Die Dallas Mavericks beenden ihren Ausflug nach Berlin mit einem knappen Sieg. Für die Mannschaft um Dirk Nowitzki läuft es besser als befürchtet.von Thomas Winkler

„Defense!“: Dirk Nowitzki. Bild: dapd
BERLIN taz Drei Tage lang war Dirk Nowitzki von Termin zu Termin gehetzt, hatte Hände geschüttelt und immer freundlich gelächelt, hatte in einem Smoking eine fast ebenso gute Figur gemacht wie im Trainingsanzug, sich bejubeln lassen, Autogramme im Dutzend geschrieben und immer wieder dieselben Fragen beantwortet. Drei Tage lang hatte der beste deutsche Basketballspieler aller Zeiten alles richtig gemacht. Und dann lief er kurz vor der Halbzeitpause im Spiel seiner Dallas Mavericks bei Alba Berlin allein auf den Korb zu – und vergab kläglich den einfachsten Wurf des Abends.
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„Der war übel“, sagte Nowitzki später über die „ein bisschen peinliche Aktion“, lächelte aber schon wieder. Nicht so sehr, weil das NBA-Team mit einem 89:85-Erfolg gegen den Bundesligisten eine Blamage verhindert hatte. Sondern vor allem wohl, weil Nowitzki und die Mavericks von ihrer Werbetour durch Europa, die am Dienstag mit einem Spiel beim FC Barcelona fortgesetzt wird, aus Berlin die Erkenntnis mitnehmen, dass die kommende Spielzeit doch besser werden könnte, als viele Experten vorhersagen. „Wir haben viele Fehler gemacht“, stellte Nowitzki fest, „aber für eine Woche Trainingscamp war das schon okay.“
Noch, sagte Nowitzki, „hat die Abstimmung bei uns nicht ganz gepasst“. Eine Untertreibung: Manchmal standen die Mavs nach einem misslungenen Spielzug diskutierend auf dem Feld und erklärten sich die eigentlich vorgesehenen Laufwege. Am Ende hatten sie sich 27 Ballverluste geleistet, „eine nicht zu akzeptierende Zahl“, wie Rick Carlisle, Trainer der Mavericks, grummelte. Die Erklärung war aber relativ einfach: Von der Mannschaft, die 2011 den NBA-Titel gewann, stehen neben Nowitzki nur noch drei Akteure im aktuellen Kader. „Wir haben viele neue Spieler, so Carlisle, „und das hat man heute gesehen.“
Das war deshalb so deutlich zu sehen, weil beide Teams das Spiel außerordentlich ernst nahmen. Die Mavericks wollten auf keinen Fall verlieren und ließen, entgegen den Gepflogenheiten bei Vorbereitungsspielen gegen andere NBA-Teams, ihre besten Profis lange spielen, anstatt den Bankdrückern eine Chance zu geben. Und Alba war bemüht, die Partie nicht zum Schaulaufen für die Stars aus Übersee geraten zu lassen: Der bekannt ehrgeizige Berliner Coach Sasha Obradovic setzte durchgehend auf seine besten Kräfte und verzichtete darauf, Nachwuchsakteuren das unvergessliche Erlebnis zu bescheren, sich mal mit NBA-Profis messen zu dürfen.
So entwickelte sich eine Partie, in der verbissener verteidigt wurde als in manchem NBA-Spiel. Obwohl die Schiris vieles durchgehen ließen, hatten sie am Ende doch 46 Fouls gepfiffen. Nowitzkis missratener Dunk war der mit Abstand einfachste Wurfversuch, den die Abwehrreihen zuließen. „Wir mussten kämpfen“, gab Nowitzki zu. Er lächelte. Die drei Tage davor dürften härter gewesen sein.
Fritz Eckenga ist Kabarettist und Borussia-Dortmund-Fan. Er findet, dass Bayern Münchens Titelgewinn auch seine guten Seiten hat – aus gesundheitlichen Gründen.

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