• 11.11.2012

Die wunderbare Welt von Big Data

„Es wird größer als das Internet“

Big Data ist das nächste große Ding. Big Data? Der Fotograf Rick Smolan versucht mit „The Human Face of Big Data“ das abstrakte Konzept verständlich zu machen.von Giuseppe Paletta

  • 14.11.2012 11:03 Uhr

    von Roland Herzog:

    @branko: bitte nicht technologie mit deren industrieller nutzung gleichsetzen. das ganze schöngerede von füller und tinte hat für mich schon fast folkloristische züge und verherrlicht die vergangenheit, in der die menschen noch schön analog über den tisch gezogen wurden.

    und, die maschine wird nie denken können, oh branko, die maschine denkt bereits. ein android smartphone besitzt mittlerweile einen prozessor mit einer leistung, die vor ein paar jahren noch high-class bei desktop pcs war. und sensorik von der der mensch nur träumen kann. schreibe dazu den richtigen code und du hast einen roboter. der denken kann. und das ist atemberaubend spannend.

    augen verschließen hilft dabei genauso wenig wie marx zur aktuellen wirtschaftlichen situation zu rezitieren. technologie verstehen, aneigenen und hacken statt technologie bloß im binären code konsumieren/boykottieren zu verstehen.

  • 12.11.2012 20:23 Uhr

    von Frank:

    Als Big Data werden besonders große Datenmengen bezeichnet, die mit Hilfe von Standard-Datenbanken und Daten-Management-Tools nicht oder nur unzureichend verarbeitet werden können. (Wikipedia)

  • 12.11.2012 16:32 Uhr

    von Apocolocyntosis:

    Wenn mir jetzt jemand noch in verständlichen Worten erläutern könnte, was Big Data ist, verstehe sogar ich es. Dieses verklausulierte Leergeschwafel nervt!

    Die Sammlung von riesigen Datenmengen? Was soll daran neu sein?

  • 12.11.2012 16:25 Uhr

    von mauersegler:

    @Branko:

    "Ich sehe mich heute schon wieder mit Füller Papier zu beschreiben und mit Briefmarke zu verschicken, weil Papier nicht abstürzt (...)"

    Genau. Donald Knuth schreibt dazu z.B. auf seiner Website "I have been a happy man ever since January 1, 1990, when I no longer had an email address. (...) So if you want to write to me about any topic, please use good ol' snail mail and send a letter to the following address: (...)"

    Seine Entwürfe zu TeX wurden mit Füller geschrieben und befinden sich in den Archiven der Stanford-University. Sie werden sehr viele der kommenden "digitalen Revolutionen" überdauern und noch in Jahrhunderten für Studien zur Technikgeschichte des 20. Jahrhunderts zur Verfügung stehen.

  • 12.11.2012 15:25 Uhr

    von mauersegler:

    Geldmacherei. Alle verdienen prächtig daran: Hardwarehersteller, Softwareindustrie, Consultants, ...
    Firmenchefs, Politikern, Militärs, usw. wird damit suggeriert, sie er- bzw. behielten damit eine wie auch immer geartete Kontrolle über die scheinbar immer unübersichtlicher werdende Welt. Das war, ist und bleibt natürlich ein Riesen-Geschäft denn das Kontrollbedürfnis der Macht ist unersättlich. Aber sie verschluckt sich oder erstickt regelmäßig an ihren Datenbergen, siehe die Stasi von 1989 oder die gesammelten Abhör-Protokolle der NSA vor 9/11. Beides hat am Ende den Mächtigen nichts genutzt, alles lief schief.

    Wohin führt diese Daten-Gigantomanie? Was kommt dabei schlussendlich heraus? Ohne fundierte statistische Grundlagen liefert Big Data irgendwas, denn jeder Computer liefert immer irgendwas, er kann ja nicht anders. Vielleicht ist der Trick, nur relativ wenige Daten zu sammeln und überlegt, d.h. mit viel Hirn und wenig Software, auszuwerten. Ich kann mir meine Welt ganz einfach übersichtlicher machen durch - Verzicht!

  • 12.11.2012 11:52 Uhr

    von Torsten Kaiser:

    "Das Problem: Diejenigen, die sich zur Zeit Gedanken über Big Data machen, sind nicht die Verbraucher, sondern Unternehmen und Regierungen. Regierungen mit dem Ziel ihre Bevölkerung besser zu verstehen, Unternehmen mit dem Ziel die Kunden besser zu verstehen."

    Wie blauäugig muß man eigentlich sein, um hier nicht auf Anhieb den drohenden Überwachungsstaat zu riechen?

    Denn auch anonymisiert bietet sich damit jederzeit eine Steilvorlage, drohende Mehrheiten unerwünschter Form bereits im Keim durch gezielte Fehlinformation (aka Zensur) wieder zu zerstreuen.

    Und wer garantiert eigentlich, daß die erhobenen Schnüffeldaten wirklich irreversibel anonym bleiben?

  • 12.11.2012 11:45 Uhr

    von Biks:

    Soll das Foto eine versteckte Kritik enthalten?

    Die Minutenzeiger müssten alle auf die gleiche Minute zeigen und ein Unterschied von fünf Stunden zwischen dem veralteten GMT und der mitteleuropäischen Zeit (CET) zeigt deutlich, dass da jemand nicht einmal seine Uhren beherrscht.

  • 12.11.2012 10:56 Uhr

    von Chris:

    "...Regierungen mit dem Ziel ihre Bevölkerung besser zu verstehen, Unternehmen mit dem Ziel die Kunden besser zu verstehen."

    Diese zur Schau gestellte Leichtgläubigkeit und Verharmlosung ist nur schwer zu ertragen. Staatliche Stellen haben ein Interesse an Kontrolle der Bevölkerung, Unternehmen ein Interesse am Zugang zum Privatleben potenzieller Konsumenten - So wird ein Schuh draus. Wenn die Machtfrage aus dem Projekt eliminiert wird, ergibt es überhaupt keinen Sinn mehr.

  • 12.11.2012 09:33 Uhr

    von Module:

    Wer veralbert wen?
    Der Interviewpartner gibt vor, man müsse nur personenunspezifische Fragen beantworten. angenommen dies stimmte, dann sind die Daten praktisch unbrauchbar, denn es ist nicht zu ermitteln, wie denn die genannten Frauen zwischen 20 und 40 mit ihrer 'strengen Erziehung' empirisch ticken. also muss ein Datensatz auch personenspezifische Aussagen enthalten und je 'engmaschiger' diese sind um so valider aber auch 'rückverfolgbar' ... Mag sein, dass Frau und Herr XYZ nicht exakt zu ermitteln sind, aber die Mär der altruistischen Datensammler braucht er uns nicht zu verkaufen. Wenn er das tatsächlich selber glaubt: "herzliches Beileid" ....

  • 12.11.2012 08:48 Uhr

    von Branko:

    Das wird lustig werden:

    In einer Welt mit exponentiell steigendem Technologisierungsgrad,
    bei rapide verschwindedem Basiswissen der User für die Technologie,
    und immer schneller beschleunigtem Versions-Update-Chaos,
    bei immer schlampiger programmierter Software,
    versuchen Maschinen, die nicht denken können,
    (und auch nie können werden)
    darin tiefere Strukturen zu finden.

    Ah, ja.

    Dabei besteht die Arbeit am Computer zu einem immer größeren Anteil aus negierender Ausschlußarbeit, indem man immer mehr damit beschäftigt wird, gut gemeinte, aber kontraproduktive Vorschläge des Computers, der vergeblich versucht mitzudenken, zu verneinen und wegzuklicken, was sich zersetzend auf das aktive, kreative und willkürliche Schaffen auswirkt.

    Ich bemerke bereits heute schon an mir selbst (und auch bei anderen) das Schwinden der Fähigkeit, direkt, sauber geradeaus schreiben zu können.
    Weil es lohnt sich nicht, sich Mühe zu geben, das Wort richtig zu schreiben.
    Man muss das gesuchte Wort ohnehin so oder so aus einer vorgeschlagenen Auswahlliste raussuchen.
    Es reicht also völlig, irgendwie sowas ähnliches in die Tastatur zu kloppen.
    Und wenn das Korrekturprogramm von Word nen Schreibfehler drin hat, muß irgendwann der Duden angepasst werden.

    Ferner wird man in Raster vorgefertigter Auswahllisten gepresst.
    Auf (fast) jeder Internetseite finden sich mitlerweile Umfragen zu irgendeinem Thema, mit vorgefertigten Meinungen,
    bei welchen zwei Buttons grundsätzlich fehlen:

    y.) Meine Antwort/Meinung ist nicht dabei
    z.) Das Thema geht mir komplett am Arsch vorbei.

    Ich sehe mich heute schon wieder mit Füller Papier zu beschreiben und mit Briefmarke zu verschicken, weil Papier nicht abstürzt, mich nicht ständig mit irgendwelchen Updates, Lizensvereinbarungen und geänderten AGBs nervt, und ich dann nicht mit tonnenweise Werbung für völlig deplatzierten Quatsch zugemüllt werde.
    "User, die auch 'sehr geehrte Damen und Herren' schrieben interessierten sich auch für folgende Pornoseiten..."

    Mein nächstes Handy wird nach einem iPhone und einem Blackberry übrigens wieder eins werden, das auf dem technischen Stand von vor zehn Jahren ist.
    (Und wenn ich das aus Afrika reimportieren muss).

    Warum?

    Weil das ganze neue Zeugs immer weniger funktioniert.

    Scheinbar bin ich aber wohl einer von ganz wenigen, denen das auffällt und auch noch stört.

  • 12.11.2012 08:23 Uhr

    von KlausH2:

    Don't worry - "big data" ist nur genau so eine "Blase" wie andere IT-Begriffe (Cloud, CASE, CIM...).

    Big Data ist der Versuch aus der bekannten 80:20 Regel die 20% zusätzliche Erkenntnis "raus zu kitzeln". Völlig überbewertet, Aufwand und Ertrag stehen dann in keinem Verhältnis, aber ein Versuch nach dem Motto "viel hilft viel" ist es der Industrie wert und die IT-Wirtschaft freut sich über einen "neuen" Umsatzbringer. Das war's.

    Ich habe z.B. noch keine einzige wirklich "maßgeschneiderte" Werbung oder Information erhalten, für die die 80% nicht völlig ausgereicht haben...

    Klaus

  • 11.11.2012 22:06 Uhr

    von mörff:

    Der Glaube des Interviewpartners an "Big Data" wirkt für mich fast schon religiös...

    Aber was kann man dagegen tun? Die Nutzung bestimmter Apps hinterfragen? Generell kein Smartphone Nutzen? Mir fehlt irgendwie der gute Glaube, dass das alles komplett anonym sei.

  • 11.11.2012 20:40 Uhr

    von Commentar:

    Interessante und ausführliche Äußerungen zu Big Data von Wissenschaftlern in diesem Bereich gibt es hier: http://edge.org/event/special/-computational-social-science

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