Ignoranz oder militärische Intervention? In Deutschland verkennt man die Situation im Land. Denn es gibt längst einen richtigen „dritten Weg“ in Syrien.
@Interpretator: Der Kommentar war vor dem Erscheinen von Reiner Hermanns Artikel verfasst worden, deswegen nimmt er keinen Bezug darauf. Zudem war es schon am Freitag in der taz und ist erst ab heute online abrufbar. Aber letztlich würde es an der Argumentation nicht viel verändern, wenn das Massaker von Hula auf das Konto der Freien Syrischen Armee ginge. (Es gibt gerade Aussagen und Hinweise in beide Richtungen, aber eine unabhängige Aufklärung steht aus, ob jetzt durch Human Rights Watch oder die Vereinten Nationen.) Der Kommentar lehnt die Militarisierung von beiden Seiten ab.
17.06.2012 15:16 Uhr
von Interpretator:
Es wäre notwendig, den Bericht von Rainer Hermann über das Hula-Massaker, das möglicherweise von sunnitischen Rebellen begangen wurde, zumindest zu erwähnen. Im Krieg stirbt bekanntlich als Erstes die Wahrheit, und so unsympathisch Assad und sein Regime sein mögen, viele der Leute, die ihn bekämpfen, sind wohl nicht viel sympathischer. Es ist das alte Spiel: Serbien war böse, UCK war gut, Gaddhafi war böse, Bengasi-Rebellen waren gut usw. Sorry, aber das ist echt zu schwach. Das Beste ist, sich aus diesen Kämpfen herauszuhalten. Der Irak, Afghanisten usw. zeigen ja, dass man außer einer Menge westlicher Soldaten und ihre Familien ins Unglück zu stürzen, nichts gewinnt außer dem Hass der Beteiligten. Wenn weit im Osten der Türkei die Völker aufeinander schlagen...
17.06.2012 14:36 Uhr
von MoritzH:
Ein lesenswerter Kommentar mit einer klugen Erinnerung an zivilen Ungehorsam. Hierzu allerdings zwei Anmerkungen:
(1) Warum nicht auch noch "RebellInnen"? Wenn man sich schon in einer für den Leser ermüdenden Übung in sinnloser Political Correctness bemüht, dann sollte man es doch gleich in letzter Konsequenz tun...
(2) Mir erschließt sich nicht ganz, wieso der Artikel (zu recht) vor einem unnützen Entweder-Oder-Denken warnt und gleichzeitig militärische Unterstützung mit einer kompletten Invasion gleichsetzt. Im Vergleich zu einer solch verzehrenden Dramatisierung, wie sie auch De Mazière bedient, sind bereits sehr viel differenzierte Szenarien entworfen worden (wie etwa von der Politikwissenschaftlerin Slaughter in der NY Times am 23.02.12), die auf direkte Kriegsführung weitgehend verzichten. Denn Fakt ist: je höher die materiellen und moralischen Kosten einer bewaffneten Unterdrückung von Protest und Rebellion sind, umso weniger geht die Rechnung für die regierenden Kreise in Damaskus auf. So lange man aber ungestraft Militärhubschrauber und schwere Artillerie gegen Wohnviertel einsetzen kann, wird man dass auch tun.
17.06.2012 13:29 Uhr
von Nico Nissen:
Da werden Menschen ermordet, und der Westen schickt Handys und Blauhelme. Gute Idee!
Leserkommentare
17.06.2012 22:18 Uhr
von roland:
an nissen:
sie meinen wohl Bomben sind besser!
schöne gruß noch an die nato, die haben noch mehr sachen zu bieten !
17.06.2012 16:31 Uhr
von Jojo:
Was los ist in Syrien?
Der neue Radiomitschnitt von Christoph Hörstel ist Phänomenal.
Nüchtern, logisch, konsequent. Hier ist eine Wahrheit die tragfähig ist.
Wenn möglich bitte anhören, meiner Meinung lohnt es.
http://www.facebook.com/Infoseite.zu.Christoph.Hoerstel
Übergang von kalten Krieg zum heissen Krieg.
17.06.2012 16:25 Uhr
von Andre Find:
@Interpretator: Der Kommentar war vor dem Erscheinen von Reiner Hermanns Artikel verfasst worden, deswegen nimmt er keinen Bezug darauf. Zudem war es schon am Freitag in der taz und ist erst ab heute online abrufbar. Aber letztlich würde es an der Argumentation nicht viel verändern, wenn das Massaker von Hula auf das Konto der Freien Syrischen Armee ginge. (Es gibt gerade Aussagen und Hinweise in beide Richtungen, aber eine unabhängige Aufklärung steht aus, ob jetzt durch Human Rights Watch oder die Vereinten Nationen.) Der Kommentar lehnt die Militarisierung von beiden Seiten ab.
17.06.2012 15:16 Uhr
von Interpretator:
Es wäre notwendig, den Bericht von Rainer Hermann über das Hula-Massaker, das möglicherweise von sunnitischen Rebellen begangen wurde, zumindest zu erwähnen. Im Krieg stirbt bekanntlich als Erstes die Wahrheit, und so unsympathisch Assad und sein Regime sein mögen, viele der Leute, die ihn bekämpfen, sind wohl nicht viel sympathischer. Es ist das alte Spiel: Serbien war böse, UCK war gut, Gaddhafi war böse, Bengasi-Rebellen waren gut usw. Sorry, aber das ist echt zu schwach. Das Beste ist, sich aus diesen Kämpfen herauszuhalten. Der Irak, Afghanisten usw. zeigen ja, dass man außer einer Menge westlicher Soldaten und ihre Familien ins Unglück zu stürzen, nichts gewinnt außer dem Hass der Beteiligten. Wenn weit im Osten der Türkei die Völker aufeinander schlagen...
17.06.2012 14:36 Uhr
von MoritzH:
Ein lesenswerter Kommentar mit einer klugen Erinnerung an zivilen Ungehorsam. Hierzu allerdings zwei Anmerkungen:
(1) Warum nicht auch noch "RebellInnen"? Wenn man sich schon in einer für den Leser ermüdenden Übung in sinnloser Political Correctness bemüht, dann sollte man es doch gleich in letzter Konsequenz tun...
(2) Mir erschließt sich nicht ganz, wieso der Artikel (zu recht) vor einem unnützen Entweder-Oder-Denken warnt und gleichzeitig militärische Unterstützung mit einer kompletten Invasion gleichsetzt. Im Vergleich zu einer solch verzehrenden Dramatisierung, wie sie auch De Mazière bedient, sind bereits sehr viel differenzierte Szenarien entworfen worden (wie etwa von der Politikwissenschaftlerin Slaughter in der NY Times am 23.02.12), die auf direkte Kriegsführung weitgehend verzichten. Denn Fakt ist: je höher die materiellen und moralischen Kosten einer bewaffneten Unterdrückung von Protest und Rebellion sind, umso weniger geht die Rechnung für die regierenden Kreise in Damaskus auf. So lange man aber ungestraft Militärhubschrauber und schwere Artillerie gegen Wohnviertel einsetzen kann, wird man dass auch tun.
17.06.2012 13:29 Uhr
von Nico Nissen:
Da werden Menschen ermordet, und der Westen schickt Handys und Blauhelme. Gute Idee!