• 06.07.2012

„Freundesgruppe“ will Opposition einen

100 Staaten gegen Assad

Um eine glaubwürdige Alternative zum gegenwärtigen Regime darzustellen, muss die Opposition eine gemeinsame Front bilden. Das fordert die „Syrien-„Freundesgruppe“ in Paris.

  • 13.07.2012 11:52 Uhr

    von suri:

    Herr Westerwelle war vor kurzem unterwegs in Golfregion um Waffenschmugel für Terroristen zu organisieren nicht zum Wohltat da gewesen. Man hat vor etwa zwei Wochen bis zu 60 Deutsche festgenommen, die von Libanon aus in Syrien Waffen schmuggeln wollten. Alles unter den Augen von dt. Marien, die eigentlich da vor Küste Libanon patrolliert um Waffen Schmuggel zu verhindern.

    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=17910

  • 10.07.2012 09:56 Uhr

    von Erz-Imperialist:

    Lieber Herr Antipod,

    Herr Westerwelle ist zwar kein Gandhi, sondern als FDP-Außenminister durchaus ein Mietling unserer eigenen Waffenmacher und -händler. Aber um in diesem Konflikt überhaupt etwas zu sagen, das in /irgendeiner/ Weise von der Linie unseres großen Bruders USA abweicht, dazu muss man sich schon was trauen in der deutschen Politik. Aber geschenkt: für den Friedensnobelpreis reicht das noch nicht.

    Im Übrigen kann ich ihrer Argumentation nur zustimmen: hören wir endlich auf, uns feige davor zu drücken, zu Erfüllungsgehilfen für den israelischen und US-Imperialismus zu werden, und wenden (nach zwei oder drei diplomatischen Scheingefechten und Feigenblättern) endlich Gewalt "gegen Assad" an.

    Und um die Leiden der syrischen Bevölkerung zu beenden, empfehle ich im Sinne Ihrer Argumentation dieselbe schnell kriegsbeendende Maßnahme, die die Amerikaner damals in Hiroshima und Nagasaki angewandt haben.

    Und wir Deutschen können unseren Mut und unseren Eifer für die Menschenrechte beweisen, indem wir die amerikanische Atombombe mit unseren eigenen Flugzeugen abwerfen. Als Ziel empfehle ich Homs, denn da leiden die Menschen am meisten.

    Dann lassen uns die Amerikaner dieses Mal - anders als in Libyen - sogar mitverdienen, wenn sie Syrien zu einem weiteren ihrer hauseigenen Sweat Shops gemacht haben. Dafür lohnt es sich zu kämpfen! Und dafür, dass Syrien bald von einem bzw. einem halben Dutzend Diktatoren von unseren Gnaden beherrscht werden.

    Und dafür, dass Israel endlich seine flakfreie Durchflugschneise hin zu den iranischen Atomreaktoren kriegt.

  • 09.07.2012 10:43 Uhr

    von Ant-iPod:

    Ich bin ein wenig verwundert über die heuchlerische Haltung des Herrn Westerwelle.
    Er schwadroniert über die angebliche Gefahr eines Flächenbrands in der arabischen Welt - will aber eigentlich sagen, dass er weder finanziell noch personell an einem solchen Angriff teilnehmen will.

    Stattdessen - in vollem Bewusstsein über die Zustände in Saudi-Arabien und Katar - sehen wir nicht nur zu, wie diese beiden Monarchien direkt in den Konflikt eingreifen (wie es auf der Anderen Seite die Russen und Irander ja auch tun) - nein:
    Wir diskutieren ernsthaft, ob wir Saudi-Arabien zusammen mit den USA weiter aufrüsten wollen.
    Eine Waffenfabrik mit Lizenzproduktion von Heckler&Koch steht schon im Königreich SA.

    Herr Westerwelle ist nicht etwa vernunftbegabt oder verantwortungsvoll - nein: Herr Westerwelle möchte, dass andere die Drecksarbeit erledigen und natürlich auch bezahlen.

    Das wirklich schlimme daran ist, dass dies nicht etwa zu einer schnellen Lösung führt, sondern ganz im Gegenteil zu einem langen Bürgerkrieg.
    Dieser wird die ohnehin schon gespaltene, syrische Bevölkerung noch weiter gegeneinander einstellen, durch das Leid, welches in Bürgerkriegen hervorgerufen wird. Es wird den Aussöhnungsprozess nur noch mehr erschweren.

    Anders formuliert:
    Die Politik von Herrn Westerwelle & Co. ist in jedem Fall gegen das syrische Volk, verlängert den Bürgerkrieg, entzieht sich der eigenen Verantwortung und bietet nicht den geringsten Lösungsansatz.

    Keiner dieser Herren hat Assad auch nur ein einziges Argument - im Guten wie im Schlechten - genannt, damit dieser einen Anreiz hat, zurückzutreten.

    Gerade dieser Tage hat Assad in einem Interview mit Herrn Todenhöfer die mögliche Lösung indirekt angedeutet:
    Wenn das Volk ihn nicht mehr wählt, oder er sich nicht mehr wählen lässt, dann geht er auf geregelte Art und Weise.
    Woran es aber fehlt, sind konkrete, politische Initiativen, um Baschar dazu zu bewegen, nicht mehr anzutreten.
    Nicht nur Drohungen von Militärschlägen und Aufrüstung der Opposition... da kann man doch diverse politische Angebote unterbreiten.

    Wenn der Diktator dann weiterhin lügt und die Angebote ausschlägt, dann kann man immer noch die Keule aus dem Sack holen.
    Was aber jetzt geschieht ist, dass wir nur über Gewalt sprechen und auch noch zu Feige sind, sie selbst anzuwenden.

    Der Leidtragende ist klar: Das syrische Volk.

    Nicht in meinem Namen!!!

  • 09.07.2012 00:12 Uhr

    von theVoice:

    @ Erz-Imperialist

    Danke, super formuliert.

    @Hari Seldon

    Das stimmt: So ne Schlagzeile wie "100 Staaten gegen Assad" ist Quatsch.
    Niemand hatte bisher was gegen Assad oder Syrien. Geschweige denn man kennt die Region überhaupt.

    Aber genauso funktioniert Propaganda.
    Medienexperten auf der Lohnliste der NATO machen einen Workshop.
    Thema: Wie baut man den nächsten Kriegsgegner auf !

    Nach dem legendären Osama Bin Laden, dann Saddham, dann Gadafi .... muss als nächstes dem Assad der Bösewicht angehängt werden.
    Schlächter, Diktator, Tyrann. Schlimm ...

    Ja wer sind denn die 100 Staaten inklusive ihrer Organisationen.
    Ich suchte im Internet nach einer Auflistung aber bisher vergebens.

    Kann es sein, der Begriff der 100 Staaten ist nichts anderes als die Erfindung einer Werbeagentur, so wie damals die Brutkastenlüge, die den Irak-Krieg vorbereiteten konnte ?
    In einem Link zu den Freunden Syriens las ich, das seien Vertreter der EU der UN und des heiligen Stuhls und noch ein paar andere. Total schwammig. Aber klar: 100 Staaten klingt besser.

    Liebe TAZ, bitte Abstand halten zur BLÖD-Presse.
    Nicht einfach schreiben 100 Staaten gegen Assad -
    sondern hinterfragen !

  • 08.07.2012 21:04 Uhr

    von kaboum:

    Kurze Info an die Taz: Einer der Sprecher in dieser Runde war Khaled Abu Saleh. Nun. Dass Herr Abu Saleh sogar von der ARD als notorischer Lügner geoutet wurde (Im Sterben liegend, einmal als Arzt, einmal als Freiheitsschreier... die Videos können gegoogelt werden) und in einigen Videos bei seiner Lüge in flagranti erwischt wird, scheint der Taz nicht mal einen Satz wert. Im Übrigen war er auch ein "kollege" von danny Abdul Dayem, dem von CNN gesponserten PR-Mann, der in einem Video doch dermaßen entarnt wurde, dass es CNN selbst zu heiß wurde, ihn weiter zu beschäftigen. Seit dem hat Danny anscheinend nichts mehr gesehen oder gehört, was er den Medien dieser Welt berichten könnte. Seltsam. Unabhängig davon welchen Standpunkt ich vertrete, bleibt doch folgende Fesstellung bestehen: Er ist zweifelsfrei als Lügner entartn worden (u google it), und kann trotzdessen eine Rede als (PR-geschulter) "einfacher Aktivist" vor so einer Prominenz halten? Liebe Taz, ganz ehrlich jez, findet ihr das nicht...komisch??

  • 08.07.2012 19:54 Uhr

    von suri:

    @Thomas H(aganah)
    Sie wollen doch nicht hier die Muslimbruderschaft, Al-Qaeda-Kämpfer, Blackwater, MI6, BND, MIT, SAS, FSF, CIA, usw. für Antidiktatur und für Demokratie verkaufen? oder?

  • 08.07.2012 13:12 Uhr

    von Hari Seldon:

    Der Titel lautet: "100 Staaten gegen Assad". Im Artikel steht: "Bei einem Treffen in Paris ermahnten die mehr als 100 Staaten und internationalen Organisationen". Nun wieviele Staaten, und wieviele "Organisationen" waren dabei, und wer füttert die Konten dieser "internationalen Organisationen"? Die TAZ agiert wie die deutsche Aussenstelle der CNN....

  • 08.07.2012 11:42 Uhr

    von Thomas H:

    Das Dumme ist nur, dass Russland, Iran und deren terroristische Proxies (Hisbollah, Mehdi-Armee, PFLP, PKK und Konsorten) längst schon massiv militärisch an der Seite des Assad-Regimes in Syrien interveniert haben, und zwar in einem dermaßen erheblichen Umfang, dass erst diese völkerrechtswidrige bewaffnete Intervention (unter koordinierter russisch-iranischer Führung) zum jetzigen blutigen Istzustand der Lage in und um Syrien geführt hat!

    Ohne diese massive äußere Einmischung und militärische Intervention, zugunsten des wankenden Assad-Minderheitsregimes, wäre das Assad-Regime durch den im März des vergangenen Jahres ausgebrochenen breiten antidiktatorischen Bürgeraufstand der Syrer schön längst gestürzt worden.

    Die russisch-chinesische Totalblockade der Vereinten Nationen, zugunsten ihres taumelnden Verbündeten Al-Assad, soll die immer intensivere geheimdienstliche und militärische Intervention Russlands und seiner Verbündeter zur Niederschlagung des innersyrischen Volksaufstands ermöglichen. Die bereits über 15.000 Gewaltopfer in Syrien sind daher auch Opfer der aggressiven und skrupellosen imperialistischen Expansionspolitik Putins!

  • 06.07.2012 13:28 Uhr

    von Erz-Imperialist:

    Nachdem sich mein Freund Westerwave (völlig zur Recht!) gegen eine Intervention in Libyen gestellt und sich dabei leider die Finger verbrannt hatte (denn am Ende haben immer die Sieger Recht und schreiben zur Geschichte auch noch die Bewertung dazu), muss ich ihn jetzt dennoch loben - zum zweiten Mal in meinem Leben, wer hätte das gedacht!

    "Ich sehe in einer militärischen Intervention keinen Lösungsweg“, sagte Westerwelle. 'Das würde letztlich dazu führen, dass ein Flächenbrand in der Region die Länder in der gesamten Region anzünden würde.'"

    Sagt er. Weniger zurückhaltend, als man es von ihm nach der Libyen-Erfahrung erwarten könnte. Dass sich da bloß mal nicht Frau Clinton angesprochen fühlt, die "vor einem Flächenbrand in der Region" warnt, dieweil sie schon fleißig den Benzinkanister darüber ausschüttet.

    Denn "Syrien sei ein Land mit einer massiven Kriegsmaschine". Gut, dass man das von den USA und ihren europäischen Satellitenstaaten nicht so sagen kann - angesichts ihrer mittlerweile kaum noch zu leugnenden Geschichte der Aggression gegen kleinere Staaten, falls deren Diktaturen nicht "unsere" Diktaturen sind.

    Der einzige, der sich hier nicht ganz mit Schande bekleckert, ist offenbar Herr Westerwelle. Sagt jemand, der politisch ganz woanders steht, und bedankt sich. Unter einem grünen oder einem SPD-Außenminister wären jetzt schon lange deutsche Bomber startklar.

    Verkehrte Welt. Ist das eine neue FDP-Wahlkampftaktik, um den Niedergang abzuwenden? Seit wann macht man Wahlkampf mit Vernunft und gegen den Mainstream? Ich hätte nie gedacht, dass ich das je sagen sollte, aber ich hoffe, dass er noch möglichst lange Außenminister bleibt.

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