Geiselnahme in Frankreich beendet

Täter ist psychisch krank

Alle Geiseln sind wieder frei. Der Täter wurde bei seiner Festnahme verletzt. Die Geiselnahme in Toulouse weckte böse Erinnerungen an die grausame Mordserie des Mohamed Merah.

Polizisten der GIPN-Brikade bereiten sich in Toulouse auf den Einsatz vor.  Bild: dapd

PARIS afp/dpa | Die Geiselnahme in einer Bank der südfranzösischen Stadt Toulouse ist beendet. Der Täter, der sich als angebliches Mitglied des Terrornetzwerkes Al-Kaida bezeichnete, wurde am Mittwochnachmittag überwältigt. Wie die Polizei mitteilte, wurden seine beiden letzten Geiseln befreit. Er selbst sei verletzt worden.

taz paywall

Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?

Mehr Infos

taz.de

Zuvor war aus Ermittlerkreisen bekannt geworden, dass der Geiselnehmer psychisch krank ist. Der Mann sei ein „Schizophrener“, der seine Behandlung unterbrochen habe, hieß es.

Die Schwester des Täters sagte der Nachrichtenagentur AFP telefonisch, dass ihr 26-jähriger Bruder schon als Kind in der Obhut des Gesundheitsamtes gewesen sei. „Er ist durchgedreht und hat Angst vor der Außenwelt“, fügte sie hinzu.

Der bewaffnete Mann, der sich als Mitglied des islamistischen Terrornetzwerkes Al-Kaida ausgab, hatte am Vormittag in einer Bank vier Menschen in seine Gewalt gebracht, darunter den Bankdirektor. Zwei Frauen kamen später wieder frei. 

Die Polizei sperrte den Tatort weiträumig ab. Nach ihren Angaben hatte der Geiselnehmer in einer Filiale der Gruppe Crédit Mutuel-CIC am Vormittag zunächst Bargeld gefordert, war aber offensichtlich nicht ernst genommen worden.

Der Unbekannte zückte danach eine Waffe und hielt hzunächst vier Menschen in seiner Gewalt, darunter auch den Bankdirektor. Über mögliche Verletzte war zunächst nichts bekannt.

Erst im März hatte ein Anhänger der Al-Kaida in Toulouse für Aufsehen gesorgt. Damals hatte Mohamed Merah, der ebenfalls erklärt hatte, dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahezustehen, im Großraum Toulouse sieben Menschen erschossen.

Unter seinen Opfern waren drei Kinder und ein Lehrer an einer jüdischen Schule. Er wurde am 22. März bei der Stürmung seiner Wohnung durch Kräfte der Spezialeinheit Raid getötet. Der Tatort liegt nur wenige hundert Meter entfernt von der Stelle entfernt, an der Merah fast 32 Stunden lang die Polizei bei der vorangegangenen Belagerung seiner Wohnung in Atem gehalten hatte.

 
20. 06. 2012

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Wenn Sie Ihren Kommentar nicht finden, klicken Sie bitte hier.

Ihren Kommentar hier eingeben