• 18.10.2012

Aufruf von FilmkritikerInnen

Offener Brief an die Filmakademie

FilmkritikerInnen wenden sich mit einem offenem Brief gegen die Vergabepolitik des Deutschen Filmpreises. Der Vielfalt des deutschen Films werde nicht entsprochen.

  • 19.10.2012 00:00 Uhr

    von Edwin Analog, die alte Pottsau aus dem Außendienst:

    @ADA

    Leider alles falsch, was Du da schreibst, ALLES. Mannomannomann...

  • 18.10.2012 16:58 Uhr

    von ADA:

    Liebe Filmkritiker, leider verschweigen Sie, dass der Regiepreis, und der Produzentenpreis sehr zum leitragen der großen Filmproduktionen regelmäßig an anspruchsvolle Kleinstproduktionen vergeben wird. Z.b Andreas Dresens Filme, laufen überwiegend außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung, dennoch werden seine Filme regelmäßig mit Preisen überhäuft. Bei nüchterner Betrachtung der Preisvergabe drängt sich eher das Bild auf, ob Mainstream Produktionen seit Vergabe durch die Akademie Mitglieder deutlich schlechter gestellt sind, als bei der alten Praxis, bei der SIE! die Filmkritiker zusammen mit unkundigen Politikern und/oder Vertretern der Kirche und der Videotheken Betreibern die Preise in Gutherrenart verteilt haben. Die jetzige Preisverleihung ist ein aufwendiger demokratischer Prozess’ an dem 1300 fachkundige Kollegen beteiligt sind. Seit Jahren bemüht man sich demokratisch vorbildlich mit allen möglichen Versuchen Stellschrauben zu finden, um eine fast schon absurde Gerechtigskeitshöhe zu erfüllen. In den technischen Disziplinen bekommen natürlich für Filme Preise, in denen unsere weltweit hochgeschätzten Fachkollegen endlich von den Produzenten entsprechende Budgets zur Verfügung gestellt bekommen, um Ihre Qualifikation in internationales Niveau umsetzen zu können. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals mit einen Filmkritiker nach einer Vorführung zur meiner Arbeit an meiner Disziplin gesprochen zu haben, Fragen Sie doch mal einfach Kollegen, anstatt die Preise für ( wie sie es nennen) technische Kategorien einfach in Frage zu stellen, wie Sie das tun.Roland Emmerich, der selbst wie andere erfolgreiche Produzenten weder einen Regiepreis noch einen Produzentenpreis bekommen hat, hat seiner Crew optimale Umsetzungsmöglichkeiten gegeben, und zurecht werden diese auch ausgezeichnet. Liebe Filmkritiker, all dies verschweigen Sie, ebenso den Umstand, dass Sie eingeschnappt sind, weil Sie sich Ihrer eigenen wichtigen Wahrnehmung beraubt fühlen, Sie verschweigen auch, dass Sie nicht Mitglied der Akademie werden können, übrigens ebenso wie Fernsehredakteure ( so viel zum Thema DEGETO ). Seit Jahren buhlen Sie im Einklang mit den Fernsehredakteuren um eine Mitgliedschaft in der Akademie. Ich erzähle mal internes. Bei nahezu jeder Sitzung versuchen ausgerechnet die Produzenten (!) Mitgliedsmöglichkeiten für Filmkritiker und Fernsehredakteure durchzubekommen. Wohl nicht ganz ohne Druck der Fernsehredakteure und Ihrerseits. Die Ablehnung der 1300 Mitglieder dagegen steht wie eine Front. Das Beste an der Filmakademie ist die Plattform der Film Kreativen für Meinungsaustausch und Kreative Prozesse. Wir haben durch eine sonderbare deutsche Form der Filmproduktion ( gebührenfinanzierte Produktionen ) sonderbare Markt - und Abhängigkeits Mechanismen. Der Fall Henze konnte dies deutlicher nicht zeigen. Die Filmakademie bietet einen Schutzraum dagegen. Ihre durchschaubare eitle Eingeschnapptheit ehrt Sie eher nicht.

  • 18.10.2012 14:24 Uhr

    von S Beynard:

    besser spät als nie, und bitte noch mehr und schmutziger auf die Degeto Mafia eindreschen

  • 18.10.2012 14:11 Uhr

    von Dr. Alice Brauner:

    Danke, danke, danke - endlich! Wir sind ganz persönlich davon betroffen. Nicht, dass alle diese wirklich guten Kritiker unsere WUNDERKINDER hochgejubelt hätten, aber es gab von einigen der Presseorgane doch recht differenzierte und auch sehr positive Kommentare. Einzelleistungen hätten also durchaus prämiiert werden können. Wir haben weltweit 13 Preise gewonnen, darunter den des besten europäischen Jugendfilms, sind unter die besten sechs Filme in Palm Springs (!) gekommen, haben in New York den Audience Award gewonnen, in Jerusalem einen Hauptpreis, und, und und... In Deutschland sind wir nicht mal in die Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis gekommen. Aber welche Jugendfilm war 2011/2012 erfolgreicher in Bezug auf die vielen Awards auf renommierten Festivals. Wie ist das möglich?
    Danke für die Gelegenheit, endlich auch einmal öffentlich dazu Stellung nehmen zu können.
    Ihre
    Alice Brauner

  • 18.10.2012 11:40 Uhr

    von Christian Wulff:

    Bravo! Endlich eine Initiative dem Treiben dieser Akademie Parole zu bieten. Wenn sich die Branche selbst feiern will, dann soll auch für die Stiftung ihrer Preise selbst aufkommen!

  • 18.10.2012 10:31 Uhr

    von pinkopallino:

    Ach nee, jetzt schon wieder erst?

    Die Spatzen pfeifens seit Jahren von den Dächern, die deutsche Film- und TV-Filmkultur ist ewig selbstreferenziell, sie ist systemisch, weil es politische Interessen gibt, weit und breit, in der Tat deswegen die Ewig-Finanzierung für "immer das Gleiche und alles dasselbe".
    Lang schlafe auch die deutsche Filmkritik weiter, von der deutschen Film + TV-Filmkultur ganz zu schweigen.
    Und die ewig Öffentlichen machten/machen schweigend weiter mit.

    Gut Nacht, Marie!

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