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Und wieder reicht es Cardi B

Die US-Rapperin nutzt ihre Reichweite in sozialen Netzwerken, um Politik zu machen. Und um uns zu unterhalten.

Wer kennt es nicht: In Zeiten von Social Media fällt es schwer, die wirklich großen Probleme im Auge zu behalten, die eine Gesellschaft nachhaltig belasten. Ständig hageln Nachrichten auf uns ein, ständig stehen wir vor der Frage: Scrolle ich über eine weitere deprimierende Long­read-Analyse? Oder schaue ich mir lieber dieses niedliche Hausschwein an?

US-Rapperin Cardi B weiß um diese Problematik, in der Intellekt und Wohlbefinden quasi minütlich miteinander konkurrieren – und sie nutzt ihre Reichweite entsprechend für BEIDES: Sie versorgt uns mit Neuigkeiten aus ihrem Sexleben UND sie kommentiert das Politgeschehen, wann immer sie das Gefühl hat, das muss jetzt sein.

Und ihr Gefühl trügt sie nie: So teilte die Rapperin, die innerhalb weniger Jahre ihren Job als Stripperin aufgab, um einer der weltweit erfolgreichsten HipHop-Stars zu werden, 2016 schon ein Video, in dem sie vor der restriktiven Migrations­politik warnte, die Trump vertritt, und ihre Fans stattdessen dazu aufrief, den Demokraten Bernie Sanders zu unterstützen.

2017 folgte eine Cardi-B-Kritik am Umgang mit dem American-Football-Star Colin Kaper­nick, der aufgrund seiner Solidaritätsgesten für die Black-Lives-Matter-Bewegung kurzerhand aus der National Football League verbannt wurde. Ein Jahr darauf, kurz nach Trumps Steuerreform, forderte Cardi B in einem Instagram-Video mehr Transparenz über den Verbleib ihrer Steuerabgaben, da der Sozialstaat ja offensichtlich nicht gestärkt werde.

Und nun folgte ein weiteres Video, das über das vergangene Wochenende viral ging. Darin macht Cardi B ihre Fans darauf aufmerksam, dass Trump die aufgrund der Haushaltssperre seit drei Wochen zwangsbeurlaubten Beamten auffordert, zurück an ihre Arbeit zu gehen – unbezahlt. „All for a fucking wall“, empört sich die Rapperin.

Während Hunderttausende Fans sie dafür feierten, ließ es sich die konservative TV-Moderatorin Tomi Lahren nicht nehmen, auf Twitter abfällige Bemerkungen über das Video („idiotisch“) zu machen. Und kassierte die entsprechende Antwort: „Du bist so verblendet von deinem Rassismus. Du merkst nicht einmal, dass der Präsident, den du anfeuerst, dieses Land zerstört, das du angeblich so sehr liebst. Egal für wie klug und gebildet du dich hältst, du bist trotzdem einSchaf!“ (fay)