raum für steuerzahlende Unternehmer, die womöglich auch sozialabgabenpflichtige Arbeitsplätze schaffen - denn es "rechnet" sich leider nicht!

    Und da wäre dann der Käufer mit seiner Kaufentscheidung gefragt, daran etwas zu ändern!

  • 20.04.2012 09:37 Uhr

    von Bürger Lars aus Stuttgart:

    Wer trägt denn hier die Verantwortung? Amazon oder die unfähigen europäischen Regierungen, die sich hier in einen Wettlauf um die niedrigste Unternehmensbesteuerung begeben und verstrickt haben. Wenn das einer (hier amazon) dann ausnutzt, muss man amazon ja eigentlich in Schutz nehmen.

    Aber die Aussage von dem Amazon Sprecher, dass Amazon 20 % Umsatzsteuer / Mehrwertsteuer bezahlt ist eine Nebelkerze und ein schlechter Witz.

    Denn diese Mehrwertsteuer bezahlen die Kunden von amazon. Amazon führt dieses Geld nur ab.

  • 20.04.2012 08:32 Uhr

    von preilboxer:

    Was hier ablaufen wird, sind Scheingefechte der Politik, wenn dieses Europa einheitliche Steuersätze aufrufen würde, hätten Firmen wie Amazone, eBay oder paypal keine Chance. Des Politikers Wille wird erst zum Himmelreich...

  • 20.04.2012 06:56 Uhr

    von walter:

    Gilt das Gleiche nicht für Apple's App Store? Deren Rechnungen kommen doch auch Luxemburg und selbst eine Rechnung mit Mehrwertsteuer ist nicht ohne weiteres zu haben..

  • 20.04.2012 00:53 Uhr

    von Niko:

    Toller Artikel, danke. Ist mir schon lange aufgefallen. Ebay macht anscheinend das gleiche Spiel.
    (bei Interesse sind auch die Arbeitsbedingungen von Amazon in den Lagern spannend, siehe Artikel der SZ: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kritik-an-arbeitsbedingungen-bei-amazon-weihnachtselfen-im-praktikum-1.1186410)

  • 20.04.2012 00:51 Uhr

    von Copieur:

    Es muß erwäht werden, unter welche Bedigungen werden die Bücher von Dritten angeboten. Amazon entrichtet eine ziemlich grosse Provision, und setz viel Druck auf die Buchhandlungen. Die Händler reden nicht gern darüber.

    Man soll auch sich fragen, was das eigentliche wirtschaftliche Modell ist, wenn ein Buch von einem Dritten für nur 1 oder 10 Cents vermittelt wird. Das Gewinn kann dann eigentlich nur aus dem Versandpauschal erwirtschaften.

  • 20.04.2012 00:33 Uhr

    von Brandt:

    Lieber Herr Frank-Heinz Diebel,

    ich kann die Argumentation nicht nachvollziehen, und ich frage mich, was an dem Geschäftsgebahren von amazon illegal sein soll. In der EU herrschen unterschiedliche Rechtsnormen, und Online-Unternehmen sind prädestiniert dafür, sich Vorteile aus der geographischen Veteilung von Mitarbeitern und Geschäftsprozessen zu erschliessen. Die Auffassung Luxemburg über die besondere Bedeutung von Büchern für die Bildung der Bevölkerung ist richtig. Gerade die Mehrwertsteuer belastet kleine Einkommen. Es wäre Unsinn über die Mehrwertsteuer, das Bücherlesen einschränken zu wollen. Eine geringe Mehrwertsteuer auf Bücher macht Lesen für eine breite Masse erschwinglich.

    Die suggestive Gegenüberstellung von Lohn- und Gehaltskosten bei amazon ist irreführend. Extra-Profite haben etwas mit der Produktivität zu tun. Wenn Sie amazon ausbeuterische Praktiken unterschieben wollen, müssen sie Produktivitätsvegleiche der Mitarbeiter zu anderen Online-Bucchhändlern anführen.

  • 19.04.2012 23:12 Uhr

    von bobo:

    Die mit vielen Milliarden subventionierten und aufgebauten Glasfaser- und sonstigen Netze werden also begierig genutzt, aber für die Infrastruktur zahlen ist nicht drin.

    Amazon wäre auch ohne den Postversand DHL u.a. nicht denkbar. Diese nutzen auch Infrastrukturen.

    Aber solange Parteien wie die FDP bezahlte Lobbyschwätzer in Ministerien hieven, solange wirds diese Art Abzocke vom Steuerzahler geben.

  • 19.04.2012 20:59 Uhr

    von JürgenG:

    ...und? Völlig logisches, schulbuchmäßiges Unternehmertum. Die Regeln, national wie international, werden nicht von Unternehmen bestimmt, sondern von so genannten Volksvertretern! Fight the real enemies, um es mit Sinéad O'Connor zu sagen.

  • 19.04.2012 20:05 Uhr

    von Piratin:

    Was denn jetzt? Keine Steuern oder Steuern in Luxemburg?

    Deutschland kann doch auch die Steuern hier senken um solche Konzerne ins Land zu bekommen. Von Luxemburg sollte man ich Sachen Steuern endlich lernen!!

  • 19.04.2012 20:01 Uhr

    von werner rokern:

    Dabei handelt es sich nicht um eine Dibiose Praxis, sondern um eine Firma die ihren Hauptsitz in Luxemburg hat. Europa bietet freien Handel und da in Luxemburg die Steuern niedrig sind habe viele Firmen Ihren Hauptsitz in Luxemburg! ua. Skype und Amazon aber auch die größte Stahlfirma der Welt Arcelor Mittal...

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