Ein Reaktorblock des AKW Cattenom in der Nähe der deutschen Grenze wurde abgeschaltet. Der technische Defekt ist bereits das 750te sicherheitsrelevante Ereignis seit der Inbetriebnahme.

Abendidyll: das AKW Cattenom im Osten Frankreichs. Bild: reuters
CATTENOM/SAARBRÜCKEN dpa | Die Pannenserie im französischen Atomkraftwerk Cattenom nahe der deutschen Grenze reißt nicht ab. Dort kam es nach Angaben des saarländischen Umweltministeriums erneut zu einem Zwischenfall.
Wegen eines technischen Defekts an einem Generator sei der Reaktorblock 2 am Dienstagmorgen vom Netz genommen worden, teilte das Umweltministerium in Saarbrücken mit. Der Vorfall habe aber nach Angaben des Betreibers keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlagen, auf das Personal und die Umwelt.
Dieser Block war bereits am 10. Februar wegen eines technischen Fehlers automatisch abgeschaltet worden. Auch damals soll keine Gefahr für die Sicherheit der Anlage bestanden haben. Am 6. Februar hatte die französische Atomaufsicht ASN einen seit Jahrzehnten bestehenden Sicherheitsmangel nachträglich als Störfall eingestuft.
Insgesamt wurden in Cattenom seit der Inbetriebnahme des ersten Reaktorblocks 1986 rund 750 sicherheitsrelevante Ereignisse registriert. Cattenom ist nur wenige Kilometer Luftlinie von den Grenzen zu Deutschland, Belgien und Luxemburg entfernt.
Der saarländische Landtag und die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) hatten sich für eine Abschaltung ausgesprochen. Auch der luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker dringt auf eine dauerhafte Stilllegung der Anlage.
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