Australische Asylpolitik
Schon wieder Flüchtlingsboot gekentert
Das erneute Kentern eines Bootes innerhalb einer Woche verschärft die Asyldebatte. Das Thema ist hochbrisant, schließlich fürchten die Aussies, von Fremden aus Asien „überrollt“ zu werden.von Urs Wälterlin
Leserkommentare
03.07.2012 17:47 Uhr
von @Stephan:
@Stephan,
Danke für die Hintergrundinformationen. Es wird die von dekadentem Selbsthass Zerfressenen aber nicht an ihrem zwanghaften Verhalten hindern, wie üblich die Schuld nur beim "Westen" (also kulturell auch Australien) zu suchen.
28.06.2012 08:20 Uhr
von Stephan:
NICHT "Angst vor der 'gelben Gefahr'", sondern Ohnmacht und Wut ist das eigentliche Kernthema. Ja, wie überall auf der Welt gibt es in Australien "Dickheads", aber die sind nun wirklich nicht in der Überzahl in Australien.
Der letzten Volkszählung in 2011 nach sind 69.8% der Bevölkerung in Australien geboren. 53.7% der Bevölkerung haben Eltern, die beide in Australien geboren sind; fast die Hälfte hat mindestens ein Elternteil das nicht in Australien geboren ist. In 76.8% von Haushalten wird zu Hause nur Englisch gesprochen. 25.4% haben ihre Herkunft als "australisch" angegeben (nach 25.9% als englisch und vor 7.5% irisch). Nur 2.5% sind aboriginal und Torres Strait islander. In Australien sind fast alle Migranten.
Da Männer und Frauen gleich sind, sollte es eigentlich egal sein das auf den Boot auch Frauen waren. Etwas anderes zu behaupten verletzt eigentlich die Menschenwürde der Nicht-Frauen auf diesen Booten.
Aber das auf diesen Booten Kinder sind, das löst Wut aus. Wut, weil Menschenschmuggler Geld damit verdienen, Menschen wie Vieh auf Boote zu packen, die wirklich nur noch vielleicht die eine letzte Reise schaffen, und nicht davon abschrecken Kinder eventuell in ihren Tod zu schicken. Im letzten Boot waren 134 Menschen: 113 Männer, 3 Frauen, 12 Jungen, 2 Mädchen, 1 Person tot, 3 vermisst. Ohnmacht das dies nicht unterbunden werden kann, nicht geholfen werden kann. Wut und Ohnmacht das diese Menschen nicht unterwegs Schutz finden dürfen, sondern DURCH Malaysia und Indonesien fliehen müssen, weil es ihnen da auch nicht besser geht als von wo sie abhauen. Indonesien ist G20 Mitglied, und trotzen müssen diese Menschen WEITERFLÜCHTEN, durch Indonesien durch. Wut das der Grund zur Flucht nicht gelöst werden kann.
Christmas Island ist 1560 km weit vom australischen Festland, 360 km von Indonesiens Hauptstadt Jakarta. Das letzte Boot ist 198 km vor Christmas Island gesunken. Das vorletzte Boot (vom Mittwoch) hat die australische Bundespolizei telefonisch angerufen, und um Hilfe gebeten, als sie nur 70 km südlich von Indonesien waren. Anstatt umzudrehen wie gebeten sind sie trotzdem weitergefahren, mit einem Kind an Bord. So verzweifelt sind sie.
Und die Lösung? Australische Kriegs-, Grenz- und Polizeischiffe und Flugzeuge in indonesische Gewässer zur Patrouille schicken, um Menschen in indonesische Gewässer aufzufangen, bevor sie ertrinken? Versuchen, das Geschäftsmodell der Menschenschmuggler zu zerstören, damit die Möglichkeit zu solchen Tragödien nicht mehr besteht? Menschen direkt in ihren Ländern aufnehmen?
Australien hat im Monat Januar 2012 Güter im Wert von US$19.7 Milliarden exportiert, und von US$19.93 Milliarden importiert. Die Schiffe, die das alles rumschippern, sind groß. Und sicher. Aber Menschen müssen auf Nussschalen.
Nein. Kernthema ist nicht "Angst vor der 'gelben Gefahr'". Das die politischen Parteien sich so über Nicht-Lösungen zanken zeigt doch nur, wie ohnmächtig sie sind.