• 10.07.2012

Ex-Geheimdienstchef Roewer zum NSU

Der Verfassungsbeschmutzer

Der Auftritt des ehemaligen Geheimdienstchefs Helmut Roewer vor dem NSU-Untersuchungsausschuss in Thüringen ist bizarr. Er klärt nichts auf. Er bereut nichts.von Wolf Schmidt

  • 12.07.2012 11:00 Uhr

    von Karl:

    Gehe wieder mehr saufen; vielleicht steckt mir ja jemand ne Ernennungsurkunde zu!

    Glück auf!

    Karl

  • 11.07.2012 22:11 Uhr

    von Martina:

    Das wäre doch eine wunderbare Vorlage für den neuen Tatort!

  • 11.07.2012 18:27 Uhr

    von FMH:

    @~*Ganesha*~: Ich will Sie nicht beleidigen, aber ich habe bisher keinen bekennenden Barfußläufer kennengelernt, der nicht auf irgend eine Art einen an der Waffel hatte - allerdings kenne ich auch nur zwei :)

  • 11.07.2012 17:40 Uhr

    von lowandorder:

    Geheimdienstchef Roewer? - ne, ne - das paßt schon.

    Der war Beamter - höherer Dienst, kann also von Amts wegen schon nix dafür - egal was.
    Aber grundehrlich (nur nicht die Pension gefährden!):
    " Ich galt als Fachmann" - eben, galt - gilded nämlich nicht. "so geht das" (ja, ge-nau-so!).
    Urkunde irgendwann am Abend - "Das weiß ich nicht mehr, ich war betrunken"; "ich bin Schriftsteller".

    Also: Klassischer Wendegewinner; Amtserklimmung im Wege der West-Ost-Flaschenpost. Hatte sich schon wg "nur galt" mit den läppischen A 16 abgefunden, aber da und der Wende sei Dank: schnell wie all die anderen Dumpfbeutel sich bewerben und zack und haste nicht gesehen: Beförderung und doch noch die Armutszone verlassen und in die B-Besoldung gerutscht.

    Anderseits. Daß sich jetzt eben darüber Politiker, insbesondere der CDU und FDP aufkropfen ist mehr als wohlfeil!
    Haben doch die Vertreter dieser Kaste
    Selten-Begabter eben diese Ansammlung von Rohrkrepierern im Aufbau Ost und die daraus resultierenden Folgen zu verantworten.

    Allen voran "Blühende Landschaften" und das "zahlen wir aus der Portokasse"-Dr. Helmut Kohl.
    Der hatte das gerade so im Schwange - Deutschland-Lied knapp zu Ende gekrächst, da befand er "Rückgabe vor Entschädigung" im Einigungsvertrag und das Schicksal der Wirtschaft Ost war besiegelt.

    Und dann wurden die Ostlandreiter losgeschickt und dabei die Milliarden im Osten verbuddelt;
    in welchem Maße diese Behördenvertreter derselben Kategorie wie Herr Roewer angehörten, ist schwer zu sagen.
    Jedenfalls nicht wenige. Und häufig wurden gerade solche Kaliber als Behördenspitze drauf gesetzt.
    Gemäß : die Arbeit machen die anderen.

    Aber auch das setting spricht für sich:
    unter gleichzeitigerBeförderung in den Osten,
    dort oder bei Rückkehr regelmäßig noch eine Beförderung;
    Zudem wurde für Aufbau Ost die Tropenregelung aus der Kolonialzeit reaktiviert: Ostjahre sind Härtejahre: renten- und pensionssteigernd(man hört förmlich die Palmen in Bitterfeld rauschen und die Aaras im Dschungel krächzen).

    Und das Trennungsgeld nicht zu vergessen.
    Das war so ein Faß ohne Boden, daß eine Überpfüfung durch einen ehemaligen Bundesrichter den Sumpf weitgehend trocken legte. Und sich ein ausgewachsener Präsident gerade noch in vorzeitigen Ruhestand rettete. Stand die inkriminierte Wohnung doch rein zufällig im eigentum seiner holden Gattin.
    Armut beginnt bekanntlich spätestens mit dem ersten Beförderungsamt.

    Ritt man nur als Nachhilfelehrer (z.B. in Sachen Recht/Verwaltung) ostwärts wurde man auch nicht im Regen stehn gelassen.Buschzulage - aber hallo!

    Auf den Behördenparkplätzen verwandelte sich der Oberamtsratswagen Audi 100 stikum in ein T-Modell mit Stern.
    Dank Buschzulage.

    So war ein AbgreiferKollege bass erstaunt, als ihn eine um Vertretung angegangene Kollegin mit den Worten beschied:" Was? nicht nur, daß ihre Kollegen derweil ihre Arbeit wegmachen müssen. Nein, da kriegen Sie zum vollen Gehalt auch noch noch nen 1000er - pro Tag(!) obendrauf!? Das find ich unanständig!"
    Man sieht es geht auch anders und er hat nicht wieder gefragt.

    Macht man sich dieses von den Herren Politikern in den Stil gestoßene Szenario deutlich, so wird klar wes Geistes Kind ein Herr Roewer offensichtlich ist, wie er´s werden konnte, und das für völlig normal hält.

  • 11.07.2012 16:26 Uhr

    von Welche Maßnahmen?:

    "Auch so einen Typ kann man zum Reden zwingen. Seine Arroganz wird ihm dann teuer zu stehen kommen."

    Wie kann die Komplizenschaft des Thüringschen VS, und der anderen Ämter aufgeklärt werden?
    Mit welchen Ermittlungsverfahren und welchem öffentlichen Druck ist ein Erfolg möglich?

  • 11.07.2012 14:02 Uhr

    von Markus Müller:

    Immer diese Herren mit den kleinen Bärtchen und dem verbitterten Gesichtsausdruck.Dass man denen aber immer wieder auf den Leim geht.

  • 11.07.2012 13:12 Uhr

    von hrool:

    @BuergerLars:

    Volle Zustimmung. Da zeichnet sich ein Bild von einem Beamten, der Staat und Gesellschaft nicht mehr ernstnehmen _kann_.

    Lesebefehl an alle.

  • 11.07.2012 11:01 Uhr

    von pearl jam:

    Guten Tag allerseits,

    der krönende Abschluss einer absurden Behörde. Ich hoffe und fordere, dass diese abgeschafft wird. Mehr noch als die Rezeption der erheiternden Details würde mich jedoch interessieren: Was sollte der Verfassungsschutz eingetlich schützen? Wir haben doch ein Grundgesetz.

  • 11.07.2012 09:30 Uhr

    von Christian K.:

    Es wäre ja mal interessant zu wissen, was Herr Roewer vor seiner Zeit als Verfassungsschutzpräsident des landes Thüringen gemacht hat, wer ihn ins Amt berufen bzw. gewählt hat und was ihn in den Augen der ihn Wählenden zu seinem Amt befähigte. Mir scheint, da liegt in Thüringen noch einiges Grundsätzliches im Argen.

  • 11.07.2012 07:04 Uhr

    von vic:

    Solche Leute werden in der Geheimen Republik Deutschland (GRD) in wichtige Ämter gepusht. Da muss man sich über "Pannen" nicht wundern.

  • 10.07.2012 23:37 Uhr

    von Detlev:

    Auch so einen Typ kann man zum Reden zwingen. Seine Arroganz wird ihm dann teuer zu stehen kommen. Das, was er nicht sagte, das wäre ja genau der Aspekt oder die Aspekte, die nötig sind, um die Morde der NSU aufzuklären. Seine Linie, sich auf eine flauschige Undurchschaubarkeit zurückzuziehen, dürfte schnell reißen. Letztlich waren ausreichend Spitzel rund um die NSU vorhanden. Informationen rund Böhnhard und Mundlos waren einfach zu haben, sie waren die Stellvertreter des Chefs des Thüringer Heimatschutzes. Chef dieser Truppe war ein Spitzel des Verfasungsschutzes. Und beim Mord in Kassel war ein Verbindungsführer des Verfassungschutzes (Hessen) direkt am Tatort ...

  • 10.07.2012 22:21 Uhr

    von Banjo Hansen:

    Das Beamtenprinzip treibt wahrlich phantastische Blüten. Und er hat ausgesorgt. Und ein tolles Selbstbild. Und keiner kann ihm was. Perfekt!

  • 10.07.2012 20:36 Uhr

    von KlausK:

    Den Herrn Roewer kannte ich bislang nur vom Hörensagen.
    Seit ich Fotos von ihm gesehen habe, würde ich von dem nicht einmal geschenkt einen Gebrauchtwagen wollen.

    Die arme Verfassung - die konnte ja nichts für diese Fehlbesetzung.

  • 10.07.2012 20:29 Uhr

    von BürgerLars:

    Dieser Mann scheint ausgesprochen ungewöhnlich zu sein. Es ist auf alle FÄlle sehr lohnend seine Homepage anzusehen. Die Texte auf der Homepage passen nicht zu dem was im Taz Artikel (und auch bei SPON) steht.
    Die Homepage ist hoch interessant. Das wollte ich noch anfügen.

  • 10.07.2012 19:40 Uhr

    von Tom:

    Wer schützt uns vor dem deutschen"Verfassungsschutz". Diese Frage stellen sich sicher viele Bürger/Bürgerinnen.Wie Rolf Gössner schon sagte:Dieser Skandal,ist systembedingt.

  • 10.07.2012 18:43 Uhr

    von geschichtswerkstatt:

    "Das Tagebuch des Amtschefs" - hoffentlich denkt er sich da nicht jetzt etwas aus, wo er sich doch so schlecht erinnern kann. Aber so ein richtig gutes Buch aus dem Inneren des VS könnte durchaus ein Bestseller werden. Für einen richtig guten Schriftsteller ist es auch keine Schande, wenn er sich zuweilen mit seinen Figuren verwechselt. Hauptsache man findet vor den Mahlzeiten aus der Geschichte heraus.

  • 10.07.2012 18:33 Uhr

    von rolff:

    ... ´wenn man auch den Bock zum Gärtner macht...

  • 10.07.2012 18:33 Uhr

    von Celsus:

    Schon seine öffentlichen Antritte zu Amtszeiten waren bizarr. Und da wurden seine Äußerungen ja gar von Rechtsextremen beklatscht. Die CDU soll mal nicht so scheinheilig tun. Die haben bewusst über alles hinweggesehen. Sie hatten wunschgemäß den "Spezialisten" gefunden, der immer wieder bestätigen konnte, dass von rechts keine Gefahr drohe.

    Und das Verhalten der CDU und der CSU war und ist in dem Bereich bis heute sehr fragwürdig. Und das nicht nur in Thüringen. Wenn das Gespräch auf den Rechtsextremismus kam, musste innerhalb kürzester Zeit fallen, dass die Ausgeglichenheit es erfordere, auch über Linksextremismus zu sprechen. Umgekehrt wurde nicht beim Thema Linksextremismus schnellstens der Dreh zum Thema Rechtsextremismus gefunden.

    Was sagt uns das? Den Rechtsextremen fühlen sich viele Politiker aus CDU und CSU näher als dem Linksextremismus. Das aber ist ein geistiges Armutszeugnis und wirft ein Schlaglicht auf vorhandene Alt- und Neulasten.

  • 10.07.2012 18:03 Uhr

    von Nordlicht:

    Es ist einfach unfassbar. Beschämend. Erschütternd.

  • 10.07.2012 17:52 Uhr

    von Pharisäer:

    Der Verfassungsschutz erklärt von Volker Pispers

    http://www.youtube.com/watch?v=ciPZORA-yT0

    Am Ende waren es IMMER Einzeltäter und keiner hat's gewußt...

    Danke Deutschland!

  • 10.07.2012 17:51 Uhr

    von ~*Ganesha*~:

    Die Erwähnung der Barfüßigkeit im Büro mag zwar für den Mainstream als Beispiel funktionieren, um die Weltferne, Exzentrizität oder Inkompetenz eines Behördenleiters aufzuzeigen. Bitte aber nicht den Fehler machen, dies als Alleinstellungsmerkmal eines "Spinners" zu definieren.

    Als bekennender Barfußläufer aus gesundheitlichen und spirituellen Gründen distanziere ich mich ausdrücklich davon, in diesem Mann ein Beispiel eines typischen barfußgehenden Menschen sehen zu wollen...

    Immerhin hat er damit erfolgreich den Beweis angetreten, daß die Nieten nicht nur Nadelstreifen tragen.

  • 10.07.2012 17:19 Uhr

    von ohne Worte:

    "Das weiß ich nicht mehr, ich war betrunken" !

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