Die Wahrheit

Heimatloses Osterei auf Norderney

Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über ein Osterei erfreuen.

Und da waren es gleich zwei  Foto: ap

Im Januar wurd ich gesichtet als selten schickes Einzelstück, wer mich bekäme, wurd berichtet, hätt fast schon unverschämtes Glück. Im Februar war ich verschwunden, „verzogen“, wurde kolportiert, nach „unbekannt“, nach „falsch verbunden“, nach „weißderteufel“ emigriert. Bereits im März war ich vergessen, kein Schwein fragt seither, wo ich bin, als Thema so was von gegessen, aus dem Sichtfeld, aus dem Sinn.

So kam ich im April zu dir, in schäbbig braunem Packpapier, als blinder Nordseepassagier frierend auf der Frisia IV.

Als heimatloses Osterei stelle ich auf Norderney die hoffnungsvollste aller Fragen: Willst du mich nach Hause tragen?

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