Straßenkämpfe in Damaskus. Die bewaffnete Opposition ruft zur landesweiten Offensive und zur Befreiung der Hauptstadt auf. Moskau und Peking stellen sich weiterhin gegen Sanktionen.
da muss ich jörg voll zustimmen, die syrische opposition, in unseren medien oft zu freiheitskämpfern stilisiert, ist alles andere als friedlich. die tatsache, dass assad oder putin despoten sind darf davon nicht ablenken, was die alternativen wären. wenigstens der letzte der beiden kann aus erfahrung schöpfen, wenn es zu beurteilen gilt, was die "demokratisierungsbestrebungen" der westens hervorbringen: die GUS versank im zuge der demokratisierung in den 90ern in oligarchie, chaos, totaler entmächtigung des parlaments und verfassung (durch jelzin auf druck der nato, iwf und g7)sowie einer inflationsrate von ca. 1800%. "demokratie" ist oft eine schwere geburt, meistens jedoch eine totgeburt.
17.07.2012 20:49 Uhr
von Tom Tom:
So wie es momentan in und um Syrien ausschaut, scheint das faktenresistente, sture und extrem unflexible Verhalten Putins und Lawrows den Sturz des ebenso faktenresistenten, sturen und extrem unflexiblen Assad-Regimes nur zu beschleinigen.
Statt rational zu handeln, verlegt man sich im Moskauer Kreml offenbar auf völlig irrationale Nibelungentreue, bis hin zum Untergang des verbündeten Despotenregimes in Damaskus (bzw. nun nur noch in Teilen von Damaskus ...).
Moskau scheinen auch die beeinflussbar geglaubten syrischen Generäle wegen Desertion (oder wegen dadurch bedingter Überbeanspruchung der noch bei Assad verblieben Generäle) auszugehen, die es für einen "Plan B" bräuchte, der jetzt nur noch in einem Fallenlassen Assads bestehen könnte, zwecks Rettung des bisherigen prorussischen totalitärem Systems in Syrien.
Nur der inzwischen bei seinem Vater in Paris weilende desertierte syrische Brigadegeneral Manaf Tlass und sein (inner- wie außerhalb Syriens sehr mächtiger und einflussreicher sunnitischer Tlass-Clan, der bis vor wenigen Tagen noch vermeindlich fest an der Seite Assads stand), käme eventuell noch als Joker Putins und Lawrows ins Spiel, für den eigentlich längst überfälligen "Plan B"-Versuch.
Ansonsten können Putin und Lawrow nur noch hoffen, dass sie aus Zypern einen vollwertigen Ersatz für das schon bald für sie verlorene Syrien werden kreieren können. Aber auch da sehe ich für Moskau ehrlich gesagt mittelfristig eher pechschwarz ...
17.07.2012 20:32 Uhr
von menschenfreund:
Putin MUSS hart bleiben. Andernfalls könnte bei seinen "demokratischen Maßnahmen" und deren möglichen Folgen im eigenen Land jemand auf die Idee kommen, die Armee Luxemburgs im NATO-Auftrag in Rußland intervenieren zu lassen... Übrigens: China scheint von derselben Angst befallen...
17.07.2012 18:32 Uhr
von jörg:
es gibt doch schon sanktionen gegen die syrische regierung,sogar ein einseitiges waffenembargo gegen die syrische regierung gibt es.was mir schleierhaft ist wie die achso friedliche opposition es schaft die 450000 mann starke armee und 150000 mann polizei so stark unter druck zu setzten ohne schwere waffen. solange der westen über lybien und die türkei waffen für die aufständischen bereitstellt,sollte man als halbwegs linkes medium bitte etwas mehr neutralität wallten lassen.assad ist ein verbrecher doch auch die opposition hat sich durch willkürliche hinrichtungen und plünderungen disqualifiziert.in homs wurden 2/3 aller beamten(arbeits,bau,gartenamt)als assadanhänger hingerichtet.soldaten die sich ergeben müssen für die opposition kämpfen oder werden sofort erschossen,die opposition macht keine gefangenen. mehrere zöllner und grenzpolizisten wurden von der türkei aus durch scharfschützen erschossen um den weg für waffentransporte freizumachen.
Leserkommentare
19.07.2012 05:43 Uhr
von paul:
da muss ich jörg voll zustimmen, die syrische opposition, in unseren medien oft zu freiheitskämpfern stilisiert, ist alles andere als friedlich. die tatsache, dass assad oder putin despoten sind darf davon nicht ablenken, was die alternativen wären. wenigstens der letzte der beiden kann aus erfahrung schöpfen, wenn es zu beurteilen gilt, was die "demokratisierungsbestrebungen" der westens hervorbringen: die GUS versank im zuge der demokratisierung in den 90ern in oligarchie, chaos, totaler entmächtigung des parlaments und verfassung (durch jelzin auf druck der nato, iwf und g7)sowie einer inflationsrate von ca. 1800%.
"demokratie" ist oft eine schwere geburt, meistens jedoch eine totgeburt.
17.07.2012 20:49 Uhr
von Tom Tom:
So wie es momentan in und um Syrien ausschaut, scheint das faktenresistente, sture und extrem unflexible Verhalten Putins und Lawrows den Sturz des ebenso faktenresistenten, sturen und extrem unflexiblen Assad-Regimes nur zu beschleinigen.
Statt rational zu handeln, verlegt man sich im Moskauer Kreml offenbar auf völlig irrationale Nibelungentreue, bis hin zum Untergang des verbündeten Despotenregimes in Damaskus (bzw. nun nur noch in Teilen von Damaskus ...).
Moskau scheinen auch die beeinflussbar geglaubten syrischen Generäle wegen Desertion (oder wegen dadurch bedingter Überbeanspruchung der noch bei Assad verblieben Generäle) auszugehen, die es für einen "Plan B" bräuchte, der jetzt nur noch in einem Fallenlassen Assads bestehen könnte, zwecks Rettung des bisherigen prorussischen totalitärem Systems in Syrien.
Nur der inzwischen bei seinem Vater in Paris weilende desertierte syrische Brigadegeneral Manaf Tlass und sein (inner- wie außerhalb Syriens sehr mächtiger und einflussreicher sunnitischer Tlass-Clan, der bis vor wenigen Tagen noch vermeindlich fest an der Seite Assads stand), käme eventuell noch als Joker Putins und Lawrows ins Spiel, für den eigentlich längst überfälligen "Plan B"-Versuch.
Ansonsten können Putin und Lawrow nur noch hoffen, dass sie aus Zypern einen vollwertigen Ersatz für das schon bald für sie verlorene Syrien werden kreieren können.
Aber auch da sehe ich für Moskau ehrlich gesagt mittelfristig eher pechschwarz ...
17.07.2012 20:32 Uhr
von menschenfreund:
Putin MUSS hart bleiben. Andernfalls könnte bei seinen "demokratischen Maßnahmen" und deren möglichen Folgen im eigenen Land jemand auf die Idee kommen, die Armee Luxemburgs im NATO-Auftrag in Rußland intervenieren zu lassen...
Übrigens: China scheint von derselben Angst befallen...
17.07.2012 18:32 Uhr
von jörg:
es gibt doch schon sanktionen gegen die syrische regierung,sogar ein einseitiges waffenembargo gegen die syrische regierung gibt es.was mir schleierhaft ist wie die achso friedliche opposition es schaft die 450000 mann starke armee und 150000 mann polizei so stark unter druck zu setzten ohne schwere waffen.
solange der westen über lybien und die türkei waffen für die aufständischen bereitstellt,sollte man als halbwegs linkes medium bitte etwas mehr neutralität wallten lassen.assad ist ein verbrecher doch auch die opposition hat sich durch willkürliche hinrichtungen und plünderungen disqualifiziert.in homs wurden 2/3 aller beamten(arbeits,bau,gartenamt)als assadanhänger hingerichtet.soldaten die sich ergeben müssen für die opposition kämpfen oder werden sofort erschossen,die opposition macht keine gefangenen.
mehrere zöllner und grenzpolizisten wurden von der türkei aus durch scharfschützen erschossen um den weg für waffentransporte freizumachen.