Ermittlungspannen beim NSU
Rätseln um die „Operation Rennsteig“
Zwischen 1997 und 2003 versuchten vier Geheimdienste mit einer Großaktion die rechte Szene in Thüringen und Bayern aufzuhellen. Und doch verpassten sie die Anfänge des NSU.von Wolf Schmidt
Leserkommentare
23.06.2012 21:58 Uhr
von @ Skandal 1b::
Der Vfs hat dafür gesorgt das ein Neonazi, gegen den 35 Verfahren liefen, straffrei davonkommt,
und haben diesen mit 200.000 DM unterstützt,
die dann zum Aufbau des THS verwendet worden sind.
11 weitere Mitglieder wurden dann auch noch bezahlt,
die müssn wohl notwendig gewesen sein um zu überprüfen
ob das Geld auch wie vereinbart investiert wurde...
22.06.2012 13:12 Uhr
von Stimme der Demokratie:
Der Hauptskandal an der ganzen Sache ist ja, dass Effizienz und Resultate gefordert werden - von genau den Leuten, die den staatlichen Organen am liebsten genau null Kompetenzen einräumen wollen. Bei einer Diskussion über bessere Vernetzung oder Zusammenlegung der Behörden wird gleich "Big Brother" gebrüllt. Aber in einer Mischung von Spott und Empörung die Arbeit der Behörden beurteilt.
22.06.2012 12:43 Uhr
von Der Sizilianer:
@ viccy:
Ich glaube, da kann ich Ihnen helfen.
Skandal 1: Vier bundesdeutsche Geheimdienste bemühen sich ca. 8 Jahre lang u. a. unter Bezahlung von mindestens 10 V-Nazis, eine Neonaziorganisation mit durchschnittlich 150 Mitgliedern auszuforschen - und bemerken (angeblich) nichts vom Abtauchen einer militanten Terrorzelle aus dem Umfeld dieser Organisation in den Untergrund ...
Skandal 2: "Die Aufregung über die „Operation Rennsteig“ war in Thüringen in den vergangenen Tagen groß, weil selbst Mitglieder der für die Geheimdienstkontrolle zuständigen PKK und des NSU-Untersuchungsausschusses gut sieben Monate nach Auffliegen der rechtsextremen Terrorzelle noch nichts von der Aktion gehört hatten."
Und das heißt logisch geschlussfolgert: Mindestens 4 bundesdeutsche Geheimdienste haben ihr Wissen über die unter "Skandal 1" genannte Tatsache monatelang vor den zentralen politischen Aufklärungs- und Ermittlungsinstanzen und der Öffentlichkeit verheimlicht ...
Skandal 3: Wir können also mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass zahlreiche bundesdeutsche Geheimdienste auch in anderen wesentlichen Punkten rund um die Frage, wie es sein kann, dass eine militante Neonaziterrortruppe jahrelang unentdeckt von Geheimdiensten und Strafverfolgungsbehörden mordend, Bombenanschläge und Banküberfälle verübend durch die Gegend zieht, seit Monaten und bis heute wesentliches Wissen verschweigen ...
Ich hoffe, die Brisanz dieses Artikels ist Ihnen nun ein wenig klarer?
22.06.2012 07:17 Uhr
von viccy:
Irgendwie für mich nicht ganz verständlich, worum sich dieser Artikel schwerpunktmäßig dreht bzw. wo das Aufregerpotential ist. Passt ja aber zur Überschrift ("Rätseln").
21.06.2012 23:04 Uhr
von zeitweise ?:
hallo taz,
was heisst "zeitweise" ?
Lässt sich der Zeitraum näher eingrenzen ?
Falls tatsächlich V-Männer offengelegt werden,
dann müsste auch mal überprüft werden
welche Rolle sie gespielt haben,
ob sie verwertbare Informationen
geliefert haben,
oder ob es auch Straftaten in ihrem Umfeld gab
zu deren Aufklärung sie nichts beigetragen haben,
falls ja ob dies dann zur Abschaltung geführt hat,
oder ob sowas ggf vom Vfs geduldet worden
sein könnte...
( die Anwerbungen von C.Sczepanski
und D.Magnien fallen in diesen Zeitraum. )
21.06.2012 21:29 Uhr
von Karl:
Wirklich?
Gibt es belastbare Anhaltspunkte das hier tatsächlich etwas "verpasst" wurde, oder doch bewußt herausgehalten?
Denkbar ist beides!
Hinweise in die eine, oder andere Richtung vorhanden?
Glück auf!
Karl
21.06.2012 19:49 Uhr
von Harald:
Vielleicht verpassten sie gar nichts, sondern dachten, sie würden diese Leute steuern? Ich finde, es gibt einfach zu viele Fragezeichen und die Veröffentlichungen drehen sich immer darum, die Geheimdienste wie Dorftrottel darzustellen, während die Zielobjekte mit minderer Begabung rumballerten, mordeten und sogar noch in der Szene hier und dort auftauchten, sich kaum abschirmten. Wer soll diesen Stuss eigentlich glauben?