• 07.06.2012

Gentrifizierung

Buch zu für Wohlers

Weil die Miete eines Buchhändlers um 200 Prozent erhöht wurde, protestieren rund 400 Menschen in St. Georg.von Frank Berno Timm

  • 10.06.2012 11:51 Uhr

    von Käuferin:

    Ich habe Wohlers sehr wohl gesehen, seit über 20 Jahren kaufe ich dort ein und werde ggf. auch einmal zuverlässig beliefert, d.h. ich bekomme die Bücher an den Arbeitsplatz getragen. Interessantes wurde durchaus auch schon einmal selbständig für mich zurückgelegt.
    Konstantinopel? Wohl kaum, aber durchaus Kassel!
    Wer soll die neue, hohe Miete angeichts des seltsamen Raumschnittes (kleines Basement, kleiner Zwischenstock, schmalste Gslerie)zahlen? Wünschen Sie sich an dieser zentralen Stelle kreative Geldwäsche?

  • 08.06.2012 12:53 Uhr

    von Rüdiger Bäcker:

    Es ist also mal wieder soweit ... Wir trauern konkret um unsere eigenen subjektiven nostalgischen Anmutungen. Betrauern gewissermaßen eine Leiche, die niemand zuvor gesehen hat. Diese Gefühlsduselei aus zweiter und dritter Hand löst jedoch das Problem nicht. Es versperrt uns den objektiven Blick auf das Vorgefallene: Ein Gewerbetreibender trifft eine falsche Entscheidung ( Optionsrecht). Der Markt, auf dem er tätig ist, hat sich durch das Internet und unser aller Bequemlichkeit gewandelt. Sein Fehler holt ihn nun ein. Zudem: Es ist doch eigentlich recht bequem, anonym auf Rechnung zu bezahlen und dieses Bezahlen auch mal zu " vergessen ", während man vor Ort am "Point of Sale" cash aufblättern muß? Hinzukommen Gier und Spekulation einzelner, die schon seit zwanzig Jahren in St. Georg " Potential " sehen - oder werden hier nur Kosten für eigene falsche Entscheidungen kompensiert? Die Medien berichten darüber, und zwar in einer Manier, als würde der Weggang von Wohlers und des Kräuterhauses auf einer Stufe wie der Fall Konstantinopels nach der Erstürmung durch die Osmanen stehen. Lösungen gibt es ohnehin nicht, auch wenn Herr V. sich dies noch so sehr einbildet. Schon gar nicht im Sinne einer " sozialen Erhaltungssatzung ". St. 'Georg wird kein Museum oder Biotop für das, was einmal wahr. Man kann die Zeiten nun einmal nicht aufhalten. Nur zusehen, dass man sie einigermaßen übersteht. -

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