das portrait

Matthäus Weiß stärkt Minderheiten

Bekam den Europäischen Bürgerpreis für sein Engagement: Matthäus Weiß Foto: Markus Scholz/dpa

Matthäus Weiß freut sich sehr über seinen Preis. Auch, wie er selbst sagt, weil er ein paar Sätze loswerden konnte – über die Gefahren des Rechtspopulismus und zunehmende Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. Am Montag bekam Weiß in Berlin den Bürgerpreis des Europäischen Parlaments verliehen.

Seit fast 40 Jahren setzt er sich für Sinti und Roma ein. Zunächst im ganz kleinen Rahmen, seit 1993 ist Weiß erster Landesvorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Verbands Deutscher Sinti und Roma.

Weiß und sein Landesverband sorgten maßgeblich dafür, dass Sinti und Roma in Schleswig-Holstein deutlich weniger antiziganistischen Anfeindungen ausgesetzt sind als im Rest des Landes, sagt Ulrike Rodust (SPD). Die Abgeordnete des Europäischen Parlaments schlug den 68-Jährigen für die symbolische Ehrung vor und überreichte ihm den Preis persönlich.

Weiß und Rodust kennen sich schon lange. Sie war früher Landtagsabgeordnete und Weiß setzte sich jahrelang dafür ein, dass Sinti und Roma gemeinsam mit den anderen anerkannten Minderheiten namentliche Erwähnung in der Schleswig-Holsteinischen Verfassung finden. Nach fünf gescheiterten Versuchen erreichte er 2012 sein Ziel. Weiß’Engagement endet aber nicht bei den Sinti und Roma. Er arbeitet eng mit den anderen Minderheiten des Landes zusammen. „Diese Zusammenarbeit hat internationale Vorbildfunktion in der Minderheitenpolitik“, sagt Rodust.

Richtungweisend sind auch die anderen Projekte, die der Verein unter der Leitung ihres Landesvorsitzenden Weiß auf den Weg gebracht hat. So arbeiten beispielsweise vom Landesverband bezahlte MediatorInnen und BeraterInnen an Kieler Schulen, um die Bildungschancen von Kindern zu verbessern.

„Matthäus Weiß ist ein ruhiger, bescheidener Mensch, der sich mit all seiner Kraft und der Unterstützung seiner Familie schon lange für die Sinti und Roma in Schleswig-Holstein einsetzt“, sagt Rodust. „Es wurde Zeit, ihn auch mal in die erste Reihe zu stellen.“

Marthe Ruddat