Ein Video der Bundeszentrale für politische Bildung stellte die NSU-Mordserie als Reaktion auf Linksextremismus dar. Nach einem Shitstorm wird es nun überarbeitet.

Fragwürdiges Extremismusbild. Bild: Screenshot: Youtube
BERLIN/BONN epd | Ein Videoclip der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Extremismus sorgt für Aufregung. In dem im Internet verbreiteten Kurzfilm soll über Rechts- und Linksextremismus sowie über Islamismus informiert werden.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Dabei ist an einer Stelle auch von „Döner-Morden“ die Rede. „Teilweise sind Formulierungen unglücklich gewählt“, sagte der Sprecher der Bundeszentrale, Daniel Kraft. Das Video soll nun korrigiert werden.
Der Clip ist Teil der Reihe „Ahnungslos“, die in Zusammenarbeit mit dem Privatsender ProSieben entstanden war. Sie richtet sich nach Angaben der Bundeszentrale an „bildungs- und politikferne junge Menschen“, denen politische Zusammenhänge möglichst einfach, zum Teil auch mit Ironie vermittelt werden sollen.
Das im Comic-Stil gehaltene Video „Was ist Extremismus“ beginnt mit den Worten: „Es herrscht Bombenstimmung in Deutschland. Die Linken fackeln Luxuskarossen ab und die Rechten kontern mit den sogenannten Döner-Morden.“ Als „Döner-Morde“ wurden anfangs nach der Aufdeckung die Morde der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle bezeichnet. Weil diese Bezeichnung das Ausmaß der Taten missachtet, wurde „Döner-Morde“ zum Unwort des Jahres 2011 gewählt.
Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Ulla Jelpke, kritisierte den Gebrauch des Wortes und die Darstellung der Morde als Reaktion auf Gewalttaten der linksextremen Szene in dem Video als „ungeheuerliche Verhöhnung“ der Opfer der Mordserie. Diesen Vorwurf weist der Sprecher der Bundeszentrale zurück, räumt aber Fehler ein: „Wir sind eine lernende Institution, die auch bereit ist, Fehler zu korrigieren.“
Das zweieinhalbminütige Video wurde wegen Kritik im Netz inzwischen von der Seite der Bundeszentrale genommen und soll überarbeitet werden. Wann es wieder online geht, sei noch nicht klar, sagte Kraft. Der Sprecher sagte, die Kritik vor allem in sozialen Netzwerken zu dem Video sei „in Wortwahl und Stil in einer Weise ausfallend“ gewesen, die die Bundeszentrale noch nicht erlebt habe. Konstruktive Anmerkungen würden aber im Bearbeitungsprozess mit aufgenommen.
Der leidenschaftlichste Kämpfer gegen Gerhard Schröders Agenda-2010-Politik in der SPD ist am Samstag an Krebs gestorben. In seiner Partei war er oft ziemlich einsam. von Ulrike Winkelmann

Fast 13 Jahre lang konnte die Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" mordend und raubend quer durch Deutschland ziehen, ohne dass ihr die Ermittlungsbehörden auf die Spur gekommen waren. Die Morde an acht türkischen und einem griechischen Kleingewerbetreibenden haben einen rassistischen Hintergrund und gehen sämtlichst auf das Konto der Gruppe. Die taz berichtet ausführlich über den Terror von rechts.
Von Stierhörnern in Stierkämpfern, Zombies und menschlichen Engeln. Unsere Bilder der Woche.

Das Handy hat Geburtstag: Eine kurze Geschichte der ebenso erfolgreichen wie nervtötenden Erfindung.

Was der nordkoreanische Führerkult mit Raketen und Rammlern aus Brandenburg zu tun hat.

Schnee verpiss dich, keiner vermisst dich. Der Frühling muss kommen. Jetzt, sofort. Hau rein, Lenz!


Für alle, die mitreden wollen
Der lange Abschied vom Wachstum, Kriminalität ohne Grenzen, der Kampf um die richtige Landwirtschaft, Sozialpolitik gegen den sozialen Fortschritt, die überfällige Reform der UN: Der neue Atlas der Globalisierung von Le Monde diplomatique veranschaulicht auf 176 Seiten und in über 150 neuen Karten und Infografiken in welchem Tempo die Globalisierung voranschreitet und die Welt verändert.