Israels Verteidigungsminister Ehud Barak ermahnt die ägyptischen Behörden. Auf den Anschlag im Sinai gab es zuvor Hinweise, die nicht ernst genommen wurden.von Pierre Heumann

Geschlossen: Grenzübergang zwischen Ägypten und Israel bei Rafah. Bild: dapd
TEL AVIV taz | Der jüngste Überfall an einem ägyptischen Grenzposten im Sinai werde nicht der letzte terroristische Versuch sein, sagte Verteidigungsminister Ehud Barak. Er empfahl den ägyptischen Behörden, die Attacke als Weckruf zu verstehen. Israel erwarte von den neuen Machthabern in Ägypten Schritte zur Wiederherstellung der Sicherheit im Sinai.
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Nachdem mehrere maskierte Terroristen am Sonntagabend den Grenzposten angegriffen und mindestens 13 ägyptische Soldaten getötet hatten, versuchten sie nach Israel vorzudringen. Israelischen Sicherheitskräften gelang es, Attentate auf israelischem Gebiet zu verhindern, indem sie acht Attentäter töteten.
Die israelischen Geheimdienste hatten vor einigen Tagen Informationen über Pläne für einen bevorstehenden Angriff erhalten. Die Armee hatte sich deshalb entsprechend vorbereiten können. Israelische Touristen waren bereits am Donnerstag aufgefordert worden, den Sinai zu verlassen. Die US-Behörden erklärten darauf den Sinai ebenfalls zur gefährdeten Zone.
Israel hatte der ägyptischen Regierung die Informationen über den erwarteten Angriff zwar weitergeleitet, dort hatte man die Warnung aber nicht ernst genommen. Es sei ein Versuch, dem ägyptischen Tourismus zu schaden, spielte der ägyptische Gouverneur des südlichen Sinais die Information herunter. Israel erwarte nun von Ägyptens Geheimdiensten, dass sie sich künftig kooperativer zeigen als in den vergangenen Monaten, kommt es aus dem israelischen Verteidigungsministerium. Unklar bleibt vorerst die Absicht der Terroristen. Sie könnten Selbstmordanschläge oder die Entführung israelischer Soldaten geplant haben.
Die Hamas hat den Angriff auf ägyptische Soldaten im Grenzdreieck zwischen Israel, Ägypten und dem Gazastreifen verurteilt. Die Schmuggeltunnels, die den Gazastreifen mit der ägyptischen Halbinsel verbinden, seien dichtgemacht worden, damit die Attentäter Ägypten nicht verlassen können, sagte ein Sprecher des Hamaschefs Ismail Haniye. Der Grenzübergang in Rafah, der einzigen Verbindung zwischen dem Gazastreifen und Ägypten, wurde von den Ägypten für unbestimmte Zeit geschlossen.
Israelische und ägyptische Medienberichte gehen davon aus, dass Palästinenser aus dem von der Hamas kontrollierten Gazastreifen an der Attacken beteiligt waren. Sollte sich das bewahrheiten, wäre die radikal-islamische Hamas in einer heiklen Lage. Denn die Moslembruderschaft, zu der Mohamed Mursi, der frisch gewählte Präsident Ägyptens, gehört, ist die Mutterorganisation der Hamas.
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