Arabischer Intellektueller über Israel
„Wir gelten als Kreaturen des Westens“
Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal über Israelkritik und die postkoloniale Mythenbildung arabischer Nationalisten und Islamisten. Er plädiert für eine Zweihäuser-Lösung.von Reiner Wandler
Leserkommentare
05.08.2012 23:25 Uhr
von Chuchem:
Der Herr Wandler scheint stark an den Palästinenser zu hängen, ohne zu reflektieren, wer die Objekte seiner Begierde sind. Man kann angespuckt werden, und es als Regen deklarieren. Wen Herr Wandler den Staat Israel, aus der Region eliminieren will, wie die meisten Akteure, die mit einem Staat belohnt werden wollen, nachdem ihnen die gewaltsame Verhinderung der UNO-teilung nicht gelungen ist, dann begehrt er weiter eine Gesellschaft, die lügt und mordet.
05.08.2012 10:40 Uhr
von Student:
@UTE und Konsorten
Es ist schon bemerkenswert was für faschisten hier sind, aber die taz war schon immer ein Sammelbecken von "Intellektuellen" linken Partei genossen' um so mehr begrüße ich dieses Interview seitens der taz.
Nun will ich aber mal ein bisschen aufräumen, was haben Sie gesagt Ute es gab nie einen 2 Länder Teilungsplan wo den Palästinernsern Wein eigener Staat eingeräumt wurden ist? Das ist Ihrerseits eine LÜGE, es gab einen dieser wurde sogar von Israelis und jüdischen Plastinern angenommen, ABER von den arabischen Palästinernsern blockiert!
Israel hat immer den Fireden gesucht, aber als Sie im 7 Tage Krieg 1967 sich gegen eine Übermacht verteidigt haben und zurück geschlagen haben, da haben Sie natürlich auch Boden annektiert der Ihnen nicht gehört hat wie die Golanhöhen und das aus taktischen Gründen! Das übrigens ist in jedem Krieg so, der Verlierer muss Gebiete an den Gewinner abtreten, da reicht nur ein Blick ins Deutsche Geschichtsbuch.
Aber das beantwortet immer noch nicht die Frage woher dieser Antisemitismus seitens Muslime gegen Israelis kommt, die Antwort muss im Koran liegen.
Um so mehr begrüße ich solche Intellektuelle die sich gegen die Mainstream stellen und Ihre Sicht der Darstellung für Frieden und gemeinsames miteinander, trotz persönlicher Repressalien und Gefahr, zur Sprache bringen.
Es muss endlich aufhören das besonders Araber, für alles die Israelis verantwortlich machen. Die Schuld muss man bei sich selbst auch suchen und sich die Frage stellen " Wie können wir in Frieden Zusammenleben".
Leider sind die Menschen aus Arabischen Ländern noch nicht so weit, wie der Arabische Intellektuelle gesagt hat.
Übrigens wer war den schon von euch Kritkern, Hetzer passt eigentlich besser, in Palästina oder Israel?
Wahrscheinlich keiner, dann wüsstet Ihr nämlich auch das Araber die gleichen rechte wie Israelis in Israel genießen und das im Gazastreifen schon lange kein Mensch mehr verhungern muss, im Vergleich zu Afrika. Und ja, sogar Freibäder hat man da etc. also immer schön den Ball flach halten mit eurem Israel Basching!
18.07.2012 00:02 Uhr
von SomaRiot:
@ von
Ich erkläre es gern:
mitbewohner schreibt:
"Dieser Mann ist nur ein Instrument- schade das Er selber es nicht merkt..."
Er kann sich nicht vorstellen, dass Herr Sansal aus eigener Einsicht eine andere Auffassung zum Nahostkonflikt hat als wohl die große Mehrheit der AraberInnen. Deswegen glaubt Mitbewohner, dass Sansal ferngesteuert sein muss, weil er als Araber nur wie andere Araber denken kann bzw. darf.
Genauso (oder ncoh schlimmer) ute:
"Er scheint damit wirklich jemand zu sein, den man als „Kreatur des Westens“ ansehen muss, aber einer, die mit den Widersprüchen und Konflikten Algeriens nicht klar kommt. Da sollte er Palästina nicht hineinziehen."
Herr Sansal darf nicht selbt auf seine Gedanken gekommen sein, nein, er muss eine Kreatur des Westens sein. Und wenn ein Araber nicht die von ute zugedachte Rolle einnimmt soll er das Maul halten und Palästina nicht hineinziehen.
Das halte ich für rassistisch. Weil Arabern abgesprochen wird, sich selbstständig eine eigene Auffassung bilden zu können oder zu dürfen.
Natürlich würden mitbewohner und ute auch gegenüber Nichtarabern ihre eigene (mE falsche) Meinung zum Nahostkonflikt vertreten. Sie würden nicht sagen, ein Belgier, der proisraelisch argumentiert, sei "vom Westen" gesteuert. Das sind nur die dummen, aber unschuldigen Araber.
Hinreichend erklärt?
17.07.2012 19:37 Uhr
von Hans Stoffel:
Nicht alle arabischen Intellektuellen gelten als "Kreaturen des Westens", dieser aber schon (und da er vermutlich nur seinesgleichen als "Intellektuelle" betrachtet ist seine Aussage sogar subjektiv richtig). Und das dies berechtigt ist, hat er in dem Interview grandios bewiesen.
Es grüßt Euch: Stoffel
16.07.2012 15:01 Uhr
von best of:
@ end : the hamas-forentroll:
„end“, der überführte Lügner, lügt, Sansal verbreite israelische Lügen...
natürlich ohne dies zu belegen...:
Der Witz des Monats...
Aber mal wieder eine tolle Gelegenheit, seine antisemitische Propaganda unterzubringen...
@ Mario Nette:
es gab zu keinem Zeitpunkt ein „Palästina“ als Staatsgebilde. Folglich auch keine
„ palästinensische Gebiete“.
Es gibt einen Unterschied zwischen Privateigentum (Grundstück) und dem Staat auf dem sich dies befindet....
16.07.2012 14:21 Uhr
von @SomaRiot:
"Mit Ihrem betonierten Weltbild verursachen Sie körperlichen Ekel."
Ihre körperlichen Befindlichkeiten dürften für die breite Leserschaft uninteressant sein. Erklären Sie mal lieber in welcher Weise rassistisch argumentiert wurde. Bin gespannt.
16.07.2012 13:31 Uhr
von R.J:
Israels Rechte als kleine Minderheit, die nicht durchsetzen könne, was sie wolle, nämlich keinen palästinensischen Staat zuzulassen.
Der Mann leidet an Reatlitätsverlust oder hat keinen blassen Schimmer, was tagtäglich im Heiligen Land passiert.
Israels Rechte, dass ist die Mehrheit im Parlament, das sind die Regierungen, die diesen Staat ausmachen.
16.07.2012 11:04 Uhr
von end.the.occupation:
Ein Araber, der den Mythen und Lügen israelischer Provenienz Glaubwürdigkeit verleiht.
Das macht ihn nützlich, womit die Vorraussetzung erfüllt ist, um - a. - von der taz wahrgenommen und - b. - als 'Intellektueller' angepriesen zu werden.
15.07.2012 23:08 Uhr
von SomaRiot:
Ute und Mitbewohner:
Sie sind ideologisch so eingemauert, dass Sie sich Herrn Sansal nur als ferngesteuert vorstellen können. Das ist natürlich rassistisch. Aber das würden Sie nie merken. Mit Ihrem betonierten Weltbild verursachen Sie körperlichen Ekel. Gute Besserung.
15.07.2012 21:15 Uhr
von Mario Nette:
Palästina verschwindet langsam von der Landkarte und Herr Sansal bestreitet diesen Erodierungsprozess, indem er sagt "Radikale" hätten im demokratischen Israel doch so gut wie keinen Einfluss ergo gibt es auch keine Bestrebungen palästinensische Gebiete Israel einzuverleiben. Da lachen ja die Hühner! Weiß der nicht, wer in Israel gerade welche Politik macht? Oder stellt er sich nur dumm? Nicht ernst zu nehmen, der Mann.
15.07.2012 15:51 Uhr
von Ute:
Der Mann ist schlicht historisch ungebildet, denn von 2 Häusern war bei dem UN-Teilungsvorschlag nicht die Rede, da waren keine Vertreibungen vorgesehen und die Palästinenser in dem „jüdischen Teil“ Palästinas sollten ein uneingeschränktes Recht auf freie Entfaltung haben.
Und wenn er genauer hingeschaut hätte, dann wüsste er auch, dass dies nur die Fassade war, die genau jene Mächte dem Teilungsvorschlag hatten geben wollen, um ihn überhaupt in der damaligen noch weitgehend von den Kolonialmächten mitbestimmten UN durchzubringen.
Genau jene Mächte nämlich, die dann im Sicherheitsrat die Umsetzung des Teilungsvorschlages durch ein Eingreifen der UN mit militärischen Mitteln verhinderten.
Und überhaupt wird auch nicht deutlich, dass es sich bei israelischen Schriftstellen doch nur um Ausnahmen handeln kann, mit denen man sich überhaupt auseinandersetzen sollte. Denn jene unter ihnen, die überhaupt einen Blick auf die Rechte der Palästinenser haben und auch die Geschichte nicht mit Geschichtsklitterungen oder religiösideologischen Gerümpel darbieten, ist doch äußerst gering.
Er scheint damit wirklich jemand zu sein, den man als „Kreatur des Westens“ ansehen muss, aber einer, die mit den Widersprüchen und Konflikten Algeriens nicht klar kommt. Da sollte er Palästina nicht hineinziehen.
Israelische Schriftsteller werden auch in Deutschland schon zu genüge als "Friedensapostel" vermarktet, selbst dann, wenn sie als Zionisten allenfalls Teile des Westjordanlandes aufgeben wollen und über die Rückgabe von Eigentum an Palästinenser, das in heutigem Israel liegt, auch nicht im Entferntesten denken, auch nicht an deren Recht auf Rückkehr.
Die wenigen anderen, die das an Palästinensern begangene Unrecht voll und ganz anerkennen und benennen, werden erst gar nicht an die Rednerpulte gelassen.
15.07.2012 12:20 Uhr
von Mitbewohner:
Sansal ist nichts besonderes, seine Aussagen z.T. grenzwertig was die Realität betrifft- ja was sagt Er eigentlich? nur die bösen Araber, Moslems etc. Schon lange nichts anderes von diesem "Herren" gehört. Spielt es vielleicht eine Rolle die Minderheit der "Berber" in den nordafrikanischen Ländern zu vertreten um dann den vom Westen erhoffen "Umschwung" in Algerien und Marokko(Berberländer) anzustossen? Dieser Mann ist nur ein Instrument- schade das Er selber es nicht merkt...
15.07.2012 10:06 Uhr
von mehrdad:
endlich eine vernünftige, aber extrem seltene stimme aus der arabischen welt.
er sieht, wie "schlimm" seine arabischen brüder in israel leiden müssen.
"apartheid in israel"?
hier die antwort für alle israelhassende propagandisten. basierend ausschliesslich auf fakten. etwas, was israelhasser nicht anzubieten haben:
http://elderofziyon.blogspot.de/p/eoz-posters-for-apartheid-week.html
ich kann nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte, wenn ich mir die falsche berichterstattung und die hasspropaganda gegen israel und juden anhören muss.
15.07.2012 08:43 Uhr
von guntherkummmerlande:
Intellektuelle können sich nur über die Meinungsfreiheit profilieren, deshalb
ist die Meinungsfreiheit das wichtigste
Gut, welches sie hauptverantwortlich schützen müssen.
Der Westen muss die Menschenrechte z.B. in
Algerien sicherstellen, weil die UNO jämmerlich
versagt und Annan längst abgewählt gehört!!!!
Über die Meinungsfreiheit, über die Freiheit
der Kunst und Kultur und vor allem über das
SEIN der Intellektuellen und ihrer Musen
können Sie die Bevölkerung automatisch
zum besseren hinerziehen, weil die durch
Sie entstehende Schönheit erst Glanz ins
Leben der Bevölkerung getragen werden kann!!!
Deshalb ist jeder erfolgreiche Künstler, Schriftsteller, Musiker, kollegiale Unternehmer,
Model, Muse, usw. immer auch ein Vorbild(m/w) und Maßstab.
Die Schwierigkeit liegt darin, dies im Einklang mit
dem Islam zu machen.
Deswegen wäre es sinnvoll, neben der weltlichen
Funktion auch eine islamische Funktion anzunehmen,
um von Innen diesen Erneuerungsprozess mit
zu vollziehen. Denn auch der Islam braucht die Erneuerer, um nicht unterzugehen!!!
Hätten das die iranischen Intellektuellen begriffen,
wäre die Situation bereits völlig entschärft.
Der Westen war leider viel zu blöd Herrn Chatami
mehr außenpolitisches Gewicht und Erfolg zu gönnen
und einen gemäßigten Islam für seine Weisheit
und Friedfertigkeit zu belohnen und ihn
zu einen ständigen weltlich-religiösen Dialog
im Inland anzumahnen!!!!!
Selbst Ahmedinadschad hätte durch mehr persönliche
Achtungserfahrung und eine Aufarbeitung des
iransich-irakischen Kriegstraumas deradikalisiert
werden können und die Region dauerhaft
wirtschaftlich zuverlässig und friedfertig justiert
werden können. Die Außenpolitik im Nahen Osten
ist zum Gotterbarmen. Es wird Zeit, dass die USA
und Europa ihre eigenen Fehler aufarbeiten ,um
Aufarbeitung der iranischen Mißstände einfordern zu
können!
Wir müssen dauerhaftes Vertrauen aufbauen und
keine Erdölkriege führen!!!!
Länder in Wohlstand sind viel offener für
Veränderungen, als Länder im Notstand!!!
14.07.2012 14:02 Uhr
von Angelo:
Nicht nur die arabischen Intellektuellen schweigen, Muslimen scheint das Individum, freies Denken an sich ein Graus zu sein. Um so mehr hoffe ich, dass Herr Sansal nicht der Letzte ist, der den Luxus eines freien Geistes über das Verlangen der Islamisten stellt jedwelches Hinterfragen dieser durch Fatwas o.ä. zu untergraben.
14.07.2012 10:39 Uhr
von Fritz:
Westbank oder Ostisrael? So geht es weiter. Erst Ostjerusalem, dann der Rest.
Es ist absolut keine Minderheit, die sich wie in Ostjerusalem so auch auf der Westbank auf geschichtliche Wurzeln beruft. Es ist der absolute Mainstream. Gerichtsentscheidungen werden nicht umgesetzt, wenn es um die Raeumung von Siedlungen geht, und so weiter.
Die angeliche Zweistaatenloesung ist eine Notluege.
14.07.2012 08:26 Uhr
von Thorsten Büchner:
Interessant, wie der Interviewer die ganze Zeit versucht, den Befragten auf eine antiisraelische Linie zu zwingen. Aber Boualem Sansal hält mit historischen Fakten dagegen und offenbart eine Aufgeklärtheit, die man im arabischen Raum ansonsten vermisst. Ein grandioser Mitmensch.
14.07.2012 08:19 Uhr
von Memo:
Schön guten Morgen , mich wundert es nicht dass solche Menschen wir B. S wo anders und nicht in Algerien Erfolg haben , denn damals wo Algerien Marokko u s w besetzt waren , nannte man Sie "" AL ma7amiyin " das heisst die geschützte sie waren bereit und sind es immer noch alles zu tun so gar ihr land und ihre Identität gegen paar cents zu tauschen nur damit die andere Seite mit denen zufrieden ist. Das Traurige an der ganzen Geschichte ist den leser nur die halbe Wahrheit zu ermöglichen die andere Helfte verschindet durch ganz präzise durchdachte Fragen.Israel lädt alle mögliche Leute ein die die Araber und ganz genau den Islam schlecht darstellen, unabhängig davon ob die eingeladene Person irgend was kann , WIchtig ist dass diese Person den Islam und die Araber kritisieren , Nur das muss man können.
Danke
14.07.2012 07:19 Uhr
von XXX:
Ein wunderbarer, wenn auch beklemmender, Artikel. Wenn es nur mehr solcher Leute gäbe...
14.07.2012 06:53 Uhr
von J.Riga:
Die Ausführungen des algeriers zeigen, warum Intellektuelle in diesem Konflikt keine Rolle spielen: weil sie keine vernünftigen Ideen beisteuern,
sondern nur den alten Käse aufwärmen, den die UNO und die gesamte Staatenwelt seit 1948 anbietet, nämlich die unsalomonische Zerstörung des Landes durch Teilung.
Nur eine EIN-STAATEN-LÖSUNG kann beiden Völkern in Palästina gerecht werden. aber selbst Literaten können sich das offensichtlich nicht vorstellen. Armes Israel!
13.07.2012 21:47 Uhr
von Zürcher:
Ein beeindruckendes Interview eines selbstständig denkenden und mutigen Mannes, denn seine Aussagen können ihn in Gefahr bringen: in der muslimischen (und inzwischen auch der westlichen Welt) gehört die Verteufelung Israels zum Standardprogramm.
" Lange hat man gedacht, der Islamismus wäre eine unbedeutende Irrlehre, die vom Weg der Religion abgekommen ist. Das ist nicht so. Es handelt sich um eine echte faschistische Ideologie, mit einem politischen Projekt und einer Strategie, um sich die Welt untertan zu machen."
Hiesige Propagandisten müssen ihn gleich für einen islamophoben Rechtspopulisten erklären.
13.07.2012 20:17 Uhr
von Mensch, Herr Wandler...:
Da verschwenden Sie ungefähr drei viertel des Interviews darauf von Sansal eine Bestätigung Ihrer limitierten Sicht auf den israelisch-palästinensischen Konflikt zu bekommen. Gab es keine anderen Themen zu denen man einen Intellektuellen aus der arabischen Welt befragen hätte können? Das Interview hat jedenfalls ein enormes geistiges Gefälle zwischen Interviewer und Interviewtem preisgegeben.