Die Schlacht um Aleppo ist die bislang wichtigste Machtprobe im Krieg zwischen Rebellen und Regierung. Trotz des militärischen Ungleichgewichts ist der Ausgang offen.von Georg Baltissen

Schwer umkämpft: Zahlreiche Zivilisten versuchen sich vor den Kämpfen in Aleppo in Sicherheit zu bringen. Bild: dapd
BERLIN taz | Syrische Regierungstruppen haben am Sonntag ihren Angriff auf die Wirtschaftsmetropole im Norden des Landes fortgesetzt. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete aus Aleppo, dass Kampfhubschrauber das Feuer auf die Stellungen der Rebellen konzentrierten.
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Besonders die Stadtteile Salaheddine und Saif al-Daula im Südwesten der Stadt seien unter Beschuss genommen worden. Der koordinierte Angriff der Regierungstruppen hatte am Samstag begonnen. Dabei kamen auch Panzer, Artillerie und Kampfflugzeuge zum Einsatz.
Ein Reporter der BBC, der am Samstag noch aus Aleppo berichtet hatte, meldete am Sonntag von außerhalb der Stadt, dass er heftige Kämpfe im Stadtzentrum habe ausmachen können. Die Gefechte hätten sich auf einen Bezirk in der Nähe der historischen Zitadelle konzentriert.
Eine Kollegin der Agentur Reuters, die sich noch in Aleppo aufhielt, bestätigte ebenfalls heftige Kämpfe in den Innenstadtbezirken. Die Straßen der Viertel, die von Rebellen kontrolliert werden, seien menschenleer. Viele Menschen seien vor den drohenden Angriffen aus der Stadt geflohen.
Die Schlacht um das wirtschaftliche Zentrum des Landes gilt als die bislang wichtigste Machtprobe zwischen Regierung und Rebellen. Die Regierungstruppen können sich allerdings auf die größten militärischen Ressourcen und eine weit überlegene Feuerkraft stützen.
Nach eigenen Angaben war es den Rebellen am Samstag dennoch gelungen, den ersten Angriff abzuwehren. Die syrische Regierung gab sich aber siegesgewiss. Sie ließ erklären, dass die „Sicherheit“ in der Stadt in Kürze wiederhergestellt sei.
Der Chef des oppositionellen Syrischen Nationalrats, Abdulbaset Saida, sagte in einem Interview mit der Agentur afp in Abu Dhabi, dass jetzt alle Staaten zur Unterstützung des bewaffneten Aufstands aufgerufen seien. „Wir fordern Waffen, mit denen wir die Panzer und die Kampfjets stoppen können“, erklärte er in Abu Dhabi. Er forderte die „arabischen Brüder und Freunde auf, die Freie Syrische Armee zu unterstützen“.
Auf der diplomatischen Ebene gab es keinerlei Bewegung. Diverse europäische Regierungsmitglieder von Außenminister Guido Westerwelle bis Frankreichs Präsident François Hollande signalisierten ihre Unterstützung für die Gegner von Baschar al-Assad. Russland und China machten erneut klar, dass sie ein schärferes Vorgehen im UN-Sicherheitsrat nicht zulassen würden. Der Krieg dürfte an Intensität zunehmen.
Nach übereinstimmenden Angaben von der UN bis zu Menschenrechtsorganisationen wurden bislang mehr als 20.000 Menschen in diesem Konflikt getötet. Die Zahl der Flüchtlinge sowohl innerhalb des Landes wie im Ausland nimmt beständig zu.
Jordanien errichtete am Wochenende das erste offizielle Lager für Syrien-Flüchtlinge in dem Ort Saatar, etwa 11 Kilometer von der Grenze entfernt. Es soll 10.000 Flüchtlinge aufnehmen, könnte aber bis auf 100.00 aufgestockt werden. Etwa 2.000 Menschen kommen pro Tag aus Syrien nach Jordanien.
@toddi: ...
@ Thomas H. bei so viel Wunschdenken kann man nur fragen ... und von was träumen Sie nachts? Das es in Syrien weitgehende Ä ...
Radikalislamisten und Dschihadisten mischen auf beiden Seiten im syrischen Bürgerkrieg mit, der sich aus dem repressiv unte ...
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Seit Frühjahr 2011 demonstrieren in Syrien tausende Menschen in Syrien für einen Machtwechsel. Präsident Baschar al-Assad lässt hart zurückschlagen – laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Großbritannien sind seit Beginn des Aufstandes 32.000 Menschen getötet worden.
Eine Karte mit der Übersicht über die regionalen Interessen der Nachbarstaaten finden Sie hier.
Eine Karte mit der Übersicht über die befreiten Gebiete finden Sie hier.
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