• 27.06.2012

Chefredakteur über Zeitungsreform

„Wir gehen keinen Sonderweg“

Die Mitarbeiter der „Thüringer Allgemeinen“ sind unzufrieden mit Chefredakteur Paul-Josef Raue und seinen Reformen. Der apelliert, die neuen journalistischen Freiheiten zu nutzen.von Steffen Grimberg

  • 28.06.2012 11:56 Uhr

    von Bullshit:

    Es ist schon ein starkes Stück, einer Redaktion, die sich 1989 unter hohem persönlichen Risiko als erste Ostzeitung von der SED losgesagt hat, den Umgang mit Freiheit zu erklären. Fakt ist, dass Herr Raue bei all seinen Stationen Wüste und Untergang hinterlassen hat: Beste Beispiele sind die Magdeburger Volksstimme oder die Frankfurter neue Presse. Bei der FNP gab es auch einen Aufstand der Redaktion mit dem Ergebnis, dass Herr Raue gehen musste. Insofern ist es erstaunlich, dass der Mann überhaupt noch Zeitung machen darf.

  • 27.06.2012 22:43 Uhr

    von Monika Hausmann:

    Herr Raue,

    ich finde Ihr Eingehen auf die Interessen von LeserInnen schön. Würde ich in Thüringen leben, gut möglich, dass ich Ihre Zeitung zur lokalen Information kaufen würde. Das würde ich wollen: Authentische Interviews! Hören Sie auf mit dieser Täuschung von LeserInnen!

    Als ich das erste Mal erfuhr, wie Interviews im Nachhinein verfälscht werden, fiel ich aus allen Wolken. Ich hatte viele Jahre vorher angenommen, dass Gespräche genau in dem Sinn stattfinden, der gedruckt wird. Seitdem meide ich die meisten Interviews. Nur, wenn ich eine Interviewerin, einen Interviewer aus irgendwelchen Gründen meine, einschätzen zu können, wie in diesem Fall bei Steffen Grimberg, messe ich dieser Textart Bedeutung zu.

    Ich wünsche mir ein Ablassen von diesem scheiß Spiegel-Erbe der Autorisierei! Die Gattung Interview in der Bundesrepublik scheint mir wie eine zugeschmierte Brille.

    Führen Sie zum Beispiel einen Kodex in den Redaktionen der Thüringer zusammen ein, der ihr Handhaben mit echten Gesprächen transparent macht. Stellen Sie die Audiofiles im Sinne von mehr Multimedia online oder etwas Ähnliches.

    Ich wünsche der Thüringer Allgemeinen viel Erfolg!



  • 27.06.2012 18:04 Uhr

    von reblek:

    "Der apelliert, die neuen journalistischen Freiheiten zu nutzen." - Ein zweites "p" dürfte es für den "Appell" schon sein.

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