Bar-25-Macher kaufen Ufer-Grundstück

Berlin feiert weiter an der Spree

Die spannendste Grundstücksfrage Berlins ist entschieden: Die Holzmarktgenossenschaft erhält den Zuschlag für das Areal am Spree-Ufer.

Weiterfeiern!  Bild: Miguel Lopes

BERLIN taz | Berlins derzeit spannendste Grundstücksfrage ist entschieden: Die Holzmarktgenossenschaft, zu der unter anderem die Macher der alten Bar 25 und des Clubs Kater Holzig gehören, hat den Zuschlag für das Holzmarkt-Areal der landeseigenen Berliner Stadtreinigung (BSR) am Friedrichshainer Spree-Ufer erhalten. „Bei uns herrscht eine Mischung aus riesiger Freude und erheblichem Verantwortungsgefühl, denn jetzt fängt die Arbeit erst richtig an“, sagte der Architekt Christian Schöningh, Mitglied der Genossenschaft, der taz.

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Der Kaufpreis liegt über den immer wieder kolportierten zehn Millionen Euro. Unterschrieben haben den Vertrag mit der BSR am Dienstagnachmittag Vertreter einer deutschen Tochtergesellschaft der Schweizer Stiftung Abendrot, einer Pensionskasse, die ihr Vermögen vor allem in Immobilien investiert und dabei nach eigenen Angaben eine "Anlagepolitik auf der Basis von Gesundheit, Umwelt und Gerechtigkeit" verfolgt. Die Stiftung ist der Investor hinter der Holzmarktgenossenschaft und wird dieser für das Grundstück an der Spree Erbbaurecht verleihen.

Entstehen sollen dort ein Hochhaus mit Studentenwohnheim und Gründerzentrum für IT-Startups sowie ein Kulturdorf mit Club und Gastronomie sowie einem öffentlichen Park, den ein Bürgerverein planen und verwalten soll. „Wir wollen bei allen Schritten eng mit dem Bezirksamt zusammenarbeiten", sagte Genossenschaftsvorstand Mario Husten. Nicht zuletzt deshalb hatten Bezirksvertreter wie Friedrichshain-Kreuzbergs Bürgermeister Franz Schulz (Grüne) ihre Sympathie für das Projekt bekundet.

Dessen Realisierung harrt nun der letzten Formalie: Der BSR-Aufsichtsrat unter Leitung von Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) muss den Kaufvertrag bei seiner Sitzung am 17. Oktober absegnen.

Der Entscheidung nun waren wochenlange Debatten über die Zukunft des 18.000 Quadratmeter großen BSR-Grundstücks, auf dem sich bis 2010 die populäre Bar 25 befand, vorausgegangen. Zuletzt waren neben der Genossenschaft zwei Bieter im Rennen: Ein unbekannter Investor für den Nord- und der Unternehmer Abris Lelbach für den Südteil. Da Lelbach selbst im Aufsichtsrat der BSR sitzt, übten zahlreiche Landespolitiker scharfe Kritik an seinem Gebot.

Lelbach äußerte sich am Dienstag gegenüber der taz so: „Wenn die Holzmarkt-Genossenschaft das wirtschaftlichste Gebot abgegeben hat, dann ist das im Sinne des Verfahrens vollkommen in Ordnung.“ Wer wie er selbst in einem Höchstbieterverfahren antrete, der müsse auch verlieren können.

 

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