Zukunftsjournalismus sichern

Anteile aufstocken

Wir benötigen jährlich etwa 500.000 Euro frisches Investitionskapital.

Bild: TOM

Liebe Leserinnen und Leser,

noch nie war die Gefahr so groß, sich bestens informiert zu fühlen und dabei doch so wenig wirklich zu wissen. Die Flut an Informationen ist grenzenlos, die vermeintlichen Nachrichtenflüsse versiegen nie. Wer sich drauf einlässt, kann schnell in einem permanenten Zustand der Erregung geraten. Durch immer mehr mobile Geräte wird der Konsum von Informationen einfacher und immer verführerischer.

Nun fallen diese technologischen Entwicklungen in Weltenläufte, die unüberschaubar werden. In der Folge der Kriege und Invasionen lösen sich ganze Staatengebilde auf, unberechenbare Milizen wüten durch ganze Weltregionen. Bündnisse, auf denen die Nachkriegsordnung gebaut war, zerfallen, vermeintlich beste Freunde werden zur Bedrohung.

Die Grundhaltung der taz

Für eine wirklich informierte Einordnung werden unabhängige JournalistInnen immer wichtiger, Frauen und Männer, die vor Ort recherchieren, Zeugnis geben und Informationen wägen - aufgrund eigener Erfahrung oder mit Hilfe unabhängiger Experten. Für diese journalistische Grundhaltung steht die taz seit ihrer Gründung. Mit der Hilfe der Genossenschaft ist es möglich, diese Ethik weiter zur Grundlage unserer Arbeit zu machen - und auch in der Medienkrise unser weltweites Korrespondentennetz aufrecht zu erhalten.

Angesichts neuer geopolitischer Entwicklungen müssen wir uns immer fragen, ob unsere eingeübten Gewissheiten noch die richtigen sind? Sind die Unverrückbarkeiten, die Tabus, die gerade die aufgeklärte Linke über viele Jahrzehnte mit Recht verteidigt hat, wirklich unantastbar?

Schutz und Freiraum

Wir stellen uns diesen Fragen nicht nur innerhalb der Redaktion, sondern tragen die Diskussionen, diese Gefechte auch im Blatt aus. Genau das hat die taz schon immer stark gemacht: Auch die eigenen Positionen zu den großen Fragen nach Krieg und Frieden, nach Gerechtigkeit, nach der Rolle der Religionen immer wieder zu hinterfragen.

Wir können diese Lebendigkeit nur leben, weil die Genossenschaft uns dafür den wirtschaftlichen Schutz und Freiraum gibt. Wir müssen uns in einem guten Sinne weder um die Herrschaftsmeinungen noch den Begehrlichkeiten unserer Anzeigenkunden kümmern.

Die Genossenschaft gibt uns die Freiheit, die ein freier Geist braucht, um lebendig zu bleiben.