Seit 100 Tagen ist die neue Bildungssenatorin Eva Quante-Brandt im Amt, am Mittwoch lud sie zum Bericht über die Schwerpunkte ihrer Arbeit.von Klaus Wolschner

Die neue Bildungssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD), hinter ihr der neue Staatsrat Gerd-Rüdiger Kück. Bild: kawe
BREMEN taz | Was will die neue Bildungssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) anders machen als ihre Vorgängerin, die zurückgetretene Renate Jürgens-Pieper? Wo will sie ihre eigenen Schwerpunkte setzen? Eigentlich nirgends, antwortete sie gestern auf diese Frage auf einer Pressekonferenz, zu der sie anlässlich ihrer „100-Tage-Bilanz“ eingeladen hatte.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Hinter ihr saß der neue Staatsrat Gerd-Rüdiger Kück. Das war nicht nur optisch ein Unterschied – Jürgens-Pieper kam immer ohne Staatsrat zu Presseterminen. Im Unterschied zu seinem Vorgänger wird dem neuen Staatsrat zudem ein sehr gutes Händchen bei der Leitung einer Behörde nachgesagt.
Irgendwie soll also sonst alles weitergehen wie bisher, erklärte die neue Senatorin, und antwortete auf die Frage mit einer rhetorischen Gegenfrage: Ob denn erwartet würde, dass sie eine Kehrtwende vollziehe? Beim Stil der Amtsausübung schimmerte aber dann doch durch, dass sie eigene Akzente setzen will: Sie wolle „mit den Betroffenen reden“, betonte sie. Was die Schulen angeht, habe sie ihr „Ohr gern bei denen, die die Arbeit machen“, und „für mich findet Schule vor Ort statt“.
Also will sie „zu den Schulen hingehen und mir anhören: Was sind die Bedarfe?“ Bisher habe sie „vier bis fünf“ Schulen schon besucht, sagte sie auf Nachfrage, einige weitere stehen im Terminkalender und im April werde sie sie auch Schulleiter einladen.
Quante-Brandt identifiziert sich mit der Schulreform ihrer Vorgängerin, „die wir 2009 auf den Weg gebracht haben“. Ausdrücklich betonte sie: „Wir halten an der Inklusion fest.“ Nur „V-Kinder“, also besonders verhaltensgestörte, sollten wenn nötig aus den Inklusionsklassen herausgenommen und solange wie nötig in den angegliederten „Rebuz“-Zentren für besondere Förderung beschult werden.
Dieses Modell hat nebenbei den Vorteil, dass die betreffenden Kinder in der bundesweiten Statistik weiterhin unter „Inklusion“ gezählt werden. Für die zusätzliche Betreuung werden 20 zusätzliche Lehrkräfte kalkuliert, „dieses Personal ist da“, erklärte Quante-Brandt. Nicht „da“ sind bisher die Stellen, die Amtsvorgängerin Jürgens-Pieper zuletzt zur Absicherung einer guten Qualität der Inklusion vergeblich gefordert hatte. Darüber werde im Rahmen der Haushaltsberatungen verhandelt, so Quante-Brandt, im April gebe es vielleicht ein Ergebnis mitzuteilen.
„Politik muss die Richtung vorgeben“, erklärte die Senatorin, und die Richtung ist klar: „Die Platzierungen in Leistungsvergleichen müssen sichtbar verbessert werden.“ – Also die rote Pisa-Laterne der Bremer Schulen. „Wir wollen uns künftig noch stärker mit gutem Unterricht befassen“, steht auf dem Sprechzettel der Senatorin: „Wir wollen die Lehrerinnen und Lehrer darin bestärken, einen anspruchsvollen Unterricht zu gestalten.“
Mit Fortbildungen will sie die Schulleitungen „professionalisieren“ und „in ihrer Kompetenz als Schulmanager stärken“. Auf die Streitfrage, ob nicht nur das Gymnasium Obervieland, sondern auch die sieben anderen Gymnasien das Abitur nach neun Jahren anbieten dürfen, meinte Quante-Brandt nur kurz, sie sehe da „keinen Handlungsbedarf“.
Die jetzt eingereichten Klagen auf saubere Luft in Hamburg sind das Ergebnis jahrelanger politischer Ignoranz. Im Ergebnis heißt das: Diese Stadt macht krank. von Sven-Michael Veit
Nach eigener Forschung gibt Bremens Kunstverein der Familie Berolzheimer eine Barockzeichnung zurück, die zu Unrecht in der Kunsthalle gelandet war von Benno Schirrmeister

Der Autor und Regisseur Peter Schanz verarbeitet die Geschichten regional verwurzelter Prominenter wie der Sex-Unternehmerin Beate Uhse oder der Nazi-Größe Adolf Eichmann zu Theaterstücken, die unmittelbar mit der jeweiligen Stadt zu tun haben. Die Nachfrage nach den Stücken ist hoch von Jens Fischer

Von Stierhörnern in Stierkämpfern, Zombies und menschlichen Engeln. Unsere Bilder der Woche.

Das Handy hat Geburtstag: Eine kurze Geschichte der ebenso erfolgreichen wie nervtötenden Erfindung.

Was der nordkoreanische Führerkult mit Raketen und Rammlern aus Brandenburg zu tun hat.

Schnee verpiss dich, keiner vermisst dich. Der Frühling muss kommen. Jetzt, sofort. Hau rein, Lenz!


Leserkommentare
22.03.2013 16:30 | Wolfgang Banse
Nicht am grünen Tisch wird Schule praktiziert,sondern vor Ort.Vor Ort präsent zu sein gibt mehr als in der Sc ...
22.03.2013 15:11 | Marcel
Frau Quante-Brandt geht also in die Schulen. Na dass ist ja mal eine Geste! Sie hat doch bei ihrem Amtsantritt großmundig v ...
21.03.2013 22:14 | Julian
Na, ja, so ganz neu ist die Idee mit den Schulbesuchen ja nicht: War es nicht Willi Lemke, der dies auch machte - wenngleic ...