Anschläge auf Unterkünfte 2016

Es brennt in Deutschland

Im vergangenen Jahr gab es 141 Fälle von mutmaßlicher Brandstiftung auf Unterkünfte von Geflüchteten.

Feuerwehreinsatz in Ruppertshofen

Nr. 1: Ruppertshofen am 1. Januar 2016 Foto: dpa

BERLIN taz | In Deutschland sind im Jahr 2016 nach Recherchen der taz 141 mutmaßliche Brandstiftungen auf Flüchtlingsunterkünfte verübt worden. Dabei wurden 106 Menschen verletzt, meist durch Rauchgasvergiftungen. In 20 Fällen ist bekannt, dass gegen Verdächtige ermittelt wird.

Die taz führt in der untenstehenden Liste bestätigte Brandanschläge, mutmaßliche Brandanschläge und solche auf, bei denen nicht ausgeschlossen werden kann, dass es sich um Brandstiftung handelt. Verteilter, aber nicht entzündeter Brandbeschleuniger, Brandanschläge auf Objekte in unmittelbarer Nähe einer Unterkunft und Sprengstoffanschläge sind ebenfalls aufgeführt.

Auch in der Liste enthalten sind Angriffe mit in Innenräumen der Unterkunft gezündeter Pyrotechnik, da von fahrlässiger Brandstiftung auszugehen ist. Sonstige Angriffe mit Feuerwerkskörpern, Rauchbomben, Schüsse und Wasserschäden werden nicht erfasst.

Medien- und Polizeiberichte, die Amadeu Antonio Stiftung, Antworten der Bundesregierung auf quartalsweise gestellte Kleine Anfragen der Partei die Linke zu rechten Übergriffen auf Unterkünfte.

Leider lassen sich nicht alle von der Bundesregierung aufgelisteten Fälle rekonstruieren. Sie werden der Vollständigkeit halber aber aufgeführt. Zudem bleibt trotz genauer Prüfung der Ermittlungsstand der zuständigen Polizeibehörde oft die einzige Quelle. Der Ermittlungsstand wurde nicht im Einzelnen bei den Polizeibehörden abgefragt.

Zur Tabelle.

Das Bundeskriminalamt nennt lediglich 66 Brand- und vier Sprengstoffanschläge für 2016. Warum unsere Zählung von den offiziellen Zahlen des Bundeskriminalamtes abweicht? Dem BKA werden nur jene Straftaten gemeldet, die seitens der zuständigen Landespolizei als politisch motiviert bewertet werden.

Problematisch daran ist auch, dass lokale Behörden selbst von rechten Strukturen durchzogen sein können und deshalb Fälle nicht ordnungsgemäß bearbeitet werden oder die Ermittlungen der Polizei schlicht in eine falsche Richtung laufen und so Brandstiftung als Ursache ausgeschlossen wird oder die Bewohner_innen fälschlicherweise bezichtigt werden.

1. Januar

Wetzlar, Hessen (bewohnt): Unbekannte werfen in der Silvesternacht einen Böller durch das offene Fenster der oberen Stockwerke einer Unterkunft. Eine Deckenlampe geht zu Bruch. Der Böller explodiert in unmittelbarer Nähe eines Bewohners. Die Polizei ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung sowie Sachbeschädigung.

Ruppertshofen, Baden-Württemberg (bewohnt): Unbekannte legen in der Nacht ein Feuer in einer Garage neben einer Unterkunft für minderjährige, unbegleitete Geflüchtete. Das Feuer greift auf das Dach des Haupthauses über. Der Betreuer bringt die Geflüchteten in Sicherheit. Das Gebäude wird stark beschädigt, es entsteht ein Schaden von mehreren hunderttausend Euro. Die Polizei ermittelt.

2. Januar

Eichstedt, Sachsen-Anhalt (bewohnt): Unbekannte zerstören den Briefkasten eines Syrers durch Pyrotechnik. Der Mann ist in einem Haus zusammen mit mehreren geflüchteten Familien untergebracht.

3. Januar

Maisach, Bayern (keine Informationen): Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen explosionsgefährlicher Stoffe an oder in einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als „politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

4. Januar

Bottrop, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): Unbekannte brechen einen der Wohncontainer einer geplanten Unterkunft auf. Anschließend verschütten sie auf dem Fußboden eine brennbare Flüssigkeit und zünden sie an. Das Feuer erlischt von selbst. Der Staatsschutz ermittelt.

5. Januar

Rutesheim, Baden-Württemberg (bewohnt): Im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses brechen in der Waschküche und im Abstellraum Feuer aus. In dem Haus wohnen zehn Personen, darunter auch eine aus Syrien geflüchtete Familie. Zwei Menschen kommen mit Anzeichen einer Rauchvergiftung in ein Krankenhaus. Die fünf Geflüchteten sind zum Zeitpunkt des Brandes nicht zuhause. Die Kriminalpolizei ermittelt. Am 11.01. brennt es erneut in dem Gebäude.

6. Januar

Schöppenstedt, Niedersachsen (keine Informationen): Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen Brandstiftung an einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als „politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

8. Januar

Rossau, Sachsen (bewohnt): Unbekannte zünden in einem Zelt einer Unterkunft ein Feldbett an und lösen damit den Feueralarm aus. Ein 52-jähriger Mitarbeiter des DRK wird leicht verletzt. Die Beamten nehmen die Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung auf.

9. Januar

Ascheberg, Nordrhein-Westfalen (bewohnt): Unbekannte entzünden etwa einen Meter von einer gemauerten Hauswand einer Unterkunft entfernt eine PET-Flasche mit brennbarer Flüssigkeit. Die Polizei löscht die rund 1,80 Meter hohen Flammen mit einem mitgeführten Feuerlöscher. Der Staatsschutz ermittelt.

Erfurt, Thüringen (bewohnt): Ein 42-Jähriger meldet sich bei den Behörden, er habe eine brennende mit Benzin gefüllte Flasche in unmittelbarer Nähe einer Unterkunft gezündet. Ein Sicherheitsmitarbeiter kann den Brandsatz löschen.

Frankfurt am Main, Hessen (bewohnt): Unbekannte zünden in einem Mehrfamilienhaus, in dem auch Geflüchtete leben, einen Kinderwagen an. Ein Anwohner bemerkt den aufsteigenden Rauch und zieht den brennenden Gegenstand vor die Haustür. Der Sachschaden im Eingangsbereich liegt nach ersten Schätzungen bei rund 15.000 Euro. Die Polizei ermittelt.

10. Januar

Raesfeld, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): Unbekannte setzen kurz vor Mitternacht eine bezugsfertige Unterkunft in Brand. Anschließend schütten und entzünden sie Brandbeschleuniger in dem Gebäude. Der Sachschaden im Eingangsbereich liegt bei rund 20.000 Euro. Der Staatsschutz ermittelt.

Bad Waldsee, Baden-Württemberg (bewohnt): Unbekannte werfen zwei Feuerwerkskörper durch ein geöffnetes Fenster einer Unterkunft. Ein Knallkörper trifft ein Bett und sengt das Bettlaken an. Der Bewohner des Zimmers löscht den Brand. Der zweite Feuerwerkskörper fällt auf den Boden und verursacht leichte Beschädigungen. Die Polizei ermittelt.

Feuerwehreinsatz in Ulm

Nr. 14: Ulm Foto: dpa

11. Januar

Ulm, Baden-Württemberg (bewohnt): Ein Wachmann der Unterkunft wird verdächtigt, in einem unbelegten Raum in einem oberen Stockwerk Feuer gelegt zu haben. Fünf Menschen müssen wegen einer Rauchvergiftung ärztlich behandelt werden. Die Strafverfolger gehen nicht von einem fremdenfeindlichen Motiv aus, sondern von „Frustration“. „Der Mann war unzufrieden mit seinem privaten Umfeld“, sagt der Oberstaatsanwalt.

Friedrichshafen, Baden-Württemberg (keine Informationen): Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen schwerer Brandstiftung an einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als „politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

Rutesheim, Baden-Württemberg (unbewohnt): Unbekannte legen in einem Gebäude, in dem zuvor eine aus Syrien geflüchtete Familie untergebracht war, einen Brand. Sie öffnen die Hintertür des Gebäudes gewaltsam. Das Feuer bricht in einem Zimmer im oberen Stockwerk aus. Die Schadenshöhe des Brandes liegt bei rund 30.000 Euro. Die Kriminalpolizei zieht vorsätzliche Brandstiftung in Betracht und übernimmt die Ermittlungen. Bereits am 5. Januar hatte es in dem Gebäude gebrannt.

Hemmoor, Niedersachsen (keine Informationen): Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen Brandstiftung an einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als „politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

13. Januar

Viersen, Nordrhein-Westfalen (bewohnt): Ein Brand bricht in einem Haus aus, das zur Unterbringung von Geflüchteten genutzt wird. In der Waschküche fangen Wäsche, alte Lappen und Unrat Feuer. Der Kellerraum ist zum Zeitpunkt des Brandes unverschlossen und frei zugänglich. Spuren von Brandbeschleunigern sind nicht erkennbar. Der Staatsschutz ermittelt. Das Haus ist aufgrund von Ruß- und Raucheinwirkung nicht mehr bewohnbar.

14. Januar

Duisburg, Nordrhein-Westfalen (bewohnt): Unbekannte zünden Matratzen im Kellerbereich einer Unterkunft an. Das Gebäude ist trotz der durchgeführten Lüftungsmaßnahmen vorübergehend nicht mehr bewohnbar. Ein Mitarbeiter der Sicherheitsfirma atmet Rauchgase ein und wird ins Krankenhaus gebracht. Die Kriminalpolizei ermittelt.

15. Januar

Soyen, Bayern (unbewohnt): Unbekannte dringen gewaltsam in eine noch unbewohnte Containerunterkunft für Geflüchtete ein und setzen dort mit Brandbeschleuniger den Holzboden in Brand. Das Feuer erlischt von selbst, mehrere Einheiten der Unterkunft sind stark verrußt. Der Schaden liegt nach Schätzungen bei rund 50.000 Euro. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Oberhausen, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): Unbekannte legen unter einem Gastank in der Nähe einer Unterkunft ein Feuer. Sie zünden Küchentücher und einen Holzstock an. Es entsteht ein geringer Sachschaden. Der Staatsschutz nimmt die Ermittlungen auf.

16. Januar

Zschillichau, Sachsen (unbewohnt): Unbekannte stecken eine Tür und einen Stromkasten einer ehemaligen Unterkunft in Brand. Die Flammen erlöschen von selbst. Mehrere Räume, der Flur und der Keller des Gebäudes sind stark verrußt. In dem früheren Armeeobjekt wollte der Landkreis eine Unterkunft für 400 Flüchtlinge einrichten und dafür das Gelände der Gemeinde pachten. Der Gemeinderat von Großdubrau lehnte dies jedoch ab. Der Staatsschutz ermittelt. Der genaue Tatzeitpunkt ist unklar.

Brunsbüttel, Schleswig-Holstein (bewohnt): Unbekannte setzen in einem Mehrfamilienhaus, in dem Geflüchtete aus Syrien leben, die Dekoration an einer Wohnungstür in Brand. Die Betroffenen können die Flammen selbst löschen. Die Wohnungstür und die Türschwelle werden durch die Flammen leicht beschädigt. Die Bezirkskriminalinspektion übernimmt die Ermittlungen.

Ein verbrannter Kinderwagen in Gelsenkirchen

Nr. 24: Gelsenkirchen Foto: dpa

17. Januar

Gelsenkirchen, Nordrhein-Westfalen (bewohnt): Unbekannte entfachen einen Brand im Treppenhaus eines Gebäudes, in dem auch 35 Geflüchtete leben. Fünf Kinderwagen brennen. 15 Personen, darunter sechs Kinder, müssen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei schließt eine Brandstiftung nicht aus. Der Staatsschutz ermittelt.

Gescher, Nordrhein-Westfalen (bewohnt): Unbekannte dringen in eine Unterkunft ein und entzünden eine Feuerwerksbatterie in der Küche. Ein Bewohner, der sich im Obergeschoss aufhält, hört die Knallgeräusche und rennt ins Erdgeschoss. An den Schränken der Küche und der Deckenverkleidung entsteht Sachschaden in einer Höhe von rund 1.000 Euro. Der Staatsschutz übernimmt die Ermittlungen.

20. Januar

Paderborn, Nordrhein-Westfalen (bewohnt): In einer Unterkunft in einem ehemaligen Baumarkt brennt es in der Nacht. Eine Schaumstoffmatratze steht in Flammen. Sie ist innerhalb eines Gebäudeteils untergebracht, der durch Holzpaletten abgetrennt ist. Der Wachschutz löscht das Feuer. Der Sachschaden beläuft sich auf unter 1.000 Euro. Zwei Trennwände sowie eine Bodenplatte müssen ausgetauscht werden. 170 Geflüchtete müssen die Notunterkunft für eine Stunde verlassen. Der Staatsschutz ermittelt. Ein Brandanschlag ist nicht auszuschließen.

21. Januar

Marl, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): Unbekannte steigen durch ein Fenster des ehemaligen Vereinsheims des Fußballclubs SG Marl und entfachen ein Feuer. Das Gebäude war am Vortag mit fremdenfeindlichen Parolen beschmiert worden. Es sollte zukünftig als Unterkunft für Geflüchtete dienen. Nach dem Brand ist das Gebäude unbewohnbar. Den Schaden schätzt die Polizei auf rund 100.000 Euro. Nach Polizeiangaben wurde das Feuer vorsätzlich gelegt.

Feuerwehreinsatz in Barsinghausen

Nr. 29: Barsinghausen Foto: dpa

23. Januar

Barsinghausen, Niedersachsen (unbewohnt): Unbekannte platzieren Gasflaschen in einer geplanten Unterkunft, die vermutlich durch einen Brand zur Explosion gebracht werden sollten. Der Feuerwehr gelingt es, die Gasflaschen ins Freie zu bringen und abkühlen zu lassen. Sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss stößt die Feuerwehr auf brennendes Dämmmaterial. Außerdem werden im Erdgeschoss sämtliche Fenster eingeschlagen sowie ein Baucontainer aufgebrochen. Den entstandenen Schaden beziffert die Polizei mit rund 100.000 Euro. Die Kriminalpolizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus.

24. Januar

Bad Langensalza, Thüringen (unbewohnt): Unbekannte entfachen Feuer in einer Bäckerei. Neben den Hauseingang zur Backstube sprühen sie mit weißer Farbe den Schriftzug „Kein Asyl“. Der Schaden beläuft sich auf 100.000 Euro. Über der Bäckerei befinden sich vier leerstehende Wohnungen. Die Eigentümerin soll dem Landkreis angeboten haben, die Wohnungen für Geflüchtete zu nutzen. Das Angebot liege aber bereits ein halbes Jahr zurück. Im Dorf soll die Tatsache nicht bekannt gewesen sein. Die Landeseinsatzzentrale der Polizei spricht vom Verdacht auf Brandstiftung.

25. Januar

Witten, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): Unbekannte entzünden in der Nacht ein als Unterkunft geplantes Holzhaus. Nach Angaben der Stadt ist kein Teil des Gebäudes mehr bewohnbar. Nach einer ersten Schätzung der Polizei liegt der Sachschaden bei rund 70.000 Euro. In die beiden Gebäude sollten 25 Geflüchtete einziehen. Nach den bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei und eines Brandsachverständigen besteht der Verdacht der vorsätzlichen Brandstiftung. Auch der Staatsschutz ermittelt.

Harsewinkel, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): Unbekannte versuchen an zwei Stellen ein unbewohntes Holzhaus anzuzünden, in dem Geflüchtete untergebracht werden sollten. Das Feuer erlischt von selbst. Entdeckt werden die Brandspuren von einem Mitarbeiter der Stadt. Der genaue Tatzeitpunkt ist unklar. Der Staatsschutz ermittelt wegen versuchter Brandstiftung.

28. Januar

Schorndorf, Baden-Württemberg (bewohnt): Im Bereich eines Kellervorraums einer Unterkunft kommt es zu einem Schwelbrand. Die dort deponierten Kleidungsstücke glimmen aus unbekannter Ursache. Ein offenes Feuer und somit eine konkrete Gefahr für die etwa 50 Personen besteht jedoch nicht. Die polizeilichen Ermittlungen ergeben, dass der Schwelbrand fahrlässig oder vorsätzlich verursacht wurde. Das Schwelen sei nicht dazu geeignet gewesen, den Kellerraum in Brand zu setzen. In dem betroffenen Kellerraum, aber auch in weiteren Kellerräumen werden zahlreiche Zigarettenkippen gefunden.

29. Januar

Leipzig-Holzhausen, Sachsen (bewohnt): Unbekannte dringen in der Nacht in eine Unterkunft ein. Sie verteilen ein Kraftstoffgemisch auf mehreren Etagen und versuchen es anzuzünden. Das Feuer erlischt jedoch nach Polizeiangaben bereits auf der Fußmatte im Eingangsbereich. Die Beamten ermitteln wegen versuchter Brandstiftung.

30. Januar

Leipzig-Meusdorf, Sachsen (unbewohnt): Unbekannte versuchen, einen selbst gebauten Sprengsatz vor der Fassade einer zukünftigen Unterkunft zu zünden. Der Bausatz aus Spraydosen, Grillanzünder und Papier verursachte laut Polizei allerdings keinen Schaden.

Oelsnitz, Sachsen (bewohnt): Unbekannte schieben in der Grundstückseinfahrt einer Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge mehrere Müllcontainer zusammen und stecken diese in Brand. Eine Polizeistreife bemerkt das Feuer vor dem Tor der Jugendherberge und schiebt nicht betroffene Behälter zur Seite. Die Feuerwehr löscht die Flammen. Die Kriminalpolizei ermittelt.

2. Februar

Barntrup, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): Unbekannte versuchen, Stoffballen in einem leer stehenden Gebäude einer Zigarrenfabrik in Brand zu setzen. Die Ermittler_innen stoßen in zwei Etagen des Gebäudes auf entsprechende Spuren. Ein Fenster ist eingeschlagen. Die Stadt Barntrup hatte zuletzt untersucht, ob sich die ehemaligen Fabrikräume als Unterkunft für Geflüchtete eignen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Der Staatsschutz ermittelt.

Oberhausen, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): Unbekannte legen Feuer an einer geplanten Unterkunft. Die Brandstelle befindet sich außerhalb des Bauzaunes, etwa 40 bis 50 Meter von dem Gebäude entfernt. Die Feuerwehr findet auf einem brennenden Stapel Holzpaletten auch eine Gasflasche. Den Brand kann die Feuerwehr schnell löschen, die Gasflasche wird mit Wasser gekühlt. Zur Aufklärung der Brandstiftung richten die Polizei und der Staatsschutz eine Ermittlungskommission ein.

4. Februar

Warburg, Nordrhein-Westfalen (bewohnt): Unbekannte legen einen Brand vor einer ehemaligen Obdachlosenunterkunft. Die Polizei stellt Brandspuren, einen offenen Benzinkanister und ein angekokeltes Feuerzeug sicher. Bewohner_innen aus dem durch eine Brandschutzmauer getrennten hinteren Teil des Gebäudes entdeckten die verdächtigen Gegenstände. Die Eingangstür ist brandgeschwärzt. Am 8. Februar wird erneut versucht, Feuer zu legen. Der Staatsschutz ermittelt wegen eines möglichen Brandanschlags.

7. Februar

Kaufbeuren, Bayern (unbewohnt): Unbekannte brechen in ein ehemaliges Vereinsheim ein und legen im Dachstuhl Feuer. Das dreigeschossige Gebäude wird gerade für die Unterbringung von Geflüchteten vorbereitet. Der Schaden beläuft sich auf mehrere hunderttausend Euro. Die Polizei geht bei ihren Ermittlungen von vorsätzlicher Brandstiftung aus.

Bedburdyck, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): Vier Jugendliche werfen einen brennenden Gegenstand in den Getränkezulieferschacht einer leer stehenden Gaststätte, die künftig zur Unterbringung für Geflüchtete genutzt werden soll. Im Keller bricht Feuer aus. Noch am selben Abend melden sich die Jugendlichen bei der Polizei und geben an, für den Brand verantwortlich zu sein. Der Staatsschutz ermittelt.

Hirschau, Bayern (bewohnt): Ein 25-Jähriger wirft eine mit brennbarer Flüssigkeit gefüllte Flasche durch ein Fenster einer Unterkunft. Als Motiv gibt der Mann Ärger über die Geflüchteten an, teilt die Polizei mit. In seiner Wohnung werden belastende Hinweise für den Bau des Molotowcocktails gefunden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord vor.

Feuerwehreinsatz in Salzwedel

Nr. 42: Salzwedel Foto: dpa

8. Februar

Salzwedel, Sachsen-Anhalt (unbewohnt): Unbekannte dringen am Abend in ein frisch saniertes Haus ein. Sie sprühen im Treppenhaus ein laut Polizei „asylfeindliches“ Graffito und legen im Dach Feuer. Der Schaden soll rund 100.000 Euro betragen. Laut Polizei ist das Haus gar nicht als künftige Unterkunft vorgesehen, möglicherweise haben die Täter das aber angenommen.

Warburg, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): Unbekannte schütten eine brennbare Flüssigkeit durch eine gelockerte Fensterverkleidung ins Innere einer Unterkunft und zünden eine Spanplatte an. Die Holzverkleidung eines Fensters gerät in Brand. Es ist bereits der zweite Brandanschlag auf das Gebäude innerhalb einer Woche. Die Polizei schaltet den Staatsschutz ein, der bereits beim ersten Vorfall die Ermittlungen führt.

Bielefeld, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): Unbekannte legen Feuer im Dachstuhl einer Gaststätte. Die Feuerwehr kann den Brand löschen. Die Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus, die Kripo übernimmt die Ermittlungen. Das Gebäude sollte abgerissen werden, um Platz für einen Containerbau zu machen, der drei Jahre lang als Unterkunft für 160 Geflüchtete dienen soll.

9. Februar

Bruchmühlbach-Miesau, Rheinland-Pfalz (bewohnt): Unbekannte entzünden Mülltonnen im Innenhof eines Mehrfamilienhauses, das unter anderem von Geflüchteten bewohnt wird. Die Feuerwehr kann den Brand schnell löschen. Durch das Feuer wird die Hausfassade beschädigt, die Polizei schätzt den Sachschaden auf 15.000 Euro. Staatsanwaltschaft und Polizei gehen von Brandstiftung aus.

Essen, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): Unbekannte zünden im Keller eines Hauses Unrat an. In dem Gebäude waren vor Jahren Geflüchtete untergebracht worden. Die Stadt plant, auf dem Gelände neue Unterkünfte für 250 Geflüchtete zu bauen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

14. Februar

Bocholt Nordrhein-Westfalen (bewohnt): Unbekannte entzünden im Flur einer Unterkunft für Minderjährige ein Stück Papier. Die Bewohner_innen der Unterkunft können die Flammen löschen. Die Bearbeitung des Falls übernimmt die Kriminalpolizei.

16. Februar

Bocholt Nordrhein-Westfalen (bewohnt): Unbekannte entzünden im Flur einer Unterkunft für Minderjährige eine Unterhose. Die Bewohner_innen der Unterkunft können die Flammen löschen. Die Bearbeitung des Falls übernimmt die Kriminalpolizei.

Obersulm, Baden-Württemberg (bewohnt): Neben einer Unterkunft brennen eine oder mehrere Matratzen. Das Feuer kann von Bewohner_innen gelöscht werden. Zunächst geht die Polizei nicht von Brandstiftung aus. Laut Polizeibericht gibt es später Erkenntnisse, wonach der Brand möglicherweise absichtlich ausgelöst wurde.

Polizeieinsatz in Unterensingen

Nr. 50: Unterensingen Foto: Imago/7aktuell

18. Februar

Unterensingen, Baden-Württemberg (unbewohnt): In einer für 60 Geflüchtete geplanten Unterkunft bricht ein Schwelbrand aus. Das Feuer in einem Zimmer des Erdgeschosses der Unterkunft wird von der Feuerwehr schnell gelöscht. Geschätzter Schaden: 15.000 Euro. Es können Spuren eines Brandbeschleunigers festgestellt werden. Die Kriminalpolizei nimmt die Ermittlungen wegen Verdachts auf Brandstiftung auf.

Löbau, Sachsen (bewohnt): Ein 16-Jähriger und ein 26-Jähriger werfen am Abend zwei Molotowcocktails auf eine Unterkunft. Zum Tatzeitpunkt halten sich 305 Personen dort auf. Einer der Brandsätze trifft die Eingangstür, der andere ein Fenster im Erdgeschoss. Einer erlischt von selbst, die Flammen des anderen löscht der Sicherheitsdienst. Den Sachschaden am Gebäude beziffern Landkreis und Polizei auf wenige Hundert Euro. Die Täter flüchten, werden jedoch wenig später gefasst. Der 26-Jährige wird dem rechten Spektrum zugeordnet. Der 16-Jährige räumt seine Tatbeteiligung ein und legt ein Geständnis ab. Der zuständige Richter erlässt gegen die Männer Haftbefehl.

19. Februar

Winsen, Niedersachsen (unbewohnt): Unbekannte legen in der Nacht in einem leer stehenden Appartement im ersten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses Feuer. In dem kommenden Tagen sollten dort Geflüchtete einziehen.

Feuerwehreinsatz in Bautzen

Nr. 53: Bautzen Foto: dpa

21. Februar

Bautzen, Sachsen (unbewohnt): Unbekannte entfachen Feuer in einer geplanten Unterkunft für 300 Geflüchtete. Fast das gesamte Dach des großen Hauses ist zerstört. Noch während der Löscharbeiten rufen Schaulustige rechte Parolen und applaudieren. Ermittler_innen finden später Spuren von Brandbeschleuniger. Die Behörden gehen davon aus, dass das Feuer durch vorsätzliche Brandstiftung ausgelöst worden ist.

26. Februar

Rendsburg, Schleswig-Holstein (bewohnt): Unbekannte zünden einen mit Zeitungen gefüllten Wäschekorb aus Plastik vor der Wohnungstür im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses an. Hier leben vier Geflüchtete aus Eritrea. Ein Nachbar trägt den Korb ins Freie und tritt die Flammen aus. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen versuchter schwerer Brandstiftung.

27. Februar

Eschede, Niedersachsen (bewohnt): Ein Restmüllsack, der in einem Holzverschlag neben mehreren Mülltonnen abgelegt war, brennt. Der Holzverschlag grenzt unmittelbar an die Außenwand des Wohnhauses, in dem sich die Räume eines Jugendtreffs und vier Wohnungen von Geflüchteten befinden. Es entsteht ein geringer Sachschaden an der Holzkonstruktion. Die Polizei ermittelte wegen fahrlässiger oder vorsätzlicher Brandstiftung.

Genthin, Sachsen-Anhalt (bewohnt): Unbekannte setzten eine Matratze und ein Regal in einem Mehrfamilienhaus, in dem auch Geflüchtete leben, in Brand. Nach weiteren Bränden am 4. und 16. März ermittelt der Staatsschutz auch in diesem Fall.

Sülzetal, Sachsen-Anhalt (bewohnt): Unbekannte versuchen mit Brandbeschleuniger eine Tür in Brand zu setzen. Laut Polizei erlischt das Feuer von selbst. In dem betroffenen Gebäude wohnen sieben Geflüchtete aus Syrien. Ermittelt wird wegen versuchter schwerer Brandstiftung.

Merzalben, Rheinland-Pfalz (unbewohnt): Unbekannte versuchen, eine geplante Unterkunft anzuzünden. Laut Polizei stecken der oder die Täter_innen eine Fassade aus Holzschindeln in Brand. Die unbewohnte Wohnung, die zu dem Zeitpunkt renoviert wird, soll an Geflüchtete vermietet werden. Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft ermitteln wegen schwerer Brandstiftung.

Feuerwehreinsatz in Sonneberg

Nr. 59: Sonneberg Foto: dpa

28. Februar

Sonneberg, Thüringen (bewohnt): Am Abend brennt es in einem Wohnhaus, in dem auch eine geflüchtete Familie lebt. Eine Frau aus dem Irak erleidet eine Rauchvergiftung. Der Sachschaden beträgt mindestens 50.000 Euro. Die Ermittler_innen schließen einen technischen Defekt aus, auch werden keine Spuren von Brandbeschleunigern gefunden. Vorsätzliche Brandstiftung ist nicht auszuschließen.

Kirchhundem, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): In einer geplanten Unterkunft für drei geflüchtete Familien brennen die Stufen einer Holztreppe. Die Feuerwehr ist schnell vor Ort und kann den Brand löschen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Bereits nach dem jüngsten Wasserschaden im Januar hatte der Staatsschutz eine Ermittlungskommission eingesetzt.

29. Februar

Braunschweig, Niedersachsen (bewohnt): Unbekannte umwickeln das Heizungsthermostat im Flur einer Unterkunft mit Stoffen und entzünden dieses. Dabei schmilzt das Ventil und eine Holzfensterbank gerät in Brand. Bewohner_innen können das Feuer löschen. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung.

Pfaffenhofen, Baden-Württemberg (keine Informationen): Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen schwerer Brandstiftung an einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als „politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

1. März

Hohenheim, Baden-Württemberg (bewohnt): Unbekannte zünden am Abend in einer Unterkunft Schuhe an und lösen ein Feuer aus. Die Polizei ermittelt und geht von Brandstiftung aus.

3. März

Schleswig, Schleswig-Holstein (bewohnt): Unbekannte zünden am späten Abend mit Brandbeschleuniger das Wohnzimmerfenster einer Wohnung an, in der eine aus Syrien geflüchtete Familie lebt. Die Bewohner_innen können die Flammen mit einer Decke löschen. Ein Kleinkind stürzt und erleidet leichte Schürfwunden. Die Polizei sucht nach zwei jungen Männern, die als Tatverdächtige gelten. Der Staatsschutz übernimmt die Ermittlungen.

4. März

München, Bayern (unbewohnt): Zwei 16-Jährige und ein 17-Jähriger werfen zwei Molotowcocktails auf ein Baustellengelände, auf dem eine Unterkunft entstehen soll. Die Molotowcocktails explodieren nicht. Daraufhin versuchen die drei Tatverdächtigen, einen Heizungsschlauch anzuzünden. Als auch das misslingt, versuchen sie in der folgenden Nacht erneut das Gebäude in Brand zu stecken. Die Polizei nimmt die drei Jugendlichen fest. Nach der Festnahme geben sie an, dass sie durch den Brand den Bau verzögern wollten. Nach Angaben der Polizei gibt es bislang keine Hinweise, dass die Verdächtigen der rechten Szene angehören. Der Ermittlungsrichter setzt sie auf freien Fuß. In dem Stadtbezirk wurden zuvor schon zwei Mal Baumaschinen beschädigt, die auf Baustellen für zukünftige Unterkünfte eingesetzt werden.

Genthin, Sachsen-Anhalt (bewohnt): Unbekannte entzünden ein Sofa und einen Stromverteiler eines Mehrfamilienhauses, in dem auch Geflüchtete leben. Durch den Brand erleiden drei Personen leichte Rauchgasvergiftungen. Durch die starke Rauchentwicklung und Verrußung entsteht ein Schaden von etwa 10.000 Euro. Der Staatsschutz ermittelt nach wiederholter Brandstiftung.

Grafik zu Brandanschlägen 2015/1016 im Vergleich

Grafik: infotext-berlin.de

Sommer 2015: Eine Möglichkeit, die Zunahme von Brandanschlägen zu interpretieren, ist, ihn als Reaktion auf bestimmte politische Ereignisse zu deuten. Im Sommer baut Ungarn einen Grenzzaun, Hunderte Geflüchtete stranden am Bahnhof in Budapest, Angela Merkel genehmigt ihre Einreise nach Deutschland. In diesem Zeitraum steigt die Zahl der Brandanschläge erkennbar.

Januar 2016: Die Übergriffe auf Frauen bei der Kölner Silvesterfeier führen zu rassistischer Stimmungsmache gegen Geflüchtete. Gleichzeitig schnellt die Zahl der Brandanschläge nach oben, besonders in NRW. In den Medien dominiert die Debatte über die Schließung der Balkanroute und die Einführung einer Obergrenze für die Aufnahme von Geflüchteten in Österreich.

Frühling 2016: Ende Februar und Anfang März führen Slowenien und Mazedonien Obergrenzen für die Durchreise von Geflüchteten ein. Im März wird der EU-Türkei-Deal beschlossen. Die Anzahl der Anschläge auf Unterkünfte geht zurück, bliebt aber auf einem relativ hohen Level.

8. März

Döbeln, Sachsen: Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen schwerer Brandstiftung an einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als „politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

Sülzetal, Sachsen-Anhalt (bewohnt): Unbekannte sprengen den Briefkasten von einem Haus, indem auch ein syrischer Geflüchteter wohnt, mit Pyrotechnik. Die Polizei prüft, ob es einen Zusammenhang mit einer versuchten Brandstiftung an demselben Haus von Ende Februar gibt.

9. März

Nauen, Brandenburg (unbewohnt): Neben einer künftigen Unterkunft wird ein verrußtes Holzstück gefunden. Der Staatsschutz prüft, ob es einen Zusammenhang mit einem Anschlag auf eine geplante Unterkunft in der Nachbarschaft Ende August 2015 gibt.

12. März

Burgthann, Bayern (keine Informationen): Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen explosionsgefährlicher Stoffe an oder in einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als „politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

Wallenhorst, Niedersachsen (keine Informationen): Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen explosionsgefährlicher Stoffe an oder in einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als „politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

15. März

Sankt Andreasberg, Niedersachsen (keine Informationen): Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen Brandstiftung an einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als „politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

16. März

Genthin, Sachsen-Anhalt (bewohnt): Unbekannte verüben einen Brandanschlag auf ein Mehrfamilienhaus, in dem auch Geflüchtete leben. Es ist bereits der dritte Brand in dem Gebäude innerhalb von vier Wochen. Dieses Mal wird in einem Verschlag Pappe entzündet. Ein Kellerbrand ist die Folge. Die Feuerwehr kann den Brand löschen. Der Staatsschutz nimmt nach der wiederholten Brandstiftung die Ermittlungen auf.

17. März

Lauta, Sachsen (unbewohnt): Unbekannte versuchen zwei Fensterrahmen in Brand zu setzen. Die Fenster befinden sich im Erdgeschoss eines Gebäudes, das als Unterkunft für Geflüchtete geplant ist. Die Flammen erlöschen von selbst, ohne größeren Schaden anzurichten. Der Staatsschutz ermittelt.

19. März

Eslohe, Nordrhein-Westfalen (bewohnt): Unbekannte entzünden einen vermutlich mit Brandbeschleuniger befüllten Behälter vor dem Zugang einer Unterkunft, in dem eine geflüchtete Familie mit fünf Kindern lebt. Der Brand wird sofort entdeckt und gelöscht. Ein Täter randalierte zuvor vor dem Haus und riss dabei einen Briefkasten ab. Der Staatsschutz ermittelt.

20. März

Steinhagen, Nordrhein-Westfalen (bewohnt): Ein Müllcontainer unter dem Carport einer Unterkunft gerät aus ungeklärter Ursache in Brand. Zwei Mülltonnen brennen durch das Feuer komplett aus. Das Carportdach aus Plastik, die Außenfassade des Wohnhauses unter dem Dach und ein Pkw eines Nachbarn werden beschädigt. Der Staatsschutz ermittelt.

22. März

Pfaffenhofen, Baden-Württemberg (unbewohnt): Im Dach einer Scheune wird ein erloschener Brandsatz gefunden. Das Gebäude ist direkt mit einem Wohnhaus verbunden, in dem eine siebenköpfige syrische Familie wohnt. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergeben, dass Unbekannte am Dach der Scheune einige Biberschwanzziegel entfernten und den Brandsatz zwischen die Dachlatten stellten. Die Dachlatten brannten in dieser Stelle teilweise durch. Die Kriminalpolizei ermittelt.

141 Fälle von mutmaßlicher Brandstiftung.

106 Menschen werden verletzt.

In 20 Fällen sind Verdächtige bekannt.

Potsdam, Brandenburg (keine Informationen): Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen explosionsgefährlicher Stoffe an oder in einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als „politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

27. März

Ildehausen, Niedersachsen (unbewohnt): Unbekannte brechen in der Nacht die Tür eines unbewohnten Fachwerkhauses auf. Im Dachgeschoss legen sie mit Paraffinwürfeln, die als Grillanzünder verwendet werden, Feuer. Die Brandstellen werden gelöscht. An der Hausfassade findet die Polizei ein Hakenkreuz und den Schriftzug „Keine Asylanten“. Es entsteht ein geschätzter Schaden von 15.000 Euro. Eine Unterbringung von Geflüchteten war nach bisherigem Ermittlungsstand in dem Haus nicht geplant. Jedoch soll es im Vorfeld diesbezüglich Gespräche zwischen dem Besitzer und dem Landkreis Goslar gegeben haben.

31. März

Ilmenau, Thüringen (keine Informationen): Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen explosionsgefährlicher Stoffe an oder in einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als „politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

7. April

Aurich, Niedersachsen (keine Informationen): Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen Brandstiftung an einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als „politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

15. April

Lohne, Niedersachsen (unbewohnt): Unbekannte brechen in ein Haus ein, in das am Folgetag eine aus Syrien geflüchtete Familie einziehen soll. Sie drehen alle Heizplatten eines Elektroherdes in der Küche auf und legen entzündliches Material aus dem Haus auf die Platten. Das Gebäude wird weitgehend zerstört. Der Sachschaden beträgt 100.000 Euro. Der Staatsschutz ermittelt. Die Staatsanwaltschaft spricht von Brandstiftung.

Lindlar, Nordrhein-Westfalen (keine Informationen): Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen Brandstiftung an einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als „politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

19. April

Chemnitz, Sachsen (bewohnt): Unbekannte verüben einen Brandanschlag auf eine Unterkunft, in der 100 Geflüchtete leben. Sie werfen insgesamt drei Molotowcocktails in Richtung der aus mehreren Gebäuden bestehenden Anlage. Die Behälter fallen drei bis vier Meter vor den Häusern auf eine Grünfläche und richten keinen Schaden an. Es wird wegen versuchter schwerer Brandstiftung ermittelt.

23. April

Pirna, Sachsen (keine Informationen): Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen schwerer Brandstiftung an einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als „politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

24. April

Neustadt, Brandenburg (bewohnt): Unbekannte entzünden ein Zeitungsbündel, das in einem Türrahmen steckt. In dem Gebäude leben vier geflüchtete Familien. Ein Zeuge löscht das Feuer. Es entsteht ein Sachschaden von 1.500 Euro.

26. April

Kerken, Nordrhein-Westfalen (bewohnt): Ein 24-jähriger Mann und eine 36-jährige Frau werden verdächtigt, in einer als Unterkunft genutzten Gaststätte einen Teppich angezündet zu haben. Noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr können Bewohner_innen der Unterkunft den Brand löschen. Zwei 31- und 32-jährige Bewohner und ein vierjähriges Kind werden aufgrund des Verdachtes einer leichten Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus gebracht. Der Staatsschutz ermittelt.

27. April

Münster, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): Ein 23-Jähriger und ein 25-Jähriger schlagen mehrere Fenster einer noch im Bau befindlichen Unterkunft ein. Im Gebäude verschütten die Männer Brennpaste und stecken damit Tapetenrollen in Brand. Nach einem zweiten Anschlag des 23-Jährigen im Juni kann die Polizei beide Täter stellen. Vor Gericht gestehen sie. Der 23-Jährige erhält fünf Jahre Haft. Der 25-Jährige wird zu zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

3. Mai

Berlin-Marzahn (unbewohnt): Unbekannte setzen Baumaterialien auf dem Gelände einer geplanten Unterkunft in Brand. Es brennen mehrere dort gelagerte Plastikrohre. Neben dem Gelände in der Rudolf-Leonhard-Straße befindet sich bereits eine bewohnte Unterkunft für Geflüchtete. Der Staatsschutz ermittelt wegen Brandstiftung.

Hamburg-Lohbrügge (bewohnt): In einem Lager der Erstaufnahmereinrichtung geraten mehrere Matratzen in Brand. 300 Geflüchtete müssen evakuiert werden. Sie werden in angrenzenden Gebäuden auf dem Gelände untergebracht. Zwei Hallen sind durch das Feuer vollkommen verraucht und werden durchgelüftet. Ein Brandanschlag ist nicht auszuschließen.

12. Mai

Wißmar, Hessen (bewohnt): Unbekannte setzen einen Stapel Zeitungen vor einem Zelt in Brand, in dem 31 Geflüchtete aus Afghanistan untergebracht sind. Die Bewohner_innen können den Brand selbst mit Feuerlöschern bekämpfen. Ein Kind klagt aufgrund der Rauchentwicklung über Atembeschwerden und wird ärztlich versorgt. Die Tür der Unterkunft wird beschädigt. Es entsteht ein Sachschaden von 5.000 Euro. Bereits in der vorherigen Nacht hatten Unbekannte die Unterkunft und einige Fahrräder mit Farbe beschmiert und Bauschaum in einen Briefkasten gesprüht. Die Kriminalpolizei übernimmt die Ermittlungen.

13. Mai

Kaufbeuren, Bayern (bewohnt): Im Keller einer Unterkunft für Geflüchtete bricht ein Brand aus. Mehrere Geflüchtete müssen aus ihren Wohnungen gerettet werden. Drei Bewohner_innen werden zur weiteren Beobachtung vom Rettungsdienst ins Klinikum gebracht. Die Geflüchteten können später wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Der Sachschaden beläuft sich auf 15.000 bis 20.000 Euro. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Weißenthurm, Rheinland-Pfalz (bewohnt): Unbekannte setzen mehrere Müllsäcke vor zwei Gebäuden, in denen Geflüchtete untergebracht sind, in Brand. Die Fassade eines der Gebäude wird durch Ruß verschmutzt. Die Kriminalpolitzei übernimmt die Ermittlungen.

22. Mai

Berlin-Marzahn (unbewohnt): Unbekannte werfen zwei Brandsätze über den Zaun einer Baustelle für eine geplante Unterkunft für Geflüchtete. Ein Stapel Styroporplatten wird durch Flammen beschädigt, auch der Bauzaun fängt Feuer. Der Staatsschutz ermittelt wegen Brandstiftung.

Grafik zu Brandanschlägen 2015/1016 im Vergleich

Grafik: taz

Zwickau Sachsen (bewohnt): Ein 32-Jähriger wird beschuldigt, zwei Molotowcocktails in den Flur einer Unterkunft für Geflüchtete geworfen zu haben. Vier weitere Brandsätze werden vor der Tür und an einem Zaun gefunden. Die Geflüchteten löschen den Brand mit einem Feuerlöscher. Die 15 Bewohner_innen können die Unterkunft weiter nutzen. Einer der Bewohner verletzt sich beim Verlassen des Hauses an der Hand. Es entsteht geringer Sachschaden. Die Polizei nimmt einen Berufskraftfahrer fest, der die Tat in Teilen gesteht. Ihm werden versuchter Mord und versuchte schwere Brandstiftung vorgeworfen.

23. Mai

Schloß Holte-Stukenbrock, Nordrhein-Westfalen (bewohnt): Ein Brand bricht in einem Hauswirtschaftsraum einer Unterkunft für Geflüchtete aus. Alle 13 Bewohner_innen sowie zwei Besucher_innen können sich selbstständig ins Freie retten. Drei Geflüchtete klagen über Atemwegsbeschwerden und werden mit Rettungswagen in ein Krankenhaus nach Bielefeld gebracht. Der Sachschaden wird auf rund 10.000 Euro geschätzt. Ein Brandanschlag ist nicht auszuschließen. Die Polizei übernimmt die Ermittlungen.

29. Mai

Weißenberg, Sachsen (bewohnt): Unbekannte werfen einen Böller durch ein gekipptes Fenster einer Unterkunft für Geflüchtete. Der Böller fällt in ein Zimmer im Erdgeschoss des Gebäudes, das gerade saniert wird und verursacht einen Sachschaden von 100 Euro. Der Staatsschutz kann keinen Täter ermitteln und stellt das Verfahren ein.

Bremen-Vegesack (bewohnt): Unbekannte entfachen in einem Lagerraum der Unterkunft Feuer. Die Unterkunft selbst nimmt keinen Schaden. Die Polizei ermittelt. Im vergangenen Jahr hatte es mehrere mutmaßliche Brandstiftungen auf das Gebäude gegeben.

30. Mai

Aue Sachsen (bewohnt): Unbekannte werfen Molotowcocktails auf eine Unterkunft. Sie landen fünf Meter vor dem Haus und erlöschen von selbst. Die Täter fliehen mit Fahrrädern. Die Polizei ermittelt.

3. Juni

Kirchdorf, Niedersachsen (keine Informationen): Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen schwerer Brandstiftung an einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als “politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

4. Juni

Münster, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): Ein 23-Jähriger bricht in eine Unterkunft ein und legt im Technikraum mit Bioethanol als Brandbeschleuniger Feuer. Es entwickelt sich ein Großbrand mit massivem Sachschaden. „Mindestens 650.000 Euro“, heißt es später in der Anklageschrift. Die Unterkunft muss abgerissen werden. Der Täter wird festgenommen und gesteht vor Gericht die Tat. Es war sein zweiter Anschlag innerhalb von zwei Monaten. Er erhält fünf Jahre Haft.

9. Juni

Rückmarsdorf, Sachsen (bewohnt): Unbekannte schlagen ein faustgroßes Loch in die Trennwand eines aus Containern gebauten Sanitärtraktes einer Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete und entzündet dort eine Toilettenpapierrolle. Das Feuer erlischt von selbst. Es entsteht geringer Sachschaden. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

10. Juni

Neunkirchen-Seelscheid, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): Unbekannte schlagen ein Fenster eines noch unbewohnten Wohncontainers für Geflüchtete ein und werfen einen Molotowcocktail ins Innere. Der Brand verrußt eine Wand. Der Staatsschutz ermittelt.

11. Juni

Leverkusen, Nordrhein-Westfalen (keine Informationen): Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen schwerer Brandstiftung an einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als “politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

Köln, Nordrhein-Westfalen (bewohnt): Der 17-jährige Täter zündet mehrere Gegenstände in einem Pfarrhaus an, das von einer aus dem Irak geflüchteten Familie bewohnt wird. Die acht Familienmitglieder befinden sich zum Tatzeitpunkt nicht in dem Haus, das völlig ausbrennt. Es entsteht hoher Sachschaden. Die eingesetzte Ermittlungsgruppe kommt dem jungen Mann durch Ermittlungen nach einem Raubüberfall auf die Spur. Er muss sich wegen schwerer Brandstiftung und versuchten schweren Raubes verantworten.

14. Juni

Dippoldiswalde, Sachsen: Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen explosionsgefährlicher Stoffe an oder in einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als “politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

15. Juni

Fintel, Niedersachsen (keine Informationen): Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen einer Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion an oder in einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als “politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

19. Juni

Volkmarsen, Hessen (unbewohnt): Ein Brand bricht in einem von drei Wohncontainern für Geflüchtete aus und zerstört die Unterkunft völlig. Die Polizei entdeckt ein Loch in einem Zaun, der das Gelände sichert, auf dem die Container stehen. Sie beziffert den Schaden auf 15.000 Euro. Eine Woche zuvor haben Unbekannte auf ein Hinweisschild in unmittelbarer Nähe der Container Hakenkreuzschmierereien gesprüht.

Driedorf, Hessen (unbewohnt): Ein Brand bricht in einer Mehrzweckturnhalle neben einer Unterkunft für Geflüchtete aus. Die Halle wird von der Feuerwehr kontrolliert abgebrannt. Ein Brandanschlag ist nicht auszuschließen.

27. Juni

Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen (bewohnt): Aus Mitarbeiterkreisen heißt es, eine brennbare Flüssigkeit sei in einem Sanitärraum im dritten Stockwerk des Gebäudes entzündet worden. Ein Sprecher der Feuerwehr sagt hingegen, man habe vor Ort keine Hinweise auf einen Brand entdeckt. Dass ein DRK-Mitarbeiter wegen Verdachts auf Rauchvergiftung im Krankenhaus behandelt werden muss, bestätigt die Stadtverwaltung.

12. Juli

Premnitz, Brandenburg (bewohnt): Unbekannte zünden vor zwei Parterrewohnungen, die von Geflüchteten bewohnt werden, Gartenmöbel und einen Teppich an. Die Bewohner_innen könnten die Brände löschen. Der Staatsschutz ermittelt.

14. Juli

Kaufbeuren, Bayern (bewohnt): Unbekannte zünden im Keller einer Unterkunft Kleidungsstücke an. Die Bewohner_innen löschen den Brand. In Kaufbeuren-Neugablonz ist das die dritte Brandstiftung zum Nachteil Geflüchteter in diesem Jahr.

18. Juli

Leipzig, Sachsen (bewohnt): Ein Brand bricht im dritten Stock einer Unterkunft für Geflüchtete aus. Die Bewohner_innen werden evakuiert. Die Etage wird versiegelt und die Bewohner_innen auf die restlichen Zimmer verteilt. Ein Brandanschlag ist nicht auszuschließen.

1. August

Duisburg, Nordrhein-Westfalen (bewohnt): In einem Badezimmer einer Unterkunft bricht ein Brand aus. Zehn Menschen werden verletzt. Das Feuer sei mutwillig oder fahrlässig gelegt worden, sagt die Polizei. Sie ermittelt.

Verbrannte Container in Berlin-Buch

Nr. 115: Berlin-Buch Foto: dpa

8. August

Berlin-Buch (bewohnt): Ein Verdächtiger wird beschuldigt, im Abstellraum des Erdgeschosses einer Unterkunft ein Feuer gelegt zu haben. Der Brand breitet sich auf die darüber liegenden Stockwerke aus. Ein Großteil der 185 Bewohner_innen wird vorübergehend in eine andere Notunterkunft verlegt. Sechs Bewohner_innen erleiden leichte Rauchgasvergiftungen und müssen von Rettungskräften behandelt werden. Der Staatsschutz des Landeskriminalamts ermittelt. Am Nachmittag nach dem Brand hängen NPD-Mitglieder direkt vor der Unterkunft Wahlplakate auf. Einige werden sofort von den Bewohner_innen wieder heruntergerissen. Es kommt zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen Anwohner_innen und den Wahlhelfer_innen der NPD. Schon im vergangenen Jahr brüllten Neonazis am Bauzaun „Heil Hitler!“ und griffen Wachleute an. Knappe zwei Monate später nimmt die Polizei einen Verdächtigen fest und leitet ein Ermittlungsverfahren wegen schwerer Brandstiftung ein.

Berlin-Adlershof (bewohnt): Unbekannte werfen Pyrotechnik durch ein offenes Fenster in ein Zimmer einer Unterkunft für Geflüchtete. Ein Teppich im Zimmer eines 17 Jahre alten Geflüchteten wird beschädigt. Der Geflüchtete hält sich zur Tatzeit in dem Zimmer auf, wird aber nicht verletzt. Der Staatsschutz ermittelt.

10. August

Witzenhausen, Hessen (bewohnt): Ein 59-jähriger Obdachloser legt Feuer im Keller eines Mehrfamilienhauses, das als Unterkunft für Geflüchtete und Obdachlose genutzt wird. 22 Menschen erleiden leichte Rauchvergiftungen und werden in Krankenhäuser eingeliefert. Der Täter ist selbst Bewohner des Hauses. Er gesteht die Tat und lässt sich freiwillig in eine psychiatrische Einrichtung einweisen. Die Polizei geht von einem Sachschaden von 15.000 Euro aus.

Feuerwehreinsatz in Kassel

Nr. 118: Kassel Foto: dpa

23. August

Vilsbiburg, Bayern (bewohnt): Unbekannte zünden einen Kinderwagen an, der vor dem Bahnhof steht. Das Gebäude dient als Unterkunft für Geflüchtete. Die Gebäudefront wird durch den Ruß leicht verschmutzt. Die Feuerwehr löscht das Feuer. Es entsteht geringer Sachschaden. Die Kriminalpolizei übernimmt die Ermittlungen.

31. August

Weil am Rhein, Baden-Württemberg (bewohnt): Unbekannte zünden ein Sofa unter einem Balkon einer Unterkunft an. In dem Haus leben 16 Geflüchtete. Die Anwohner_innen werden durch einen Rauchmelder alarmiert. Helfer_innen können die Flammen löschen, bevor die Polizei eintrifft. Die Holzverkleidung des Balkons und die Fassade des Gebäudes werden beschädigt. Es entsteht ein Sachschaden von rund 4.000 Euro. An dem Gebäude hatte es bereits Anfang Oktober vergangenen Jahres eine ähnliche Brandstiftung gegeben.

1. September

Meiningen, Thüringen (bewohnt): Unbekannte fahren mit mehreren Autos vor eine bewohnte Unterkunft, skandierten rassistische Parolen und werfen mindestens einen Brandsatz in Richtung des Hauses. Der Brandsatz landet auf der Wiese vor der Unterkunft und entzündet sich nicht.

8. September

Wilnsdorf, Nordrhein-Westfalen (bewohnt): Ein 35 Jahre alter Mann wird beschuldigt, eine Scheibe einer Unterkunft zerschlagen zu haben und eine brennbaren Flüssigkeit anzünden zu wollen. Der Versuch misslingt jedoch. In dem Gebäude leben 14 Menschen, darunter zwei Familien mit Kindern. Das Amtsgericht erlässt Haftbefehl gegen den 35-Jährigen wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung. Kriminaltechnische und molekulargenetische Untersuchungen führten zu seiner Festnahme.

9. September

Genthin, Sachsen-Anhalt (keine Informationen): Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei die Linke geht hervor, dass die Polizei wegen Brandstiftung an einer Unterkunft für Geflüchtete ermittelt und diesen Vorfall als “politisch motivierte Kriminalität – rechts“ einordnet.

12. September

Dieburg, Hessen (bewohnt): Unter dem Balkon eines Hauses, in dem auch Geflüchtete wohnen, brennt der zur Abholung gelagerte Sperrmüll. An der Fassade und am Balkon entsteht durch das Feuer ein Sachschaden von 10.000 Euro. Die Kriminalpolizei ermittelt.

14. September

Petershagen, Nordrhein-Westfalen (bewohnt): Unbekannte stellen einen Sessel, der neben einem angrenzenden Möbellager stand, vor die hölzerne Eingangstür einer ehemaligen Schule und setzten ihn in Brand. Die Flammen greifen auf die Tür über. Im Obergeschoss des Gebäudes lebt seit Kurzem eine aus Armenien geflüchtete Familie. Die Familie und ein ebenfalls in dem Gebäude lebender 50-Jähriger können sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Es entstand ein Sachschaden von rund 10.000 Euro. Der Staatsschutz ermittelt.

17. September

Erbach, Baden-Württemberg (bewohnt): Ein 24-Jähriger, der sich zunächst als Entdecker des Feuers ausgegeben hatte, wird beschuldigt, im Hausflur einer Unterkunft Papier, Pappe und Kleidung in Brand gesetzt zu haben. Alle 26 Bewohner_innen können das Gebäude vor dem Eintreffen der Rettungskräfte verlassen. Neun Geflüchtete werden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Es entsteht ein Sachschaden in Höhe von rund 2.500 Euro. Der Tatverdächtige wird nach einem weiteren Brand in einer Scheune festgenommen.

Feuerwehreinsatz in Erbach

Nr. 126: Erbach Foto: dpa

19. September

Medebach, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): Eine Matratze in einem leer stehenden Hotel brennt. Unbekannte haben fremdenfeindliche Parolen an die Wände gesprüht. Das Gebäude war kurzzeitig als Unterkunft im Gespräch gewesen. Der Staatsschutz ermittelt.

20. September

Bremen-Huchting (unbewohnt): Unbekannte werfen Brandsätze auf eine geplante Unterkunft. Neun Wohncontainer brennen aus, zwölf weitere werden beschädigt. Ein Wohncontainer kostet nach Schätzung von Experten durchschnittlich rund 10.000 Euro. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und geht von einem politischen Hintergrund der Tat aus.

28. September

Köthen, Sachsen-Anhalt (bewohnt): Unbekannte setzen die Tür eines Hauses in dem unbegleitete minderjährige Geflüchtete wohnen durch einen angezündeten Lappen in Brand. Ein Fenster wird mit einem Stein eingeworfen. Mitarbeiter der Unterkunft können das Feuer löschen. Der Staatsschutz ermittelt.

1. Oktober

Jüterborg, Brandenburg (bewohnt): Ein 20-Jähriger wirft zwei Brandsätze gegen das Fenster einer Unterkunft für Minderjährige. Verletzt wird niemand. Die Schadenssumme beläuft sich nach Polizeiangaben auf rund 1.500 Euro. Nach einer Wohnungsdurchsuchung und seiner Festnahme gesteht der Verdächtige. Bereits vergangenes Jahr gab es in der Stadt einen größeren Anschlag. Im November 2015 detonierte in Jüterbog ein Sprengsatz in einem Gemeindezentrum, das auch Geflüchtete nutzen.

Ein kaputtes Fenster in Jüterbog

Nr. 130: Jüterborg Foto: dpa

2. Oktober

Neubrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern (bewohnt): Unbekannte entzünden einen Sperrmüllhaufen vor der Wohnungstür einer syrischen Familie. Das Feuer greift auf zwei Wohnungseingangstüren über. Starker Qualm verrußt das Treppenhaus. Ein 60-jähriger Mann und drei Kinder müssen ins Krankenhaus gebracht werden. Der Sachschaden wird auf 10.000 Euro geschätzt. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung.

Naumburg, Sachsen-Anhalt (bewohnt): Unbekannte werfen zwei Böller durch das offene Fenster in die Gemeinschaftsküche einer Unterkunft, während sich ein Bewohner in dem Zimmer aufhält. Schäden gibt es nicht.

10. Oktober

Scharbeutz, Schleswig-Holstein (unbewohnt): Unbekannte zünden eine leer stehende Unterkunft an. Teile des Dachstuhls stürzen ein. Zwischenzeitlich wurde ein Teil des Einfamilienhauses bereits für einige Tage zur Unterbringung von Geflüchteten genutzt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Die Kriminalpolizei ermittelt.

25. Oktober

Döbeln, Sachsen (bewohnt): Ein 56-Jähriger wird beschuldigt, im Hausflur vor der Wohnungstür einer syrischen Familie einen abgestellten Kinderwagen angezündet zu haben. Elf Hausbewohner_innen, darunter auch ein zehn Monate altes Baby, kommen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung zur Untersuchung ins Krankenhaus. Die Polizei nimmt den Verdächtigen vorläufig fest. Er wohnt selbst in dem Mehrfamilienhaus und soll sich gegenüber anderen Hausbewohner_innen als Reichsbürger bezeichnen. Gegen ihn wird Haftbefehl erlassen.

17. November

Pfedelbach, Baden-Württemberg (unbewohnt): Unbekannte legen in einer geplanten Unterkunft Feuer. 40 Geflüchtete sollten dort einziehen. Die Ermittler_innen entdecken Einbruchsspuren. Das Gebäude ist unbewohnbar. Der Schaden berträgt rund 150.000 Euro. Das Haus muss abgerissen werden.

Feuerwehreinsatz in Pfedelbach

Nr. 135: Pfedelbach Foto: dpa

Oschersleben, Sachsen-Anhalt (unbewohnt): Unbekannte legen Feuer in einer ehemaligen Unterkunft. Die Spurensicherung entdeckt mehrere Brandorte und Brandbeschleuniger. Beim Eintreffen der Beamten gibt es eine Detonation, die Hauswand an der Rückseite des Gebäudes stürzt ein. Das Gebäude ist unbewohnbar. Der Sachschaden beträgt rund 300.000 Euro. Das Landeskriminalamt ermittelt.

22. November

Raublingen, Bayern (bewohnt): Vier Container einer Unterkunft geraten in Brand. Das Feuer wird schnell gelöscht. Ein Bewohner muss wegen einer leichten Rauchvergiftung im Krankenhaus behandelt werden. Der Sachschaden beträgt rund 200.000 Euro. Die Polizei prüft, ob ein technischer Defekt oder eine Fahrlässigkeit zu dem Brand geführt hat. Fremdeinwirkung schließt die Behörde aus.

24. November

Baesweiler, Nordrhein-Westfalen (unbewohnt): Unbekannte zünden Matratzen in einer ehemaligen Sporthalle an, die bis April als Notaufnahmelager diente. Die Stadtverwaltung von Baesweiler schätzt den Sachschaden nach Auskunft eines Sprechers im sechsstelligen Bereich. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Feuerwehreinsatz in Baesweiler

Nr. 138: Baesweiler Foto: dpa

13. Dezember

Bautzen, Sachsen (bewohnt): Drei Männer im Alter von zwischen 19 und 23 Jahren haben vier Molotowcocktails auf ein ehemaliges Hotel geworfen. Einer der Brandsätze brennt ab, ohne Schaden anzurichten. Ein zweiter Brandsatz erlischt schnell, zwei Glasflaschen bleiben unbeschädigt liegen, eine fünfte Flasche wird vor einem Zaun abgestellt. Die Verdächtigen sind geständig und stehen auch noch wegen anderer Straftaten in Verdacht.

17. Dezember

Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen (bewohnt): Unbekannte legen Feuer in einem Hotel, welches bis vor einigen Monaten als Unterkunft genutzt wurde. Zwei Menschen werden verletzt. Weitere Hotelgäste erleiden Rauchgasvergiftungen. Staatsschutz und Kriminalpolizei ermitteln.

23. Dezember

Bad Salzungen, Thüringen (bewohnt): Im Keller einer Gemeinschaftsunterkunft kommt es zu einem Brand. Es entsteht ein Sachschaden von rund 10.000 Euro. Zur Brandursache werden keine Angaben gemacht. Die Kriminalpolizeiinspektion ermittelt.

24. Dezember

Haldensleben, Sachsen-Anhalt (bewohnt): Unbekannte werfen in der Nacht einen Brandsatz in eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Haldensleben. Es entsteht ein Schaden von 1.000 Euro durch Verrußung. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben wegen schwerer Brandstiftung.

 

Weltweit sind mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor Kriegen, Verfolgung und Armut. Im Mittelmeer sterben Zehntausende. Und die EU setzt auf Abschottung.

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