Was bisher geschah: Die Blipiden haben gemerkt, dass sie nicht der Schweiz gelandet sind, und beschlossen, statt eines Fonduestübchens einen Copyshop in der Torstraße zu eröffnen.von Rob Alef

Das soll ein Kopierer sein...? Bild: ap
Seht nur“, sagte Professor Phäno, der schon eine Weile zusammen mit Professor Median aus dem Oberlicht starrte. „Die Heloten sind verschwunden. Sie haben ihre Schlafplätze aufgesucht.“
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„Durchschnittliche Helotendichte in diesem Straßenabschnitt in den letzten beiden Stunden: 0.37“, ergänzte Professor Median.
„Jetzt oder nie“, sagte Chi. „Wir gehen hinaus, benehmen uns völlig unauffällig und suchen uns einen Copyshop, den wir beleihen können.“
„Sie wollen einen Kopierer stehlen?“, fragte C2H5OH.
FP Chi klopfte mit ihrem Gehstock zweimal auf den Boden. „Stehlen, ich bitte Sie, Erster Maat. Das ist nichts weiter als ein unechter Vorschuss. Wir werden den ganzen Planeten unterwerfen, wer wird da über einen Kopierer rechten. Alle auf ihre Positionen. Wir starten die Big Raushole.“
Am ersten Schaufenster drückten sie sich die Nasen platt. „Restaurant bedeutet Futterstelle“, erklärte Professor Phäno. „Heloten sind Säuger, auf diesen Brettern-auf-Stelzen nehmen sie Nahrung zu sich.“
„Hier, hier, kommen Sie schnell“, ließ sich C2H5OH vernehmen. „Ein ganzer Saal mit Kopierern.“ Die anderen huschten zum nächsten Fenster, aber Professor Phäno schüttelte den Kopf: „Das sind Waschmaschinen, und das hier ist ein Waschsalon. Steht übrigens auch ganz groß drüber.“
„Aber Waschmaschinen haben auch eine Trommel“, sagte C2H5OH.
„Der Erste Maat mal wieder“, seufzte Professor Median. „Wie immer knapp vorbei, wie immer daneben.“
„Wie lange schlafen die Heloten eigentlich durchschnittlich?“, fragte Chi, als sie an der dritten Futterstelle vorbeigekommen waren. „Müssen wir uns Sorgen machen?“
„Nicht mehr, FP Chi. Sehen Sie mal“, sagte Professor Phäno.
Kobalt Produktionen stand über dem Schaufenster und dahinter standen gleich drei der charakteristischen Kästen, deren Bauweise und Aussehen sie sich auf dem Bildschirm des Blasierten Bordcomputers eingeprägt hatten.
FP Chi räusperte sich. „Major Canis, walten Sie Ihres Amtes. Wenn wir drin sind, nehmen die beiden Professoren das Papier. Erster Maat, Sie sind für den Toner verantwortlich.“
Major Canis schnarrte leise, dann zündete etwas, und seine Augen leuchteten in einem fahlen Blau. Der Doppelstrahl der Laseraugen schnitt eine kreisrunde Scheibe aus dem Schaufenster, die die beiden Professoren lautlos auf den Bürgersteig legten.
FP Chi stöpselte einen der Kopierer aus und wuchtete ihn auf den Rücken von Major Canis. Die beiden Professoren balancierten zwei gefährlich hohe Stapel Kartons mit Papier. C2H5OH sackte an Toner ein, was er finden konnte. Zuletzt schob er sich noch einen Karton unter den Arm.
Kurze Zeit später waren sie wieder im Keller. „Was haben Sie denn da noch mitgenommen?“, fragte Professor Median, als sich der Erste Maat an dem Karton zu schaffen machte.
„Oh, das ist … ich weiß gar nicht, was das ist. Ich war nur neugierig“, sagte C2H5OH.
„Neugierig, dass ich nicht lache. Welche Höllenmaschine haben Sie uns denn ins Haus geholt?“
„Es ist ein …“, der Erste Maat holte ein Gerät aus dem Karton: „Es ist ein Schredder.“
„Ein Schredder? Und was kann ein Schredder?“, fragte Professor Phäno.
„Hier steht, er hilft Fehler zu beseitigen und verschafft mehr Lebensfreude“, sagte C2H5OH, während er die Gebrauchsanleitung studierte. „Beseitigen Sie belastendes Material per Knopfdruck“, las er vor. „Amnesia 3000 ist Ihr zuverlässiges Helferlein in allen Lebensschieflagen.“ Er sah auf. „Das passt doch gut. Der eine Helot braucht bedrucktes Papier, der andere will es loswerden. Bei uns: Alles unter einem Dach.“
„Ich will auch so ein Schild“, sagte FP Chi. „Waschsalon, Restaurant, Kobalt. So etwas brauchen wir auch. Sie kümmern sich drum, Erster Maat. Und Ihren Schredder, den probieren wir aus. Wenn die Sonne aufgeht, eröffnen wir. Aber vorher lassen Sie uns eine Runde summen.“ Die Blipiden fassten sich an den Händen und summten. Major Canis hatte sich neben dem Kopierer zusammengerollt.
Den BewohnerInnen des Planeten Blip gehen die Marshmallows aus. Um Nachschub zu organisieren starten sie eine Expedition in Richtung des Planeten RD. Ziel ist eigentlich das Schweiz, aber sie landen in Berlin.
Das ist der Stoff, aus dem die Fortsetzungsgeschichte des taz.plans ist, exklusiv für die taz geschrieben von Rob Alef. Jeden Donnerstag liefert der taz.plan alle wichtigen kulturellen und politischen Termine der Stadt, dazu Kolumnen und jede Menge Tipps. Und den Roman. Früherer Episoden des Romans stehen auf taz.de/berlin
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