Der des Mordes verdächtigte Paralympics-Sportler Oscar Pistorius darf ab sofort ins Ausland reisen. Ein Gericht hat seine Kautionsauflagen gelockert.

Wird er nun an Wettkämpfen teilnehmen? Bild: ap
PRETORIA dpa | Die Kautionsauflagen für den mordverdächtigen Paralympics-Star Oscar Pistorius sind teilweise aufgehoben worden. Der 26-jährige Südafrikaner darf nach dem Urteil eines südafrikanischen Richters vom Donnerstag in Pretoria in Absprache mit den Behörden ins Ausland reisen, um dort an Sportwettbewerben teilzunehmen.
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Pistorius muss allerdings jede Reise eine Woche vor Antritt anmelden und eine genaue Reiseroute einreichen. Nach seiner Rückkehr muss er zudem seinen Pass wieder abgeben.
Der beidseitig beinamputierte Sportler war am 22. Februar gegen eine Kaution von einer Million Rand (84 000 Euro) aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Er hatte am 14. Februar in seinem Haus in Pretoria durch eine geschlossene Toilettentür seine Freundin Reeva Steenkamp (29) erschossen. Er habe einen Einbrecher im Haus vermutet, begründete Pistorius seine Tat.
Die Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn des „vorsätzlichen Mordes“. Seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft lebt der behinderte Profisportler im Haus seines Onkels in Pretoria. Der Prozess gegen Pistorius soll am 3. Juni beginnen.
Die Anwälte von Pistorius setzten durch, dass auch andere Kautionsauflagen aufgehoben wurden. Dazu gehören das Verbot, in sein Haus zurückzukehren sowie Alkoholtests und eine regelmäßige Meldepflicht bei den Behörden. Richter Bert Bam meinte, es habe für das zuvor zuständige Gericht „keinen Grund“ gegeben, solch strikte Auflagen zu bestimmen.
Der internationale Leichtathletikverband (IAAF) hat nach Berichten südafrikanischer Medien bestätigt, dass Pistorius an internationalen Sportkämpfen teilnehmen könne. Der Verband würde nach dem Prinzip der Unschuldsvermutung gegenüber Pistorius handeln.
Er müsse selbst entscheiden, ob er wieder antreten möchte, betonte der Agent von Pistorius, Peet van Zyl, laut der südafrikanischen Nachrichtenagentur Sapa. Allerdings habe der Athlet in der jüngsten Zeit nicht richtig trainiert, „und wenn ein Mann so lange nicht mehr trainiert hat, kann er nicht einfach wieder im Wettkampf antreten“.
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