• 31.08.2012

Befreite Gebiete in Syrien

Freiheit unter Beschuss

In der Ortschaft Soran scheint das Regime wie vom Boden verschluckt. Rebellen und selbst ernannte Stadträte organisieren den Alltag. von Inga Rogg

  • 06.09.2012 14:58 Uhr

    von Ich zweifele:

    Ich verstehe es nicht. Ich verstehe die Menschen und die Medien nicht. Assad kann ein Machthaber sein, aber es gibt auch noch andere Fakten.

    Libyen und Ägypten werden von Islamisten regiert, dadurch werden die Frauen- und die Menschenrechte untergraben.

    Syrien ist der letzte laizistische Staat im Nahen Osten.

    Die Frauen sind relativ frei und können ungestört ihre Freizeit gestalten.

    Die „Rebellen“ sind Terroristen, Dschihadisten, Salafisten, Kleinkriminelle und nur einige sind wirkliche Rebellen.

    Diese werden von Saudi-Arabien und Katar, den rückständigsten Länder der Erde, mit Waffen und Geld beliefert.

    Saudi-Arabien möchte in Syrien eine „Demokratie“ und in Bahrain wird ein Volksaufstand brutal unterdrückt (mit saudischen Soldaten).

    Das Königreich Saudi-Arabien versteht sich als streng islamischer, nicht-säkularer Staat, dessen Recht, Gesellschaft und Politik auf Stammestraditionen, Religion und der Scharia in strenger wahhabitischer Auslegung basieren. (siehe auch http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/SaudiArabien/Innenpolitik_node.html)

    Saudi-Arabien ist eine absolutistische Monarchie, somit auch eine Diktatur und hat mit Demokratie nichts zu tun.

    Die Frauenrechte in Saudi-Arabien sind bekannt („In Saudi-Arabien gilt strikte Geschlechtertrennung, ein Fahrverbot für Frauen und das islamische Recht Scharia.“ siehe auch http://www.spiegel.de/politik/ausland/saudi-arabien-plant-arbeitsstaedte-nur-fuer-frauen-a-849718.html).

    In Libyen haben jetzt radikale Islamisten freie Hand. Wer hält diese auf? Wo sind die UNO und die westlichen Staaten? (siehe auch http://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-islamisten-zerstoeren-muslimische-heiligtuemer-a-852091.html)

    Die neue Demokratie Libyens fängt mit der Verbannung unverschleierter Frauen an (siehe auch http://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-unverschleierte-frau-muss-buehne-bei-parlamentsfeier-verlassen-a-849076.html)

    Das ist Tunesien nach der „Revolution“: In der geplanten Verfassung Tunesiens ist keine Rede mehr von der Gleichstellung von Mann und Frau (siehe auch http://www.spiegel.de/politik/ausland/tausende-frauen-demonstrieren-in-tunesien-fuer-ihre-rechte-a-849873.html)

    Als die „Rebellen“ Damaskus nicht einnehmen konnten, haben diese Aleppo angegriffen. Eine vollkommen funktionierende Stadt wurde dem Untergang geweiht!

    Syrien hat 90% seiner benötigten Medizin selbst hergestellt. Jetzt sind die Menschen auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen.

    Es werden Waffen und Geld geliefert. Wieso machen die Westlichen Staaten den gleichen Fehler wie in Afghanistan? Wieso werden radikale Islamisten aus dem Ausland, die sich ihrem Irrglauben des Dschihad ausleben, mit Waffen und Geld gesponsert? Wieso wird der radikale Islamismus hoffähig gemacht?

    Wenn die Asad-Regierung so schlimm ist, wieso stellen sich alle religiösen Minderheiten hinter Assad?

  • 03.09.2012 02:31 Uhr

    von toddi:

    Aus aktuellem Anlass, wer sich die Bilder aus Darayya anschaut kann die Soldaten verstehen, die den Schuldigen dieser Massenmorde den Kampf bis zur Vernichtung schwören. Wer diese Kämpfer sieht hat begriffen, die werden kämpfen bis der letzte von diesem Mörderpack aus der Welt getilgt ist oder bis zum letzten Bluttropfen. In sämtlichen besetzten Gebieten wüten diese „Todesschwadrone von westlichen Gnaden“ in gleicher oder ähnlicher Form. Nach diesen Erfahrungen darf getrost davon ausgegangen werden das auch die Ursache der Eskalation in Syrien, die ominösen Heckenschützen (mit den langen Bärten) Mörder im Auftrage des Westens waren. Denn niemand forderte zum Anfang der Demonstrationen ein Abdanken Assads, so musste „lenkend“ eingegriffen werden. Die von den Gegnern verbreitete Variante hatte sowie keine logische Ebene wenn man betrachtet wem nützt was. Zitat ungekürzt:
    LÄNDLICHE UMGEBUNG VON DAMASKUS, (SANA)- Eine Gruppe von Söldnerterroristen in Zamalka, landliche Umgebung von Damaskus, hat eine Anzahl von Bürgern einschließlich Männern und Frauen entführt und sie vor den Augen der Bevölkerung massakriert.
    Eine Quelle in der Provinz sagte, dass die Terroristen die Leichen ihrer Opfer in der Sheikh-Askar-Moschee gestapelt und die Moschee mit Sprengfallen vermint haben. Die Quelle fügte hinzu, dass die Terroristen planen, Granaten auf die syrische Armee abzuschießen, um die Armee dazu zu zwingen, zu antworten, und erklärte weiter, dass gleich ob die Armee antwortet oder nicht, die Terroristen die Moschee sprengen werden um die Armee zu beschuldigen ein Massaker begangen zu haben, um so die öffentliche Meinung der Welt am Abend vor der angesetzten Ministersitzung des Weltsicherheitsrates gegen Syrien aufzubringen. H. Zain/ al-Ibrahim
    Was da passiert ist, ist die geradezu klassische Massaker-Marketing-Strategie, die wie in Libyen so auch in Syrien von Anfang an die grundlegende Basis der in Syrien aktiven Terroristen und der sie unterstützenden NATO- und GCC-Staaten zum Regime Change bildete. Die in Zamalka massakrierten Menschen wurden ausschließlich zu Propagandazwecken ermordet und würden ohne die Komplizennschaft der Masenmedien der NATO- und GCC-Staaten mit den Terroristen vermutlich noch leben. In jüngeren Abwandlungen der Massaker-Marketing-Strategie mischen Terroristen wie in Huola und Duma im Kampf gefallene Terrorkameraden mit von Terroristen extra zum Zweck der Propaganda ermordeten Frauen und Kindern, präsentieren wie in Hasrata gekidnapte Sicherheitskräfte zuerst stolz als “Sieg gegen das Regime” – nur um sie anschließend grausam zu ermorden und als von Soldaten oder “Shabiha” ermordete Zivilisten zu vermarkten. Oder die Terroristen verwenden wie in Darayya eine Mischform dieser Methoden.
    Seltener benutzt wird von den Terroristen hingegen inzwischen die beispielsweise im Juni 2011 beim “Jisr-ash-Shugur-Massaker” Methode, Bilder von ermordeten syrischen Soldaten mit der Behauptung zu verbreiten, sie seien von anderen Regierungskräften ermordet worden, weil sie sich weigerten, auf die Bevölkerung zu schießen oder sich den Terroristen anschließen wollten. Wenn es den Terroristen gegenwärtig gelingt, Regierungskräfte oder -anhänger zu ermorden, dann brüsten die Terroristen sich inzwischen stolz damit, so etwa wie es etwa bei Emordung führender Mitglieder der Berri-Familie in Aleppo war, oder bei den Postbediensteten in Al-Bab, wo sich die Terroristen stolz filmen ließen, wie sie die Körper ihrer Opfer vom Dach des Gebäudes warfen.
    Die frappierende Ähnlichkeit des Vorgehens der Terroristen in Libyen und Syrien scheint indes kein Zufall zu sein: in Syrien aktive Terroristen erhalten ihre terroristische “Ausbildung” unter anderem in Libyen von Instruktoren aus NATO- und GCC-Staaten. Zitat Ende
    Und falls hier „einige“ Rätseln wieso der „unbesiegbare“ Westen nicht einschreitet, er dazu weder in der Lage noch bereit, auch hier einige Auszüge aus „Warum Papiertiger Nato keinen Syrien-Krieg wagt — Stimme Russlands“ Zitat: Syrische Armee zu stark
    Die Erklärung dafür, dass der Westen nach wie vor keinen Militäreinsatz gegen Baschar Assad wage, sei ganz simpel: Syrien sei militärisch stark, schrieb Chramtschichin in einem Gastbeitrag für die am Mittwoch erschienene Ausgabe der russischen Wochenzeitung „WPK“. Die syrische Militärtechnik sei zwar zum Teil veraltet, aber durchaus einsatzbereit. ......Syrien habe rund 5.000 Panzer und 500 Kampfjets, wobei alle Nato-Länder insgesamt nur 20.000 Panzer und 6.000 Kampfjets besäßen, die sich dazu noch in verschiedenen Regionen der Welt befänden. Wenn man von einzelnen Nato-Ländern rede, sei nur das US-Heer der syrischen Armee nach der Zahl der Kampffahrzeuge überlegen. Das syrische Militärpotential sei real, das westliche dagegen eher ein Papiertiger. Das habe der Libyen-Einsatz belegt. Europa und Kanada hätten damals insgesamt rund 100 Kampfjets entsandt, obwohl ihnen formell mehr als 2.500 Maschinen zur Verfügung stünden. Manche Nato-Mitglieder wie Deutschland, Griechenland oder osteuropäische Länder hätten überhaupt keine Lust, bei einem Militäreinsatz mitzumachen.“ Zitat Ende in diesem Zusammenhang hier eine (mir) neue höchst interessante Informationsquelle http://www.politaia.org/terror/scheitert-das-imperium-an-syrien/ man beachte auch die zusätzlichen Links
    Wenn man nun überlegt das Syrien ein Beistandspakt mit dem Iran hat, der über ähnlich starke Ressourcen verfügt, bei einem direkten durch das Völkerrecht nicht gedeckten Krieg mit Syrien - auch sämtliche Sanktionen (zu mindestens für einen großen Teil der Welt) wieder auf den „Prüfstand“ kämen, wird einem schnell klar warum (nach westlichem Kalkül) die Menschen im arabischen Raum sich gegenseitig abschlachten sollen, zumal wie ich schon mehrfach ausführte das Primärziel schon erreicht ist ...
    ein Angebot für Menschen die sich ihre eigene Meinung bilden wollen – die Position der „anderen Seite“ ist in den „freien Medien“ glaube ich hinreichend dokumentiert ;-) …

  • 31.08.2012 19:28 Uhr

    von Moppel:

    "Stattdessen schickte Assad Soldaten und Geheimdienstler auf die Straßen und ließ die Proteste niederschießen."

    Lügen werden auch durch ständiges Wiederholen nicht
    wahr.
    So begannen die Unruhen:
    http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/143026#.UED0HsWa9aT

  • 31.08.2012 14:31 Uhr

    von Jörn:

    Gerade auch die taz scheibt immer wieder, dass die Wahrheit das este Opfer eines Konfliktes ist. Daher wäre es gut, die Quellen der Berichte offen zu legen sowie wie dieser Bericht entstanden ist. Gibt es da unabhängige ReporterInnen oder eher embedded Journalists? Dürfte einE ReporterIn es wagen, einen kritischen Bericht bzgl. der Rebellen zu schreiben oder würde er/sie sich dadurch in Lebensgefahr begeben?

  • 31.08.2012 14:19 Uhr

    von E. Engels:

    Vielleicht darf man auch mal fragen, was aus den regierungstreuen Bewohnern Sorans wurde. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die ebenfalls vom Boden verschluckt wurden - allerdings ganz wörtlich.

    Und Frau Rogg kann man vorwerfen, dass sie offenbar an keiner Stelle auf die Idee kam, direkt nachzufragen - was ja wohl eine der ersten Fragen gewesen wäre, die bei einer vernünftigen Recherche aufkommen würde.

    Stop - ein kleines Fitzelchen kommt dann doch noch ganz kurz und quasi im Vorübergehen zur Sprache. Den ganzen Rest muss man sich daraus erschließen:

    "Für Ruhe und Ordnung sorgen bedeutet in diesem Fall, Leute festzunehmen. Dabei schrecken die Rebellen in ihren improvisierten Gefängnissen auch vor Folter nicht zurück, wie Berichte von Menschenrechtlern zeigen."

    Jetzt hätte Frau Rogg nachhaken können: wer sorgt denn da so für Unruhe und Unordnung, dass man ihn gleich festnehmen und foltern muss?

    Aber offenbar ist das uninteressant und ohnehin in Ordnung: denn damit ist dieses Thema abgehakt, und es kommen gleich wieder optimistische, rebellenfreundliche Stimmen zu Wort. Wir dürfen dann wohl mal davon ausgehen, dass es in Soran keine anderen mehr gibt, weil ... Na, weil die Rebellen ja allseits soviel Unterstützung genießen.

    Oder gibt es auch andere Gründe dafür, dass man in einer Rebellenhochburg nur rebellenfreundliche Stimmen hört?

    Super recherchiert, Frau Rogg - geradewegs wie aus der Londoner Gemüsekiste.

  • 31.08.2012 14:01 Uhr

    von Nobilitatis:

    Ich fühle mich von der taz-Berichterstattung mehr und mehr veralbert. Ein paar Punkte, die mir auffielen:

    - Der ägyptische Präsident ist Muslim-Bruder und gehört damit zu der gleichen politischen Richtung wie die islamistischen Rebellen. Es wäre verwunderlich, wenn er Assad unterstützen würde.

    - Ein Rechtsanwalt bekommt seine Aufträge von Mandanten. Warum sollte die Regierung Schuld sein, wenn er keine Arbeit hat?

    - Die Polizisten sind mit Sicherheit aus den "befreiten" Gebieten geflüchtet, damit sie nicht ermordet werden. Wahrscheinlich zusammen mit den Postbeamten, Müllarbeitern, Christen, Alawiten, Journalisten usw.

    - Das Narrativ von der Revolution, die wegen zusammengeschossenen friedlichen Demonstrationen entstand (und jetzt angeblich verroht) ist aus allen für uns möglichen Blickwinkeln falsch. Einmal ist die Vorstellung, dass eine unterdrückte Opposition sofort die Sturmgewehre aus dem Schrank holt, nicht realistisch - siehe Russland, Weißrussland, Ukraine, Zimbabwe, Schiiten in den Ölemiraten usw.; dann steht fest, dass bei den friedlichen Demonstrationen mehr Polizisten starben als Demonstranten. Außerdem ging es dort nicht um Demokratie, sondern um Sturz des "gottlosen" Präsidenten. Und schließlich lehnt die Opposition sämtliche Verhandlungen ab und will ihre Vorstellungen militärisch durchsetzen. Das passt nicht zusammen. Auch wenn Syrien keine Demokratie ist und die Menschen dort mit Sicherheit Veränderungen wollen, das was die Rebellen bringen, ist nicht das Ziel der Mehrheit der Bevölkerung.
    - Wer eine zivile Gesellschaft will, müsste die OHNE Beteiligung der Rebellen organisieren. Solange "Aktivisten", "LCCs" und andere das nicht versuchen, sind sie Teil der bewaffneten Fraktion.

  • 31.08.2012 13:57 Uhr

    von Stev:

    "Befreite Gebiete":
    Befreit von Terroristen? Befreit von Religionsterror? Befreit von Andersdenkenden? Befreit von Andersgläubigen? Befreit von Minderheiten? Befreit von Bürgerrechten? Befreit von Gleichberechtigung?
    Ja was nun? Bevorzugte Variante bitte ankreuzen, liebe TAZ-Redaktion, und dann mal sehen, wie ihr das mit der Redaktionslinie in Einklang bekommt.

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