Torben Becker
sichtet die sozialen Bewegungen der Stadt

Wir Menschen verbrauchen Jahr für Jahr mehr Ressourcen, als der Planet zur Verfügung stellen kann. Am 2. Mai 2018 hatte Deutschland bereits die diesjährigen natürlichen Ressourcen aufgebraucht. Das ergaben Berechnungen der Forschungsorganisation Global Footprint. Seitdem leben wir sozusagen auf Pump. Doch ist es nicht Zeit, sich von dieser Abwärtsspirale zu emanzipieren? Die ökologische Ausbeutung unseres Planeten verschärft das globale Ungleichgewicht und zeitigt in kürzer werdenden Abständen Krisen. Für immer mehr Menschen wird der Klimawandel zunehmend spürbar, gar bedrohlich. Es ist also höchste Zeit, Alternativen zu finden. Unter dem Titel „Generation Nachhaltigkeit“ wird auf dem Campus Adlershof der Humboldt-Universität zum vierten Mal ein Symposium ausgerichtet, um soziale, politische und technologische Lösungsansätze miteinander zu verzahnen: Wie ist ein nachhaltigeres Leben möglich? Was muss sich mit Hinblick auf das eigene Konsumverhalten ändern und was auf der Partizipationsebene der EU-Politik? Rund 20 Vorträge, Workshops und Aktionen finden im Rahmen des Symposiums statt. (27. – 29. 7., Geographisches Institut am Campus Adlershof, alle Informationen unter: www.generationnachhaltigkeit.wordpress.com).

Einblicke in den gelebten Widerstand gegen Ressourcenausbeutung geben am Freitag Aktivist*innen aus dem Hambacher Forst. Dieses in Nordrhein-Westfalen gelegene Waldgebiet ist seit nunmehr sechs Jahren besetzt. Denn die verbleibenden 300 Hektar des 12.000-jährigen Waldgebiets sind bedroht, dem Braunkohletagebau Hambach weichen zu müssen. In der Tempest Library berichten Aktive über die aktuelle Besetzungssituation, Repressionen und diskutieren neben Unterstützungsmöglichkeiten von inhaftierten Aktivist*innen die Übersetzung von angewandten Widerstandsstrategien in andere Kontexte (27. 7., Reichenberger Straße 63a, 19 Uhr).

Einleitend wurde vollmundig von Emanzipation gesprochen. Als Begriff der Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit wird er oft als universelle Grundlage linker Politiken angeführt. Aber welche sozialtheoretischen Voraussetzung müssen bei der Verwendung des Begriffs bedacht werden? Die Emanzipatorische Linke Berlin lädt hierzu ins Aquarium zur Diskussion über den politischen Wert des Begriffs. Nach erfolgter Anmeldung erhalten Sie für die Diskussion die von Michael Brie bisher unveröffentlichte Textgrundlage „Emanzipation – eine Vier-in-Einem-Perspektive“ (31. 7., Skalitzer Straße 6, 16 Uhr, Anmeldung: themali.berlin@gmail.com).