Die Wahrheit

Von Masseusen und Matrosen

Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über ein horizontales Verhältnis erfreuen.

  Foto: Imagebroker/Imago

Zwei betrunkene Masseusen

liegen auf dem Bett und dösen.

Neben ihnen zwei Matrosen,

nesteln hektisch an den Hosen

der betrunkenen Masseusen,

bis sich Hosenknöpfe lösen.

Woraufhin die zwei Matrosen

mittels Schnickschnackschnuck noch losen,

wer mit welcher der Masseusen,

die ganz arglos weiterdösen.

Doch als nun die zwei Matrosen

eilig auch die eignen Hosen

öffnen und hinunterstreifen

und sodann mit furchtbar steifen

Gliedern auf die Frauen steigen,

kann der Dichter nicht mehr schweigen.

Also weckt er die Masseusen,

die mit ihren muskulösen

Armen sich die Männer greifen,

sie vom Bett zur Türe schleifen

und sie dort mit festen Tritten

in den Arsch zu gehen bitten.

So verschwinden die Matrosen

ohne Worte, ohne Hosen.

Seufzend legen die Masseusen

sich zurück aufs Bett – und dösen.

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