Apple verzichtet auf das US-Öko-Siegel „Epeat“. Im Gegenzug verzichtet San Francisco künftig auf den Kauf von Apple-Computern und hofft auf die Signalwirkung der Aktion.von Patrick Loewenstein

Schick und ohne Öko-Siegel: das neue MacBook Pro. Bild: dpa
BERLIN taz | San Francisco will seinen Behörden in Zukunft verbieten, Apple-Computer anzuschaffen. Die Verwaltung reagiert damit auf den Verzicht des Konzerns auf das „Epeat“-Ökosiegel (Electronic Product Environmental Assessment Tool). Das Zertifikat garantiert ökologische Mindeststandards eines elektronischen Produkts. Die Stadt hofft, Apple mit dem Boykott zum Umdenken zu bewegen, berichtet das CIO Journal, ein Technikblog des Wall Street Journals.
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Laut Vorgaben der Regierung müssen 95 Prozent der Neuanschaffungen den Epeat-Standard erfüllen. Viele namhafte US-Universitäten setzten das Epeat-Siegel ebenfalls voraus. Die Cornell University und die University of California in Berkeley teilten dem CIO-Journal mit, mögliche Anschaffungen von Apple-Computern „sehr genau zu überdenken“.
Eine Anfrage der BBC, warum Apple den Epeat-Standard, den die Firma 2006 mit ins Leben gerufen hatte, nun ablehnt, blieb ohne Antwort. Aber Apple wehrt sich. Die Produkte seien in „anderen ökologischen Belangen, die nicht in die Epeat-Bewertung eingingen, etwa in der Entsorgung giftiger Materialien“ führend, so ein Firmensprecher. Michael Gartenberg vom Marktanalysten Gartner sieht das ähnlich und glaubt nicht, dass die Entscheidung Apples einen großen Einfluss auf den Absatz haben wird.
Im Gegensatz zu Apple sieht Epeat-Chef Robert Frisbee gerade die giftigen Materialien als Problem, denn in dem neuen MacBook Pro ist der Akku eingeklebt – und das macht das Recycling sehr kompliziert.
Im Vergleich zum Konzernumsatz sind die Beträge, die die Stadt für Apple-Computer ausgibt, mit rund 45.000 Dollar (2010) marginal. Die Symbolwirkung ist es nicht. Apples Firmensitz in Cupertino liegt nur 70 Kilometer von San Francisco entfernt. Außerdem ist die Stadt bekannt für seine Vorreiterrolle in ökologischen Belangen.
Auch Chris Geiger aus dem Umweltamt San Franciscos weißt im CIO-Journal auf die Symbolkraft der Entscheidung hin. „Was die Summe angeht, ist die Aktion ein Schuss in den Ofen, aber es gibt viele Städt und Landkreise, die tun werden, was San Francisco tut.“ Wie groß der Einfluss von Apples Entscheidung gegen das Öko-Siegel auf das Privatkundengeschäft ist, wird sich zeigen.
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Leserkommentare
12.07.2012 11:20 | shenanigans
Auch in diesem Artikel wieder (wie auch im Artikel "Schön ja, öko nein"), stimmt so nicht! ...
11.07.2012 16:29 | Horst Porst
Mich nerven ja einerseits die Ami-mäßig aggressiven Diffamierungskampagnen solcher Vereine, ähnlich ist Greenpeace: Jedes J ...