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Die zeozwei-Buchliste

zeozwei empfiehlt 10 Bücher, die Zukunft in die Welt bringen. Für einen Sommer des guten Lesens und des guten Lebens.

Mit den zeozwei-Buchtipps lesend durch den Sommer in der Stadt. Bild: AP

Hartmut Rosa: Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung

 

Wenn Beschleunigung das Problem unserer Gegenwart ist, dann ist Resonanz die Lösung. Resonanz heißt: sich mit der Welt verbunden spüren. Ein Buch, das Leben verändert. Echt, jetzt. Der Missing Link zu soziologischen und politischen Gegenwartsanalysen.

Suhrkamp, 2016. – 816 Seiten, 34,95 Euro

Harald Welzer: Die smarte Diktatur. Der Angriff auf unsere Freiheit

 

Wer Digitalisierung, Klimawandel, Finanzmarktkrise, Krieg und wachsende soziale Ungerechtigkeit getrennt betrachtet oder gar lösen will, ist unpolitisch, sagt Harald Welzer. Die Digitalisierung löst kein einziges der großen Menschheitsprobleme. Das einzige Smarte an ihr ist, dass sie ihre Grundlagen verbirgt. Es sind dieselben wie in bestehenden Wirtschaftsbranchen auch: Auslagerung der sozialen und ökologischen Kosten auf arme Menschen in fernen Ländern. Das Digitale ist fossil. (Siehe zeozwei 3/16)

S. Fischer, 2016. – 320 Seiten, 19,99 Euro

Gerd Pfitzenmaier, Lukas Diringshoff: Wir schaffen das – aber so nicht. Wie Deutschland und seine Gesellschaft durch die Flüchtlingskrise gespalten wird

 

Deutschland ein liebenswertes Land? Entscheidet sich im Umgang mit Flüchtlingen, meinen Gerd Pfitzenmaier, einst Natur-Chefredakteur, und Terrorspezialist Lukas Diringshoff. Bilanz bisher: Hilfsbereitschaft, ja. Aber auch: Hasstiraden, überforderte Politiker. Ausweg: Vision eines gemeinsamen Lebens. Schlüsselsatz: „Schweinshax´n und Currywurst sind ja lecker, aber es gibt noch mehr.“

CBX Verlag, 2016. – 288 Seiten, 16,95 Euro

Heinz Bude: Das Gefühl der Welt. Über die Macht von Stimmungen

 

Der Soziologe Heinz Bude beschreibt die neue Polarisierung der Gesellschaft, die nicht mehr zwischen links und rechts verläuft. Um den Riss zu kitten, braucht es Politiker, die eine reparative Stimmung auslösen. Kretschmann sei einer.

Hanser, 2016. – 144 Seiten, 18,90 Euro

Juli ZEH: Unterleuten

 

Modernitätsgeplagte Berliner fliehen aufs Brandenburger Land, perspektivlose Ostler können da nicht weg. Dann geht der Kampf um eine Windkraftanlage los. Jeder denkt, er sei der Gute. Keiner ist es. Der Schlimmste von allen ist der Grüne. Grandios.

Luchterhand, 2016. – 640 Seiten, 24,99 Euro

Riad Sattouf: Der Araber von morgen. Comic-Roman

 

Riad Sattouf, Jahrgang 1977, hat einen Comic-Roman verfasst, der tiefe Einblicke in den Fortschrittsglauben des Panarabismus gewährt. Als Kind einer französischen Mutter und eines syrischen Vaters verbrachte er seine Kindheit größtenteils im Nahen Osten. Humorvoll und frech schildert er aus Kinderperspektive die Rückständigkeit autoritärer Gesellschaftssysteme, gegen die der Arabische Frühling fünfundzwanzig Jahre später rebellierte und eine bessere Zukunft einforderte.

Band 1 und 2. Albrecht Knaus Verlag, 2015 und 2016. – je 160 Seiten, 19,99 Euro pro Band

Jörg Friedrich (Hrsg.): Refugees Welcome. Konzepte für eine menschenwürdige Architektur

 

So können Geflüchtete wohnen – nicht immer ganz realistisch, aber es zeigt, welches Potenzial es in Städten gibt: Jörg Friedrich und seine Studenten der Universität Hannover setzen kargen Containern, Baracken oder Zelten ihre Ideen entgegen. Das Buch zum zeozwei-Titel.

Jovis, 2016. – 256 Seiten, 28,00 Euro

Swetlana Alexijewitsch: Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft

 

Swetlana Alexijewitsch im taz-Gespräch: „Tschernobyl ist heute zu einer Metapher geworden: Die Probleme werden immer größer, aber unsere Kultur ist überhaupt nicht darauf vorbereitet. Und mich erschüttert es am meisten, dass gerade wir Menschen der Kultur nicht auf die Zukunft vorbereitet sind.“

Piper, 2015. – 257 Seiten, 9,99 Euro

Paul Mason: Postkapitalismus

 

Bis 2050 geht das gut. Dann zerstören wir uns selbst. Paul Mason, von vielen als neuer Visionär gefeiert, ist nicht einfach alarmistisch, er streitet für den Postkapitalismus: Eine Zukunft, in der Eigentum und Einkommen völlig anders organisiert sind. Die Gesellschaft als große Genossenschaft? Ein erhellendes, optimistisches Buch, das den Glauben an den Fortschritt wiederentdeckt.

Suhrkamp, 2016. – 430 Seiten, 26,95 Euro

William MacAskill: Gutes besser tun. Wie wir mit effektivem Altruismus die Welt verändern können

 

Das Oxforder Wunderkind William MacAskill hat Gutestun für das 21. Jahrhundert neu definiert. Er nennt es „effektiven Altruismus“ und will Gutestun qualifizieren und danach das Geld verteilen. Seine linken Kritiker sind not amused. 

Ullstein, 2016. – 288 Seiten, 18,00 Euro

Die zeozwei-Buchliste Sommer 2016 wurde kuratiert von Andreas Fanizadeh (Leiter taz-Kulturressort), Hanna Gersmann (taz-Autorin und Chefredakteurin zeozwei), Tania Martini (taz-Redakteurin für das Politische Buch) und Peter Unfried (taz-Autor und Chefredakteur zeozwei).