• 19.08.2012

Aus Le Monde diplomatique

Fataler Reichtum

Während der deutsche Handelsüberschuss alle anderen noch ärmer macht, hat sich in Griechenland die Selbstmordrate inzwischen verdreifacht.von Nicola Liebert

  • 29.09.2012 13:30 Uhr

    von HamburgerX:

    "Während der deutsche Handelsüberschuss alle anderen noch ärmer macht, hat sich in Griechenland die Selbstmordrate inzwischen verdreifacht."

    Wenn der Zusammenhang wirklich so banal und simpel wäre, wie hier suggeriert, wäre die einzige logische Konsequenz der sofortige Austritt Griechenlands aus dem Euro.

  • 20.08.2012 18:47 Uhr

    von pehorn:

    Nicht nur der Kapitalismus ist irrational.

    Irrational sind auch die durch tägliche Falschinformationen vergifteten Wähler, sonst würden sie nicht solch katastrophale Fehlentscheidungen treffen, die ihnen nur schaden, und immer wieder die Marionetten der Volksenteigner an die Macht bringen.

    Angesichts der Erfahrungen der letzten Jahre ist für Deutschland folgendes Szenario zu erwarten:

    Bei den kommenden Wahlen, wenn die Regierung Merkel in einem Scherbengericht abtreten wird, wird schon wieder verdrängt und vergessen sein, wie die Spezialdemokraten unter der Führung Schröders, des Kanzlers der Bosse, ihre Klientel verraten haben, indem sie die Entwertung der menschlichen Arbeitskraft vorangetrieben und damit Menschen in die Armutsfalle getrieben haben.

    Der mit dem Segen der Bilderberger designierte Nachfolger Steinbrück übt sich bereits jetzt in Wählerverachtung. Trotzdem wird er wohl von den missachteten Wählern gewählt werden: Er wird sich artig für das Vertrauen bedanken, das er nicht verdient, und sich sofort daran machen, es zu missbrauchen.

    Wenn doch das Volk endlich mal lernen und nicht immer wieder die Falschen wählen würde. Irgendwann sollte es doch genug sein. Geht es nicht auch anders? – Lasst uns darüber nachdenken. Alternativlos? – Blödsinn.

  • 20.08.2012 13:23 Uhr

    von Schilling:

    @ Groschen:
    Artikel nicht verstanden, hm?

    Dem Lob von Hannes ist nichts hinzuzufügen! Ein toller Artikel.

    Traurig ist jedoch, dass die Top10 und erst recht das eine reichste Prozent kaum einsehen, wie sie mit ihrer Einstellung und ihrem Handeln den übrigen 90 bzw. 99% schaden, um sich noch mehr Macht und Geld zu verschaffen.

    @Nebelbrecher:
    "Was im Artikel nichteinmal angekratzt wird ist dass genau die (internationalen) Superreichen die eigentliche Macht haben, die Politiker sind nur noch Finanzmarionetten.
    Diese Reiche drücken natürlich Gesetze durch die sie möglichst noch viel reicher machen - ist doch logisch (und leider all zu menschlich).
    Die Finanzmacht ist global, die immer schwächeren Regierungen national. Man kann sie leicht gegeneinander ausspielen."
    Ob wohl eine weltweit gültige Reichensteuer was bringen würde... Quasi als Anfang.

  • 20.08.2012 07:17 Uhr

    von Nebelspalter:

    Sehr guter Artikel, wo endlich mal auf die tiefer liegenden Systemursachen eingegangen wird.
    Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass das internationale Preisdumping durch die Globalisierung deutlicher angesprochen wird.
    Ein wichtiger Punkt wurde gar nicht angesprochen:
    Eine Industrielle Revolution die durch Computer und Roboter ermöglicht wurde.
    Sie bewirkt dass man für einen Überschuss an Produkten einen immer geringeren Teil der Arbeiter benötigt. Dieses Problem ist seit über 20 Jahren absehbar.
    Was im Artikel nichteinmal angekratzt wird ist dass genau die (internationalen) Superreichen die eigentliche Macht haben, die Politiker sind nur noch Finanzmarionetten.
    Diese Reiche drücken natürlich Gesetze durch die sie möglichst noch viel reicher machen - ist doch logisch (und leider all zu menschlich).
    Die Finanzmacht ist global, die immer schwächeren Regierungen national. Man kann sie leicht gegeneinander ausspielen.
    Sie berauben nun die einfachen Arbeiter, damit IHR System weiterläuft.

  • 20.08.2012 01:34 Uhr

    von Michael:

    Endlich schreibt es mal jmd. in der deutschen Presse!!
    Die Lösung zur Problematik habt ihr wieder weggelassen,
    steht aber unter:
    www.lust-auf-neues-geld.de
    www.chiemgauer.de

  • 19.08.2012 22:59 Uhr

    von hannes:

    Wunderschöner Artikel.
    Ich habe Nicola Lieberts Artikel
    mit strahlenden Augen gelesen.
    Viele Fakten, Quellenangaben,
    ausführliche Beweisführung, genaue
    Detailanalyse, Distanz zu politischen
    Akteuren, mit unterschiedlichen
    Fokuseinstellungen auf die verschiedenen
    Interessengruppen.
    Das hat wirklich gut getan. Tolle Qualität.
    Weiter so!

  • 19.08.2012 22:11 Uhr

    von Frage?:

    Liebe Taz, wenn Du soo viel Gehirn und tatsächlich mal Quellenangaben in einen Artikel investierst, WARUM schleuderst Du ihn bei 35°C-Außentemperatur in das absolute Sommer(*****)loch? Wie soll sich denn da mal was bewegen? Bitte, noch vielmals im Herbst und Winter veröffentlichen!!!

  • 19.08.2012 16:21 Uhr

    von Gregor:

    Die reißerisch Überschrift "deutscher Handelsüberschuss" und "griechische Selbstmordrate" wird im Artikel nicht mehr erwähnt.

    Die amerikanische, irische und spanische Immobilienblase sind vom Staat zumindest wohlwollend unterstützt worden.

    Die Steuereinnahmen des deutschen Staates sind die höchsten seit Bestehen der BRD. Es ist nicht der Satz, sondern das Volumen auf das es ankommt

    Der griechischen Wirtschaft wurde durch den griechischen Staat und den nepotismus der Gesellschaft der rücken gebrochen.

    Aber wenn als Ergebnis mehr Umverteilung durch höhere Steuern stehen soll, dann ist die Analyse ja egal.

  • 19.08.2012 16:13 Uhr

    von Gräfin von Turn und Taxi:

    Ein sehr guter, fundierter Artikel ist das von Nicola Liebert!

    Es ist sehr wichtig, endlich die dringend nötige höhere Besteuerung der Reichen einzuführen, die sich im Finanzcasino - Treiben der letzten Jahre ja dumm und dusslig verdient haben.

    Wieso will die SPD nur lächerliche 1 Prozent Vermögenssteuer bei einem enorm hohen Freibetrag von 2 Millionen Euro einführen? Wieso wollen die Grünen noch nicht mal diese einführen, sondern nur eine Vermögensabgabem, die pro Jahr noch weniger Geld für den Staat einbringt?

    Die seit 1998 neoliberalen Parteien SPD und Grüne sind mal wieder viel zu Millionärs- und Milliardärsfreundlich mit ihren zaghaften Steuererhöhungsideen für Reiche. 40 Millionäre fordern
    selbst seit Jahren, sie wollen endlich 5 Prozent Vermögensabgabe zahlen, aber die Politik will ihr Geld nicht!

    Die schwarz-gelben und rot-grünen lassen lieber - u.a. per ESM und Fiskalpakt - die kleinen Leute mit ihren Steuergeldern, die sie nicht wie die Reichen in Steueroasen anlegen können, für die Bankenkrise zahlen.

    - Für eine Krise, die u.a. Rot-Grün durch ihre falsche Finanzmarkt-Deregulierungspolitik erst möglich gemacht hat.

    @ BeobachterHH
    Den Herrschaftseliten in Deutschland ist es offenbar egal, wenn die Kaufkraft der Massen wegen des durch die rot-grüne Agenda 2010 und hartz Iv größer werdenden Niedriglohnsektors und real (nicht statistisch) wachsender Arbeitslosigkeit sinkt, solange sie ihren profit über den Export von Waren und Dienstleistungen ins Ausland machen können. Oder über Spekulationsgeschäfte auf dem Finanzmarkt.

  • 19.08.2012 15:44 Uhr

    von Groschen:

    das ganze Land begeht Selbstmord seit Jahren.
    Sollen wir jetzt für jeden Toten in Griechenland verantwortlich gemacht werden?
    Wir haben mit unseren Steuergeldern eher ein Hinauszögern des kollektiven Suizid bewirkt und sind es restlos leid, dafür angepinkelt zu werden.
    So allmälich tritt mir GR aus sämtlichen Körperöffnungen hervor.

  • 19.08.2012 15:41 Uhr

    von Geld abschaffen:

    Guter Artikel.

    Wen vertritt die SPD denn eigentlich?

    Geld abschaffen.

    Unser Kriterium kann nur noch der Mensch an sich sein.
    Dafür brauchen wir kein Geld.

    Der Wert ist der Mensch selber.

    Und wir brauchen ein anderes Erziehungs- und Bildungssystem.

    Es kann nicht sein, dass ein paar wenige weiter meinen, dem Rest ihre Lebensart aufzuzwingen.

    Warum soviel Angst vor Konsequenz?

    Unser Gehirn ist so geldverseucht, dass uns nichts anderes mehr einfällt.

  • 19.08.2012 15:38 Uhr

    von BeobachterHH:

    Die Verschuldung ist nicht die Ursache, sondern ein Folgesymptom der Wertschöpfungskrise (vgl. auch "Geld ohne Wert", 2012, Robert Kurz). Die ungleiche Verteilung ist systemimmanent und durchaus ein Ziel aus Sicht der Herrschaftseliten, obwohl es Ihnen am Ende sogar selbst schadet, weil dadurch die Kaufkraft der Massen sinkt. Kapitalismus ist in jeder Hinsicht irrational.

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